Aktuelle Nachrichten

Freitagspredigt

Das allgemeine Nützen in der ehrwürdigen Scharia

Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten, Dem in Seiner ehrwürdigen Schrift sagt:

“  Und helft einander in Rechtschaffenheit und Frömmigkeit; doch helft einander nicht in Sünde und Übertretung. Und fürchtet Allah; denn Allah ist streng im Strafen..“ (Sure 5:2).

Ich bezeuge, dass es keinen Gott da außer Allah ohne Teilhaber gibt, und ich bezeuge, dass unser Prophet Muhammad Sein anbetend Diener und Gesandter ist!

Und nun zum Thema:

Diese schöne Religion, der Islam, ist das Wertvollste in unserem Leben. Sie ist der Weg zu äußerster Zufriedenheit im Diesseits und im Jenseits. Deshalb informierte Allah der Allerhöchste uns im Quran und in der Sunna darüber, dass wir Feinde haben werden (uns selbst, den Satan und andere) und dass die einzige Methode unsere Religion zu schützen darin besteht, uns einzig Allah zuzuwenden und an der Sunna unseres geliebten Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) festzuhalten. Dies sollte nicht pauschal, sondern bei jedem Wort, bei jeder Handlung und in jeder Situation, in der wir uns befinden, getan werden.

Deshalb benötigen wir spezifiziertes Wissen darüber, wie wir uns in all unseren Angelegenheiten völlig dem ergeben, was Allah der Allerhöchste gemäß der Sunna unseres Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) von uns verlangt.

Der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) sagte in seiner Abschiedsansprache: „Ich hinterlasse euch etwas, mit dem ihr nicht irregehen werdet, wenn ihr daran festhaltet. Es ist das Offenbarungsbuch Allahs und meine Sunna.“ (Malik und Al-Hakim).

Er sagte ferner: „Wer von euch nach mir lebt, wird viele Meinungsverschiedenheiten erleben. So haltet euch an meine Sunna und die Sunna meiner rechtgeleiteten Nachfolger nach mir! Beißt euch mit euren Zähnen daran fest (haltet euch daran fest)! Und hütet euch vor neu erfundenen Angelegenheiten, denn jede Neuerung (Bid’a) ist ein Irrweg!“ (Abû Dawûd, At-Tirmidhî und andere).

Allah der Allerhöchste sagt im Quran: „Und (auch) mit denen, die sagen: ‚Wir sind Christen‘ haben Wir ihr Abkommen getroffen. Aber dann vergaßen sie einen Teil von dem, womit sie ermahnt worden waren. So erregten Wir unter ihnen Feindschaft und Hass bis zum Tag der Auferstehung. Und Allah wird ihnen kundtun, was sie zu machen pflegten.“ (Sure 5:14).

Dieser Vers erwähnt die Gesetzmäßigkeit Allahs auf Erden, die für jede Nation gilt. Wenn die Menschen ein Teil dessen vergessen, womit sie ermahnt wurden, … dann verursacht dies Feindseligkeit und Hass. Wenn wir einige Anordnungen Allahs oder die Sunna unseres Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) vernachlässigen … dann führt uns dies zu Feindseligkeit und Hass, was heutzutage unter Muslimen existiert. Allah ist der Barmherzigste. Er informiert uns über die Ursachen und Auswirkungen des Ungehorsams Ihm und Seinem Gesandten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) gegenüber.

Deshalb besteht die einzige Möglichkeit, ich wiederhole: die einzige Möglichkeit, im Diesseits und im Jenseits erfolgreich zu sein, darin, dem Quran und der Sunna des Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) auf dieselbe Weise und mit demselben Verständnis wie dem der Prophetengefährten und der frühen Generationen des Islam zu folgen, wie der oben erwähnte Hadîth besagt. In jeder einzelnen Angelegenheit, die wir handhaben müssen, benötigen wir das Verständnis der frühen Generationen des Islam. Dies ist das wahre Wissen und jegliche Unzulänglichkeit in dessen Umsetzung wird Feindseligkeit und Hass hervorrufen.

Ich möchte nun das Problem der Uneinigkeit, die Streitigkeiten in einigen muslimischen Gemeinden verursacht, überprüfen und nach Lösungen suchen.

Für Führungspersönlichkeiten und Imame:

– Eine Führungsposition im Islam ist am Tage des Letzten Gerichts ein Grund für Sorge und Bedauern. Deshalb ist sie nicht etwas, was man erstreben oder dem man hinterherlaufen sollte. Vielmehr sollte sie angeboten werden, ohne dass man sich danach sehnt… Der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) sagte: „Strebe nicht danach, ein Herrscher zu sein (weder ein König noch ein privater Machthaber)! Denn wenn dir Machtbefugnis auf dein Verlangen hin gegeben wird, wirst du dafür zur Verantwortung gezogen werden. Wenn sie dir jedoch gegeben wird, ohne sie verlangt zu haben, dann wird dir dabei (von Allah) geholfen.“ (Al-Bucharî).

Er sagte weiterhin: „Ihr Menschen werdet danach eifern, die Befugnis zum Herrschen zu besitzen, was am Tag der Auferstehung euer Untergang sein wird. Welch ausgezeichnete Amme ist sie, doch wie schwer fällt die Entwöhnung!“ (Al-Bucharî).

Wenn wir dem Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) nicht gehorchen und führende Stellungen anstreben, dann wird es so kommen, wie wir lasen: Sorge, Bedauern, Feindschaft und Hass. Stattdessen sollten die weisen Menschen und Älteren in der Gemeinde eine Art Rat bilden und den Wissendsten und Einflussreichsten auswählen, der für die Führungsposition geeignet ist. Das Ziel ist nichts als das Wohlgefallen Allahs, indem man die Anweisungen Allahs strikt befolgt, und zwar in der Weise, wie es zur Zeit des Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) getan wurde. Dies gilt für jede Art Führung

– Wenn Menschen miteinander über eine Angelegenheit streiten, dann sollen sie alles vor Allah und Seinen Gesandten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) (den Quran und die Sunna) bringen. Und sie müssen dies tun, bevor sie nach einer anderen Lösung suchen, denn eine andere Lösung ist kein Gehorsam gegenüber Allah und Seinem Gesandten. Rafî ibn Chadîdsch (ein Gefährte des Propheten) sagte: „Der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) verbot uns etwas, was zwar nützlich für uns wäre, doch der Gehorsam gegenüber Allah und Seinem Gesandten ist angemessener für uns.“ Er äußerte dies, weil Allah der Allerhöchste sagt: „Weder für einen gläubigen Mann noch für eine gläubige Frau gibt es, wenn Allah und Sein Gesandter eine Angelegenheit entschieden haben, die Möglichkeit, in ihrer Angelegenheit zu wählen. Und wer sich Allah und Seinem Gesandten widersetzt, der befindet sich ja in deutlichem Irrtum.“ (Sure 33:36).

Wenn es zum Streit kommt, dann sollen wir diesen vor Allah und Seinen Gesandten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) bringen. Allah der Allerhöchste sagt im Quran: „O die ihr glaubt, gehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten und den Befehlshabern (oder: den Verantwortlichen) unter euch! Wenn ihr miteinander über etwas streitet, dann bringt es vor Allah und den Gesandten, wenn ihr wirklich an Allah und den Jüngsten Tag glaubt. Das ist am besten und am ehesten ein guter Ausgang.“ (Sure 4:59)

Immer wenn es zur Zeit des Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) einen Streit gab, gingen die Menschen zum Propheten, damit dieser zwischen ihnen richte, und sie empfanden keinerlei Groll in ihren Herzen und fügten sich vollständig. Nachdem der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) verstorben war, waren es die Gelehrten unter den Prophetengefährten.

Die zweite und dritte Generation nach dieser fragte die Erben des Gesandten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) … die Religionsgelehrten des Islam. Diese Gelehrten sind nicht lediglich Leute, die ein wenig Wissen über den Islam besitzen. Es sind Leute, die das Wissen, die Frömmigkeit und die Angewohnheiten vom Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) erbten. Und sie folgten dem Weg der Prophetengefährten und nicht ihren eigenen Gelüsten.

– Allah der Allerhöchste ordnet uns an, nicht dem Weg der Leute der Schrift vor uns, also der Juden und der Christen, zu folgen, sondern stattdessen der Offenbarung Allahs, dem Quran und der Sunna. Wenn man im Westen lebt, dann ist es sehr einfach, in unserer Religion für das Wohlgefallen anderer Kompromisse einzugehen und dabei zu denken, dass man Da’wa macht, was die wichtigste Aufgabe der Leute ist, die für muslimische Gemeinden verantwortlich sind. Unsere Aufgabe ist es, die Wahrheit in der schönsten Weise zu übermitteln, ohne die Botschaft zu verdrehen oder beim Weg des Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) Abstriche zu machen! Das Ziel ist nicht, die Einzelheiten zu diskutieren, sondern vielmehr diesen Richtlinien beizupflichten und sich immer auf sie zu beziehen!

Ich bitte Allah für mich und für euch um Vergebung!

***

Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten!

Geschwister im Islam:

Einer der Hauptgründe für Uneinigkeit unter muslimischen Gemeinden ist, dass einige Leute, die nicht dazu befähigt sind, die Religion zu lehren und über sie zu sprechen, dies dennoch mit vollem Eifer tun. Ich stelle die Absichten nicht in Frage. Wir sollten immer positiv über andere denken. Es geht um die Richtigkeit dessen, was gesagt wird. In der Religion des Islam gibt es keine Heiligen. Keiner Person außer dem Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) darf ohne Wenn und Aber gefolgt werden. Vielmehr müssen wir mit Wissen reden, für das wir viele Jahre mit Lernen verbracht haben. Wir sollen jeden und jedermanns Fachgebiet respektieren! Ein Arzt soll derjenige sein, der über gesundheitsbezogene Themen spricht, und nicht ein Ingenieur und vice versa. Noch wichtiger als unsere körperliche Gesundheit ist unsere Religion. Wir können die Wahrheit nicht automatisch erkennen, vielmehr müssen wir sie zuerst studieren! Denn Angelegenheiten der Offenbarung gehen mit Dingen einher, die Menschen mit ihren eigenen Augen nicht sehen. Sie müssen sich lediglich dem fügen, was Allah von ihnen verlangt. In einem Hadîth Qudsî sagt Allah: „O Meine anbetend Dienenden! Ihr alle seid irregeleitet, außer diejenigen, die Ich rechtleite. Deshalb bittet Mich um Rechtleitung und Ich werde euch rechtleiten!“

Ohne dass wir unser Ego in die Schranken weisen, auf unseren Knien in den Häusern Allahs sitzen und nach Wissen in der Religion streben, können wir dies niemals erlangen. Das Wissen in der Religion kann nicht auf Sitzbänken in Universitäten gelehrt von Nicht-Muslimen oder nicht-praktizierenden Muslimen erlangt werden, sondern vielmehr von Gelehrten, die sowohl Wissen als auch demütige Ehrfurcht vor Allah besitzen. Sie lehren in Allahs Häusern … den Moscheen. Studierende des Wissens verbringen Jahre damit, auf ihren Knien in den Moscheen zu sitzen, und erlangen von diesen erfahrenen Gelehrten sowohl Wissen als auch Benehmen. Diese erfahrenen Gelehrten taten jahrelang dasselbe und lernten von den früheren Generationen – eine verbundene Kette von Gelehrten, die bis zum Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) zurückreicht. Es war die Gepflogenheit der Muslime, ihre Gelehrten wegen des Wissens in der Religion, das sie besaßen, zu respektieren, wenngleich die Menschen niemandem außer dem Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) blind folgen sollen. Doch diese Gelehrten erklärten den Menschen den Weg des Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen). Mu’adh  sagte: „Außer für folgende drei Dinge würde ich mich nicht nach dem Diesseits sehnen: Das Nachtgebet, an einem heißen Sommertag zu fasten und mich auf meinen Knien zwischen die Gelehrten in den Versammlungen des Wissens zu drängen.“

Die Aufgabe des zum Islam Aufrufenden, Imams usw. besteht darin, die Worte der Gelehrten wiederzugeben und nicht Dinge selbst zu interpretieren, indem diese Kette von Gelehrten, die bis zum Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) zurückreicht, respektiert werden soll!

Wir müssen dem Wissen über die Religion gegenüber demütig sein, weil es das beste Wissen ist, da es die Interpretation der Worte des Allerhöchsten, … Allahs, ist! Und die Deutung des beliebtesten Geschöpfes … des Propheten Muhammad (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen).

Wenn wir diese Prinzipien einhalten, dann wird alles gut … so Allah will. Möge Allah uns rechtleiten, um die Wahrheit zu sehen und gemäß dieser zu handeln!

Die Heuchelei und der Verrat und ihr Einfluss auf die Individuen und Staaten

Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten, Dem in Seiner ehrwürdigen Schrift sagt:

„Die Heuchler und Heuchlerinnen gehören zueinander. Sie gebieten das Böse und verbieten das Gute; und ihre Hände bleiben geschlossen. Sie haben Allah vergessen, und so hat Er sie vergessen. Wahrlich, die Heuchler sind wahre Frevler.“ (Sure 9:67).

Ich bezeuge, dass es keinen Gott da außer Allah ohne Teilhaber gibt, und ich bezeuge, dass unser Prophet Muhammad Sein anbetend Diener und Gesandter ist, der sagte: „„Die Zeichen des Heuchlers sind drei: Wenn er spricht, so lügt er, wenn er etwas verspricht, so hält er es nicht, und wenn ihm etwas anvertraut wird, so veruntreut er es.“

Und nun zum Thema:

Untreue, Lügen, Verrat und Frevelhaftigkeit gehören zu den Merkmalen der Heuchler, wie der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Wer immer die folgenden vier Eigenschaften besitzt, ist ein reiner Heuchler, und wer nur eine davon hat, besitzt so lange eine heuchlerische Eigenschaft, bis er diese aufgibt: Wenn man ihm etwas anvertraut, verhält er sich untreu; wenn er spricht, lügt er; wenn er eine vertragliche Abmachung schließt, erfüllt er sie nicht; und wenn er mit jemandem streitet, benimmt er sich frevelhaft.“

Dies sind alles Merkmale, die auf die niederen Charakterzüge des Heuchlers hinweisen, denn er ist nicht wahrhaftig, weder mit sich selbst noch mit den anderen Menschen, mit denen er umgeht. Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) bezeichnete diese Eigenschaften als Heuchelei vielleicht deswegen, weil man dadurch den Heuchlern ähnlich wird, indem man den Menschen etwas anderes zeigt, als man im Inneren verbirgt; jemand behauptet die Wahrhaftigkeit und weiß genau, dass er lügt; er gibt Treue vor und weiß, dass er untreu ist; er behauptet, dass er sein Versprechen hält, aber er kommt ihm nicht nach; er wirft seinen Gegnern Anschuldigungen vor und weiß, dass es alles unverschämt erlogen ist.

All seine Charakterzüge beruhen auf Betrug und Schwindel; es ist zu befürchten, dass solch ein Mensch der großen Heuchelei zum Opfer fällt, denn trotz der Tatsache, dass die praktische Heuchelei zu denjenigen Sünden gehört, die den anbetend Dienenden nicht von der Religion abfallen lässt, auch wenn sie sich in einem Menschen festwurzelt und dessen ganzes Benehmen in ständigen Betrug und Schwindel verwandelt, könnte dies einen dazu bringen, dass man sich gegenüber seinem Herrn ähnlich verhält wie gegenüber Seinen Geschöpfen, sodass Er als Strafe den Glauben aus seinem Herzen entfernt und ihn durch die Heuchelei ersetzt.

Allâh der Erhabene sagt: „Unter ihnen gibt es manche, die gegenüber Allâh eine Verpflichtung eingegangen sind: Wenn Er uns etwas von Seiner Huld gewährt, werden wir ganz gewiss Almosen geben und ganz gewiss zu den Rechtschaffenen gehören. Als Er ihnen aber von Seiner Huld gewährt hatte, geizten sie damit, und sie kehrten sich widerstrebend ab. So setzte Er als Folge davon in ihre Herzen Heuchelei bis zum Tag, an dem sie Ihm begegnen werden, dafür, dass sie gegenüber Allâh brachen, was sie Ihm versprochen hatten, und dass sie zu lügen pflegten.“ (Sure 9:75-77).

Deswegen waren die Prophetengefährten sehr vorsichtig und sie hielten sich von diesen Eigenschaften fern, damit sie nicht unter diese verpönte Bezeichnung fallen. Es wurde von Ibn Abû Mulaika (Allâh erbarme sich seiner) berichtet, dass er sagte: „Ich habe dreißig Gefährten des Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) erlebt, die alle die Heuchelei fürchteten.“

Das waren die Taten der Heuchelei und ihre Gefahren; sie zerstören die aufrichtigen gesellschaftlichen Bande und gründen die öffentlichen Beziehungen auf der Grundlage des Betrugs, der Täuschung und der Fälschung, und so verschwinden das Vertrauen und die Freundschaft im zwischenmenschlichen Umgang; Vertrauen und Treue werden durch Vorsicht und Aufmerksamkeit, sogar auch durch Misstrauen und Zweifel ersetzt.

Es ist zu bedauern, dass sich diese schlechten Eigenschaften sehr stark verbreiteten, sodass Al-Hasan Al-Basrî (Allah erbarme sich seiner) sagte: „Hätten die Heuchler Schwänze, wären die Straßen zu eng für euch geworden.“ Und das sagte er zu seiner Zeit, der Zeit der Nachfolgegeneration der Gefährten des Propheten; was würde er wohl sagen, wenn er unsere Zeit erlebte?!

Die Heuchelei ist in zwei Arten unterteilt:

Große Heuchelei

Hinsichtlich der Glaubensgrundlagen lässt diese Art der Heuchelei den Heuchler den Islam verlassen. Denn er tut seinen angeblichen Glauben vor den Leuten kund, während er den Unglauben in sich verbirgt. Allâh verdeutlicht uns, wie die Strafe dieser Heuchelei aussieht, wenn der Heuchler nicht vor dem Tode bereut:

„Gewiss, die Heuchler werden sich auf dem untersten Grund des Höllenfeuers befinden, und du wirst für sie keinen Helfer finden – ausgenommen diejenigen, die bereuen und sich bessern und an Allâh festhalten und ihre Religion aufrichtig für Allâh ausüben; jene werden mit den Gläubigen sein. Und Allâh wird den Gläubigen großartigen Lohn geben.“  (Sure 4:145-146).

Kleine Heuchelei

Im Bereich der Handlungen wird der Heuchler in diesem Falle nicht ungläubig. Die Eigenschaften der kleinen Heuchelei sind jene, die in authentischen Hadîthen überliefert sind:

„Die Zeichen des Heuchlers sind drei: Wenn er spricht, so lügt er, wenn er etwas verspricht, so hält er es nicht,  und wenn ihm etwas anvertraut wird, so veruntreut er es.“ (Al-Buchârî und Muslim).

In einer anderen Überlieferung heißt es:

„Wer von euch vier Dinge besitzt, der ist ein wirklicher Heuchler, und wer eine dieser Eigenschaften besitzt, besitzt eine Eigenschaft der Heuchelei, bis er von ihr ablässt: Wenn im etwas anvertraut wird, so veruntreut er es, wenn er spricht, so lügt er, wenn er etwas verspricht, so hält er sich nicht daran, und wenn er streitet, frevelt er.“

Diese Art der Heuchelei ist eine Sünde, die Allâh bestraft oder auch vergibt, gemäß Seinem Willen. So sagt Allâh:

„Allâh vergibt gewiss nicht, dass man Ihm etwas beigesellt. Doch was außer diesem ist, vergibt Er, wem Er will. Wer Allâh etwas beigesellt, der ist fürwahr weit abgeirrt.“ (Sure 4:116).

So soll der anbetend Dienende reumütig mit reiner und aufrichtiger Absicht zu Allâh zurückkehren. Er soll seine Sünden bereuen, besonders die Sünden hinsichtlich der Heuchelei, da derjenige, der seine Sünden bereut, wie jener ist, der keine Sünden besitzt.

Heuchlerische Frömmelei macht Handlungen zunichte und gilt als Grund für Verhasst-Sein bei Allâh dem Erhabenen. Zudem zählt sie zu den Todsünden.

Wenn dem mithin so ist, dann muss sie unbedingt beseitigt werden, selbst wenn man sich dafür anstrengen und Mühen auf sich nehmen muss.

Al-Ghazâlî erwähnte, dass man sich von heuchlerischer Frömmelei durch zwei Dinge befreien könne:

  1. Entfernung der Ursachen, aus denen sie entsteht und
  2. Abwehren dessen, was einem in einer bestimmten Situation in den Sinn kommt.

Dazu erwähnte er, dass ihr Ursprung in der Liebe zu Rang und Status liege. Bei zu starkem Vorhandensein führe sie dazu, dass man Genuss daran empfinde, gelobt zu werden, vor dem Schmerz der Kritik fliehe und nach dem verlange, was sich in den Händen der Leute  befindet. Und als Beleg für das, was er hier erwähnte, führte er die folgende Überlieferung von Abû Mûsâ an, in der es heißt:

„Ein Beduine fragte den Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken): »O Allâhs Gesandter! Kämpft ein Mann  aus Feuereifer?«“

„Das bedeutet, dass er es verschmäht, überwältigt zu werden, und es missbilligt, ein Überwältigter zu sein.“ – „Des Weiteren fragte er [der Beduine]: »Und kämpft ein Mann, damit sein Platz gesehen wird?«“ „Dabei handelt es sich um das Verlangen nach dem Genuss durch Rang und Wertschätzung in den Herzen. [Des Weiteren heißt es im Hadîth:] „Und kämpft ein Mann um der Erwähnung willen?“

„Hier geht es um das Lob durch Worte. Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) erwiderte: „Wer kämpft, damit Allâhs Wort das höchste ist, der ist auf dem Weg Allâhs.“

Was das Abwehren dessen, was einem in einer bestimmten Situation in den Sinn kommt, betrifft, so erfolgt dies, indem man gegen sein Ego ankämpft und die Dinge im Herzen, die zu heuchlerischer Frömmelei führen, entfernt, indem man genügsam ist, die Gier unterbindet, sich den Blicken der Menschen entzieht und sowohl (unangebrachten) Tadel als auch Lob durch andere Menschen geringschätzt.

Was die Behandlung der Härte des Herzens angeht:

  1. Durch den ehrwürdigen Quran

Denn er ist eine Heilung für das, was im Herzen an Zweifeln vorhanden ist, und er beseitigt, was sie an Formen des Beigesellens beinhalten. Zudem belegt er das Leugnen des Islâm und in Form von Zweifeln und Gelüsten vorhandene Krankheiten mit einem Makel. Er ist eine Rechtleitung für den, der die Wahrheit kennt und dementsprechend handelt. Und durch die sofort und auch später eintretende Belohnung ist er eine Barmherzigkeit für die den Glauben Verinnerlichenden.

„Ist denn der, der tot war, und den Wir dann lebendig gemacht und dem Wir ein Licht gegeben haben, worin er unter den Menschen geht, wie einer, dessen Gleichnis das jemandes ist, der sich in Finsternissen befindet, aus denen er nicht herauskommt…“ (Sure 6:122).

  1. Durch Dinge, die dafür sorgen, dass es bekommt, was es täglich an Grundnahrung und Substanz benötigt. Dies geschieht durch den Glauben, rechtschaffenes Handeln und regelmäßig verrichtete Taten des Gehorsams.
  2. Durch Schutz vor schädigenden Einflüssen. Dies erfolgt durch das Meiden von Sünden und Fehlverhalten aller Art.
  3. Durch Befreiung von allem, was es negativ beeinträchtigt hat. Dies geschieht durch Buße und Bitten um Vergebung.

Wir raten jedem Muslim Allâh zu fürchten, sich immer bewusst zu machen, dass Allâh einen beobachtet und dass man sich von allen Eigenschaften der Heuchelei fernhält und darauf Acht gibt, sich nicht solche Eigenschaften anzueignen. Man soll vielmehr diese schlechten Eigenschaften durch gute ersetzen, die die Gläubigen besitzen, dass man also seine Taten nur für Allâh verrichtet, die Wahrheit spricht, zuverlässig ist, Versprechen einhält etc. Dies sind die Eigenschaften der Paradiesbewohner.

Ich bitte Allah für mich und für euch um Vergebung!

***

Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten!

Die Heuchelei ist eine der schlimmsten Eigenschaften, die jemand haben kann. Der schlimmste Heuchelei ist die Heuchelei im Glauben. Dies ist der Fall, wenn jemand mit der Zunge seinen Glauben bekundet, aber im Herzen eigentlich ungläubig oder sogar feindlich gesinnt ist.

Der Islam verurteilt Heuchelei. Ein Muslim kann diese Eigenschaft nicht besitzen. Auf den ersten Seiten der Sure Bakara werden in zwei Versen die Muslime, in fünf Versen die Kâfirûn, aber in 13 Versen die Heuchler, also die Heuchler, beschrieben. In anderen Koranversen werden die Heuchler angesprochen und gewarnt. An zwei Stellen heißt es: „Manche Menschen sprechen wohl: ‚Wir glauben an Allah und an den Jüngsten Tag’; doch sind sie keine Gläubigen.“ „Siehe, die Heuchler sollen in der tiefsten Tiefe des Feuers sein, und für sie findest du niemals einen Helfer.“

Die Heuchler werden deshalb so hart bestraft, weil sie sich gegenüber den Muslimen als Gläubige ausgeben, in Wirklichkeit aber Feinde Allah, des Gesandten und der Gläubigen sind.

Liebe Geschwister!

Laut den Gelehrten ist der Heuchelei im Herzen Kufr und der Heuchelei in den Handlungen eine große Sünde.

Heuchelei kann also danach unterschieden werden, ob sie sich auf den Glauben oder auf die Taten bezieht. Wer in seinem Glauben heuchelt, wird im Diesseits zwar als Muslim angesehen, muss aber im Jenseits mit einer Strafe rechnen. Denn Heuchler säen Zwietracht und hetzen die Gemeinschaft gegeneinander auf. Ihre Situation wird im Koran wie folgt beschrieben: „Spricht man zu ihnen: ‚Stiftet kein Unheil auf der Erde’, so sagen sie: ‚Wir sind ja die Rechtschaffenen.’“

„Sagt man zu ihnen: ‚Glaubt, wie die Leute gläubig wurden’, so sprechen sie: ‚Sollen wir glauben, wie die Toren glaubten?’ Wenn sie mit den Gläubigen zusammentreffen, so sagen sie: ‚Wir glauben’; sind sie aber mit ihren Teufeln allein, so sprechen sie: ‚Siehe, wir stehen zu euch und treiben nur Spott.’“

Ein weiterer Grund für ihre Bestrafung im Jenseits ist ihr Versuch, Ibâdas vorzutäuschen, die sie eigentlich im Herzen verabscheuen. Im Koran heißt es: „Siehe, die Heuchler wollen Allah überlisten; doch er überlistet sie. Wenn sie im Gebet stehen, stehen sie nachlässig da, um von den Leuten gesehen zu werden, und gedenken Allahs nur wenig.

O Allah, reinige unsere Herze von der Heuchelei, unsere Augen vom Verrat, unsere Zungen vom Lügen und bewahre Ägypten und seine Einbewohner!

Die allgemeinen Regeln und Morale der Gesellschaft und ihr Einfluss auf deren Fortschritt

Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten, Dem in Seiner ehrwürdigen Schrift sagt:

„Sprich: „“Wahrlich, mich hat mein Herr auf einen geraden Weg geleitet – zu dem rechten Glauben, dem Glauben Abrahams, des Aufrechten. Und er war keiner der Götzendiener.“““ (Sure 6:161).

Ich bezeuge, dass es keinen Gott da außer Allah ohne Teilhaber gibt, und ich bezeuge, dass unser Prophet Muhammad Sein anbetend Diener und Gesandter ist, der sagte: „Mein Herr hat mich auf beste Art und Weise erzogen.“

Und nun zum Thema:

Einer der wichtigsten Aspekte im Leben eines Muslims ist die Erlangung eines hohen moralischen Niveaus. Seit Beginn des Islam befasste sich der Prophet  haupt- sächlich damit, die Muslime zu lehren und (dahingehend) zu disziplinieren, dass sie die besten Manieren und Charaktermerkmale besitzen würden. Sein Privatleben und sein Verhalten spiegelten seine ihm von Allah offenbarten Lehren wider. Im edlen Quran beschreibt Allah den Propheten Muhammad mit den Worten: „Und du bist wahrlich von großartiger Wesensart.“ (Sure 68:4)

Das hohe Niveau des Propheten  machte ihn zu einem Vorbild für alle Muslime. Der Gesandte Allahs  pflegte zu betonen, wie wichtig gute Manieren für die Muslime sind. Er  sagte: „Der beste unter euch ist derjenige mit den besten Manieren.“ (Al-Bucharî, Muslim) In einer anderen authentischen Überlieferung sagte der Prophet Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlgefallen schenken : „Das schwerste Gewicht, das am Tag des Gerichts in die Waage des Gläubigen gelegt wird, wird das gute Verhalten sein. Und Allah verabscheut denjenigen, der schlechte Worte benutzt.“ (Al-Baihaqî)

Jemand fragte den Propheten , welche Tat einen Mann ins Paradies bringen würde, er  antwortete: „Gottesfurcht (Frömmigkeit) und gutes Benehmen.“

In anderen Erzählungen unterschied der Prophet  die Muslime aufgrund ihres Verhaltens; der Prophet  sagte: „Der vollkommenste unter den Muslimen im Glauben ist derjenige mit dem vorzüglichsten Verhalten. Und die besten von euch sind diejenigen, die ihre Frauen am besten behandeln.“

Er  erklärte auch, dass die Menschen aufgrund ihrer guten Manieren verschiedene Stufen im Paradies erlangen können, indem er sagte: „Der liebste Mensch und derjenige, der mir am Tag der Auferstehung am nächsten sein wird, ist derjenige mit dem besten Benehmen.“

Im Folgenden sollten wir über die Moral im Islam sprechen und wie sie sich von anderen moralischen Systemen unserer Zeit unterscheidet.

Im Gegensatz zu anderen Systemen wird das moralische System des Islam von einer göttlichen Quelle hergeleitet. Diese göttliche Quelle ist die Offenbarung Allahs. Daher kann dieses System nicht geändert oder manipuliert werden, um es an unsere Wünsche anzupassen. Es gilt unabhängig von Ort und Zeit. Dieses System wurde seit tausenden von Jahren nicht geändert, es kann heute nicht geändert werden und wird niemals geändert werden, bis zum Tage des Jüngsten Gerichts. Niemand darf das System abändern, selbst wenn die ganze Welt dies tun wollte. Was in der Vergangenheit als Moral betrachtet wurde, wird über alle Zeiten als gute Moral erhalten bleiben.

Was umgekehrt in der Vergangenheit als schlecht galt, wird für immer so bleiben, selbst wenn die Gesellschaft es als Norm betrachtet. Das moralische System wird nicht von kulturellen Normen beeinflusst, denn Allah ist derjenige, der bestimmt (und weiß), was akzeptabel ist und was nicht.

Der edle Quran ist in dieser Hinsicht sehr detailliert und erwähnt deutlich die Wichtigkeit guten Benehmens, ebenso wie er die Wichtigkeit des Glaubens, des Gottesdienstes und all unserer alltäglichen Angelegenheiten erwähnt.

Der edle Quran nennt wiederholt mehrere sittlich gute Taten, wie zum Beispiel:

– Die Behandlung der Eltern auf die beste Art und Weise

– Nett zu sein zu den Verwandten und Nachbarn

– Die Fürsorge für Waisen und Bedürftige

– Ehrlich zu sein

– Immer eine aufrichtige Absicht zu haben

– Versprechen zu erfüllen

– Die faire Behandlung aller Menschen

Der edle Quran geht sogar so weit, uns beizubringen, wie wir gehen sollen. Allah sagt: „Halte das rechte Maß in deinem Gang und dämpfe deine Stimme, denn die widerwärtigste der Stimmen ist wahrlich die Stimme der Esel.“ (Sure 3:19)

Weiterhin sagt Allah: „Die Diener des Allerbarmers sind diejenigen, die maßvoll auf der Erde umhergehen und die, wenn die Toren sie ansprechen, sagen: „Frieden!““ (Sure 25:63)

Sogar von den angemessen Anstandsregeln beim Besuch anderer Personen berichtet der edle Quran. Allah sagt: „O die ihr glaubt, betretet nicht andere Häuser, die nicht eure (eigenen) Häuser sind, bis ihr euch bemerkbar gemacht und ihre Bewohner begrüßt habt. Das ist besser für euch, auf dass ihr bedenken möget!“ (Sure 24:27)

Der Quran lehrt uns ebenfalls, wie wir uns bei Versammlungen zu verhalten haben. Allah sagt: „O die ihr glaubt, wenn zu euch gesagt wird: „Macht Platz!“ in den Versammlungen!, dann schafft Platz, so schafft auch Allah euch Platz. Und wenn gesagt wird: „Erhebt euch!“, dann erhebt euch eben, so erhöht auch Allah diejenigen von euch, die glauben, und diejenigen, denen das Wissen gegeben worden ist, um Rangstufen. Und Allah ist dessen, was ihr tut, Kundig.“ (Sure 58:11)

Wenn wir die Reden und Taten des Propheten  tatsächlich praktizieren würden, würden wir merken, dass einige Lektionen bezüglich des Essens, Trinkens, sich Kleidens, Schlafens, für die Reise, das Grüßen, das Einholen einer Erlaubnis, sogar für das Niesen, Gähnen und anderen scheinbar belanglosen Taten, gelernt werden müssen.

Im Gegensatz zu anderen ethischen Systemen ist das moralische System des Islam ein sehr detailliertes und vollkommenes Paket. Der Islam spricht alle Aspekte des menschlichen Lebens an, egal wie unbedeutend ein Aspekt auch erscheinen mag. Er ist ein komplettes Paket – es fehlt nichts, was ergänzt werden müsste, noch hat es Mängel, die behoben werden müssten.

Die islamische Religion leitet unsere Moralvorstellungen, sei es in Bezug auf das Individuum, die Gemeinschaft, sowie in Bezug auf die Muslime und die Nicht-Muslime. Sie gibt uns auch eine Anleitung dafür, wie man mit Herrschern umgeht und wie man Gelehrte respektiert und ehrt. Der Islam lehrt uns ferner, wie man sich in Zeiten des Friedens und des Krieges verhält.

Sogar der Umgang mit Tieren wird uns beigebracht. Der Prophet  sagte: „Fürchte Allah bei der Behandlung von Tieren: kümmert euch um sie, haltet sie gesund, egal ob ihr auf ihnen reitet oder sie wegen ihres Fleisches aufzieht.“

In einer anderen Überlieferung sagte der Prophet : „Wenn ihr ein Tier schlachtet, schlachtet es auf die beste Art und Weise. Ihr sollt erst euer Messer schärfen und das Tier beruhigen.“

Einmal fragten die Gefährten den Propheten : „Werden wir dafür belohnt, wenn wir Tiere gut behandeln? Er sagte: Ja, natürlich werdet ihr für jedes lebendige Wesen belohnt, wenn ihr es gut behandelt.“

Kein anderes ethisches System kann an das des Islam heranreichen und nur Allah kann – dank seiner unendlichen Weisheit – solch ein System erschaffen, das die Menschen lehrt, wie sie in jedem Moment ihres Lebens vorzugehen haben.

Dies ist so, weil der Islam kein von Menschenhand geschaffenes System ist; es ist die Religion Allahs. Er hat sie vollkommen und umfassend gemacht. Kein Mensch hat je, kann je oder wird je ein System erschaffen, das so perfekt ist.

Wenn du also ein erfolgreiches und glückliches Leben führen willst, dann wende den Islam in deinem Leben an und du wirst wunderbare Resultate erzielen.

Die Sittenlehre im Islam basiert vollständig auf den Offenbarungsschriften und dem Beispiel des Lebens des Propheten Muhammad (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken). Es gibt zwei Konzepte, die jeden Aspekt der islamischen Sittenlehre durchziehen: Das Konzept des Tauhîd (der alleinigen Verehrung des Schöpfers) und die eigentliche Bedeutung des Wortes Muslim (sich Allah ergeben). Muslime glauben an die Existenz von Gutem und Bösem, und Muslime streben in jedem Aspekt ihres Lebens danach, Gutes zu tun. Muslime glauben außerdem an die Willensfreiheit und die Tatsache, dass jeder Mensch die Fähigkeit hat, Allah selbst zu erkennen.

Dennoch irren die Menschen vom Weg Allahs ab. Im Quran werden wir darüber informiert, dass Menschen auf Grund ihres Bedarfs an materiellen Annehmlichkeiten von Allah abirren. Aus diesem Grunde stimmt der Islam mit den Lehren Jesu überein und betrachtet es als Abirren vom Wege Allahs, wenn man sich auf das Anhäufen von Vermögen und das Erlangen von Macht konzentriert. Der Islam lehrt auf seiner elementarsten Ebene, dass es nur einen Gott gibt, und wenn man in seinem Leben irgendeiner anderen Sache außer Allah mehr Gewicht verleiht, dass dies bedeutet, vom richtigen Weg abzukommen.

Islamische Sittenlehren waren zur Zeit der Quran-Offenbarung an den Propheten Muhammad (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sehr nützlich, um die Probleme der Araber zu lösen. Die Araber waren eine Stammesgesellschaft mit patriarchalischen Herrschern. Der Gedanke der Umma, durch die alle Muslime zu einer Gemeinschaft vereint wurden, half dabei, diese Gesellschaft zu verändern. Der strikte Monotheismus im Islam half außerdem dabei, die vielen barbarischen Gepflogenheiten, die als Teil der Anbetung von Götzen und animistischen Göttern weitverbreitet waren, abzuschaffen. Die islamische Ethiklehre lehnt außerdem übertriebenen Chauvinismus oder „Muru’a“ (was als Männlichkeit oder Machohaftigkeit übersetzt wird) ab. Beim Islam geht es nicht um Gewalt, Prahlerei und Ungestüm, sondern um Demut, Mitgefühl und Streben nach Frieden.

Eines der wichtigsten Elemente islamischer Ethiklehre ist die persönliche Verantwortung. Der Islam lehrt, dass jeder einzelne Mensch seinem eigenen Weg zu Allah folgt. Im Islam gibt es keine Vermittler zwischen dem Menschen und Allah. Es gibt keine assoziierten Götzen oder Heilige, die sich bei Allah einsetzen. Es gibt keinen Zwang, dem Weg Allahs zu folgen. Beim Islam geht es vollständig um die Moral, die ethische Entscheidung, die jeder Mensch in seinem Herzen treffen muss, und um das Umsetzen dieser Entscheidung in die Tat. Der Islam lehrt, dass das Schicksal eines jeden Menschen im jenseitigen Leben eine direkte Folge der eigenen Entscheidung ist. Zweifelsfrei ist die Grundlage eines islamischen Ethiksystems direkt mit den Lehren des Quran und des Propheten Muhammad (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) verbunden. Der Islam ist eine Lebensweise, eine Praktik, sich dem Willen Allahs in jedem Aspekt des Lebens zu fügen. Die eigenen Moralvorstellungen sind dabei absolut keine Ausnahme.

Ich bitte Allah für mich und für euch um Vergebung!

***

Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten!

Der Islam hat bestimmte allgemeingültige und grundlegende Richtlinien für die gesamte Menschheit aufgestellt, welche unter allen Umständen zu befolgen und zu respektieren sind. Um diese Richtlinien einzuhalten, sieht der Islam nicht nur die Absicherung durch das Gesetz, sondern auch ein sehr wirkungsvolles moralisches System vor. Demgemäß ist alles, was auch immer zum Wohlergehen des Einzelnen oder der Gesellschaft führt, im Islam moralisch gut und alles Schädliche moralisch schlecht. Der Islam misst der Liebe zu Allah und der Liebe zum Menschen viel Wert bei. Gleichzeitig warnt er davor zuviel auf Äußerlichkeiten zu achten. Wir lesen im Quran:

„Nicht darin besteht die Güte, dass ihr eure Gesichter gegen Osten oder Westen wendet. Güte ist vielmehr, dass man an Allah, den Jüngsten Tag, die Engel, die Bücher und die Propheten glaubt und vom Besitz – obwohl man ihn liebt – der Verwandtschaft, den Waisen, den Armen, dem Sohn des Weges, den Bettlern und für (den Loskauf von) Sklaven hergibt, das Gebet verrichtet und die Abgabe entrichtet; und diejenigen, die ihre Verpflichtung einhalten, wenn sie eine eingegangen sind, und diejenigen, die standhaft bleiben in Not, Leid und in Kriegszeiten, das sind diejenigen, die wahrhaftig sind, und das sind die Gottesfürchtigen.“ (Sure 2:177)

Uns wird in diesem Quranvers eine schöne Beschreibung des rechtschaffenen und gottesfürchtigen Menschen gegeben. Er soll zwar wohlergehenbringenden Vorschriften gehorchen, aber seine Aufmerksamkeit soll er auf die Liebe zu Allah und zu seinen Mitmenschen richten.

Wir können vier Hauptpunkte festhalten:

  • Unser Bekenntnis soll wahrhaftig und aufrichtig sein.
  • Wir müssen es durch hilfreiche Taten anderen gegenüber unter Beweis stellen.
  • Sowohl im Gebet als auch in unserer Hilfe für andere sollten wir uns nach Möglichkeit mit Gleichgesinnten zusammentun.
  • Unsere Standhaftigkeit und Geduld sollen sich vor allem bei drei Gelegenheiten manifestieren: bei körperlichen Schmerzen oder Leiden, bei jeder Art Not und in Zeiten öffentlicher Drangsal.

Das ist der Maßstab, mit dem die einzelnen Verhaltensweisen beurteilt und in gut oder schlecht eingeteilt werden. Dieser Beurteilungsmaßstab bildet den Kern, des gesamten moralischen Verhaltens.

Bevor der Islam irgendwelche expliziten Befehle erteilt, strebt er es an, tief in das Herz des Menschen die Überzeugung einzupflanzen, dass sich sein Tun vor Allah abspielt, der ihn jederzeit und allerorten sieht; so dass er sich zwar vor allen Menschen verstecken kann, nicht aber vor Allah; so dass er jeden täuschen kann, niemals aber Allah; so dass er dem Griff eines anderen entfliehen kann, sich aber Allah nicht entziehen kann.

Dadurch, dass er das Erlangen von Allahs Wohlgefallen zum Zweck des menschlichen Daseins erklärt, zeigt der Islam die höchstmögliche Norm sittlichen Verhaltens auf. Dies schafft zwangsläufig eine endlose Zahl von Möglichkeiten der moralischen Entfaltung für die Menschheit.

Die Betrachtung der göttlichen Offenbarung als der Hauptquelle des Wissens gibt den moralischen Normen Beständigkeit und Stabilität, wobei zwar ein angemessener Spielraum besteht für mit der Wahrheit im Einklang stehende Bearbeitungen, Anpassungen und Neuerungen, nicht aber für Verdrehungen, willkürliche Veränderungen, aufgelösten Relativismus oder moralische Haltlosigkeit. Der Islam verschafft in der Liebe zu und in der Furcht vor Allah eine innere Bindung zu sittlichem Verhalten, was den Menschen antreibt, auch ohne jeglichen Zwang von außen Folge zu leisten. Durch den Glauben an Allah und an den Tag des Jüngsten Gerichts gewährt der Islam eine Kraft, die es einem Menschen ermöglicht, sich ernsthaft und aufrichtig, mit tiefer Frömmigkeit des Herzens und der Seele, um sittliches Verhalten zu bemühen.

O Allah, lass uns die besten Charakterseigenschaften erfreuen und leite uns zur geraden Weg recht!

Die Zusammenarbeit und ihre Regeln

Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten, Dem in Seiner ehrwürdigen Schrift sagt:

„Und sprich:“Wirket! Allah wird euer Werk schauen, und so Sein Gesandter und die Gläubigen. Und zurück sollt ihr gebracht werden zu dem Kenner des Verborgenen und des Offenbaren; dann wird Er euch verkünden, was ihr zu tun pflegtet.“.“ (Sure 9:105).

Ich bezeuge, dass es keinen Gott da außer Allah ohne Teilhaber gibt, und ich bezeuge, dass unser Prophet Muhammad Sein anbetend Diener und Gesandter ist.

Und nun zum Thema:

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Er neigt zur Gesellschaft mit anderen, um seine Interessen und seine Wünsche, dies kommt nur durch die Zusammenarbeit mit anderen zustande, wenn man als Individuum einer Gesellschaft  lebt. Die Interessen der Individuen, der Moschee, der Gemeinschaft etc. können nur in Zusammenarbeit auf der Grundlage von Frömmigkeit und demütiger Ehrfurcht gegenüber Allah durchgesetzt werden. Mit einem einzigen Pfeil betreten eventuell drei Leute das Paradies. Wenn ihn der Erste nicht herstellt und der Zweite nicht vorbereitet, hat der Dritte nichts zu schießen. Daher benötigt man Gruppenarbeit, um das Ziel zu verwirklichen. Wenn wir die Ameisen und Bienen betrachten, sehen wir, dass es dort genauso ist. Damit wir den Honig aus der Wabe ernten können, arbeiten die Bienen in einem bestimmten Ablauf. Es gibt Königinnen, Arbeiterinnen und Drohnen. Wir können diesen Honig nicht nur durch die Arbeit der Königinnen erhalten. So muss sich der Muslim in seiner Gesellschaft mit seinen Brüdern verhalten. Es darf ihn nicht kümmern, ob sie ihn an den Anfang,  oder an die Nachhut gestellt haben. Er macht seine Arbeit auf die beste Weise und ist Allah in allen Dingen gegenüber aufrichtig.

Man hat festgestellt, dass die Leute, wenn sie nicht durch das Recht vereint, durch das Falsche geteilt werden. Und wenn sie das anbetende Dienen Allahs nicht vereint, zerreißt sie die das anbetende Dienen des Teufels. Und wenn sie die Gnadenerweise des Jenseits nicht locken, ringen und streiten sie über die vergänglichen Genüsse des weltlichen Lebens. So ergeht es leider einigen unter uns heutzutage, der Eine hegt Hass gegen den Anderen. Wenn dies nicht geschieht, ist es bloß ein flüchtiges Kompliment. Der Grund dafür ist der schwache Verstand: „Du meinst, sie halten zusammen, doch ihre Herzen sind verschieden. Dies (ist so), weil sie Leute sind, die nicht begreifen.“ (Sure 59:14).

Die Verbindung, die uns zu einem einzigen Körper werden lässt, ist die Verbindung des Islam. Ohne diese sind wir wie in der Zeit der vorislamischen Ignoranz oder noch schlimmer. Der Gesandte Allahs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Kehrt nach mir nicht zum Kufr zurück, indem ihr euch gegenseitig die Köpfe abschlagt!“ Überliefert von Al-Buchari und Muslim.

Angesichts des religiösen Zusammenhalts zerfallen die Verbindungen der Abstammung, des Nationalismus, des Patriotismus, der Parteizugehörigkeit und jeder Form des Fanatismus für falsche Werte. Allah der Erhabene sagt: „Und haltet alle fest am Seil Allahs und geht nicht auseinander! Und gedenkt Allahs Gunst an euch, als ihr Feinde wart und Er dann eure Herzen zusammenführte, worauf ihr durch Seine Gunst Brüder wurdet…“ (Sure 3:103).

Wir erleben eine Epoche, in der die muslimische Gemeinschaft unterschiedlichen Bedrohungen ausgesetzt ist.

Wir leugnen nicht, dass die Gründe unserer Schwäche und heutigen Spaltung, die den Gegnern die Macht über uns verliehen haben, zahlreich sind. Dies alles hindert uns aber nicht daran, aktiv zu sein und uns auf einen Anfang zu konzentrieren. Unsere Differenzen hinsichtlich Meinungen, Rechtsschulen, König, Politik und persönliche Vorstellungen dürfen uns nicht daran hindern, die Brüderlichkeit im Glauben zu verwirklichen und auf der Grundlage von Frömmigkeit und demütiger Ehrfurcht gegenüber Allah zusammenzuarbeiten. Anstatt dessen sollten wir alle diese Differenzen als Folge dieses großen ursprünglichen Problems sehen. Das Interesse der Vereinigung ist ein holistisches Interesse. Die Forderung der Religion nach Einigkeit und ihr Verbot, uns zu spalten, sind wichtiger und werden allem vorangestellt. So verhält sich, wer die Grenzen Allahs einhält und das Ausmaß der Gefahren erkennt, die seine Umma bedrohen. Das Blut eines Muslims ist gleichwertig mit dem irgendeines anderen Muslims, selbst der geringste unter ihnen befindet sich in ihrem Schutz. Sie sind eine Hand gegen ihre Gegner. Der Gesandte Allahs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Der Gläubige ist für den Gläubigen wie ein Mauerwerk. Sie halten sich gegenseitig.“ Dann verschränkte der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) seine Finger ineinander.

Der Gesandte Allahs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Wer einem Gläubigen eine weltliche Sorge nimmt, dem nimmt Allah eine Sorge des Jüngsten Tages. Und wer einer Person in Schwierigkeiten Erleichterung verschafft, dem verschafft Allah im Diesseits und im Jenseits Erleichterung. Und wer eine Sünde eines Muslims verheimlicht, dessen Sünden verheimlicht Allah im Diesseits und im Jenseits. Und Allah hilft dem anbetend Dienenden, solange der anbetend Dienende seinem Glaubensbruder hilft.

In einem weiteren Hadith heißt es: „Jeder, der einen Muslim in Situationen im Stich lässt, in denen dessen Ehre verletzt und dessen Unverletzlichkeit missachtet wird, den wird Allah dann im Stich lassen, wenn er Seine Hilfe erhofft. Und jeder, der einen Muslim in Situationen unterstützt, in denen dessen Ehre verletzt und dessen Unverletzlichkeit missachtet wird, den unterstützt Allah dann, wenn er Seine Hilfe erhofft.“

Als einige Leute am Tag der Belagerung des Hauses von Uthman den Kalifen Uthman ibn Affan töten wollten, kam Abdullah ibn Salam. Uthman fragte ihn: „Warum bist du gekommen?“ Er entgegnete: „Ich bin gekommen, um dir zu helfen.“ Er sagte: „Geh zu den Menschen hinaus und jage sie von mir weg! Du nützt mir mehr, wenn du hinausgehst, als wenn du drinnen bleibst.“ Abdullah ging zu den Menschen hinaus und sagte unter anderem: „Allah hat wahrhaftig ein Schwert, das Er nicht gegen euch zückt. Und die Engel sind wahrhaftig neben euch in eurer Stadt, in der euer Prophet sich niederließ. So fürchtet Allah, fürchtet Allah um diesen Mann [Uthman], hütet euch, ihn zu töten! Bei Allah! Wenn ihr ihn tötet, verjagt ihr eure Nachbarn, nämlich die Engel, und zückt das vor euch geschützte Schwert Allahs heraus, das dann bis zum Tag der Auferstehung nicht mehr in seiner Scheide stecken wird.“

Als Ibn Muldscham Al-Charidschi auf Ali  eingestochen hatte, betrat dieser sein Haus und verlor das Bewusstsein. Als er wieder zu sich gekommen war, rief er Al-Hasan und Al-Husain  zu sich und sagte: „Ich rate euch, Allah den Erhabenen, zu fürchten und nach dem Jenseits und der Enthaltsamkeit im Diesseits zu streben. Trauert nichts hinterher, was euch in ihm entgangen ist, denn ihr werdet es verlassen! Tut das Gute! Rechnet mit dem Ungerechten ab und helft dem ungerecht Behandelten!“ Dann rief er seinen Sohn Muhammad und fragte ihn: „Hast du gehört, was ich deinen Brüdern geraten habe?“ Er antwortete: „Ja!“ Er sagte: „Das rate ich auch dir!“

Man erzählt, dass eine Frau, als sie in Gefangenschaft geraten und ihre Ehre beschmutzt worden war, rief: „O Mu’tasim!“ Als Mu’tasim dies erfuhr, bestieg er, ohne zu zögern, sein Pferd und das Heer folgte seinen Spuren, bis Amorion eingenommen wurde. Dann fragte Mu’tasim: „Wo ist die, die gerufen hat?“

Umar ibn Al-Chattab befürchtete, dass eine Ziege im Tal des Euphrat stolpern könnte und er am Jüngsten Tag gefragt werden könnte, warum er ihr nicht den Weg geebnet habe. Wie fürchtete er dann erst, dass ein Muslim stolpern oder zu Unrecht getötet werden würde?

Uwais ibn Amir, der Beste unter den Schülern der Prophetengefährten, bat seinen Herrn um Vergebung, weil er die Nacht gesättigt verbrachte, obwohl es auf der Erde durstige und hungrige Seelen gab.

In der Zeit, in der die Religion als fremd empfunden wird, sind manche so töricht geworden, dass sie den Feinden des Islam und den Feinden der Muslime helfen und diese sogar mit allen Mitteln unterstützen. In einer Zeit, in der die Feinde unsere Frauen zu Witwen und unsere Kinder zu Waisen machen, unsere Ehre verletzen, unsere Länder besetzen und weder unsere Verwandtschaft noch unsere Verträge beachten. Möge ein derartiger Muslim doch zum Islam zurückkehren, mit dem Gesetz seines Herrn regieren und sich um die Bedürfnisse der Muslime kümmern! Wer sich nämlich nicht für die Angelegenheiten der Muslime interessiert, gehört nicht zu ihnen. Solche Personen erinnern wir an die folgende Aussage Allahs des Erhabenen: „… Helft einander zur Güte und Gottesfurcht, aber helft einander nicht zur Sünde und feindseligem Vorgehen …“ (Sure 5:2).

Zu guter Letzt: es ist allgemein bekannt, dass die Angelegenheiten der Menschen untereinander nicht geregelt werden, sie keine Eintracht erlangen werden und ihr Feind sie nicht respektieren wird, bis es eine islamische Solidarität gibt, deren Wesen in der Zusammenarbeit auf den Grundlagen der Frömmigkeit besteht sowie in der demütigen Ehrfurcht gegenüber Allah, der Integration, der Solidarität, des Mitgefühls und der Aufrichtigkeit in der Religion der Wahrheit und in der Geduld. Dies gehört ohne Zweifel zu den wichtigsten islamischen Aufgaben und den verbindlichsten Pflichten. Möge Allah alle zur Arbeit mit Seiner Rechtleitung und zum Streben nach Gutem für Land und Leute verhelfen!

Ich bitte Allah für mich und für euch um Vergebung!

***

Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten!

Geschwister im Islam:

Dem Wort Gemeinschaft werden bestimmte Nebenbedeutungen zugeschrieben, die teils romantisch und nostalgisch, teils abfällig und reaktionär sind. Da wir jedoch die Grundlagen behandeln möchten, werden wir unsere Erörterung auf die grundlegendsten Bedeutungen des Wortes Gemeinschaft beschränken.

In einem grundlegenden Sinne bedeutet der Begriff Gemeinschaft „Alle Beziehungsarten, die durch ein hohes Maß an persönlicher Intimität, emotionaler Tiefe, moralischen Verpflichtungen, sozialem Zusammenhalt und zeitlicher Kontinuität gekennzeichnet sind…. Sie sind in… Gegenden, Religionen, Nationen, Rassen, Berufen oder (gemeinschaftlichen Angelegenheiten) zu finden.

Die islamische Gemeinschaft hat einen historischen Auftrag, der weit über bloßes Überleben, reine Macht, Fortpflanzung oder physiologisches Fortbestehen hinausgeht. Dieser Auftrag wird im ehrwürdigen Quran wie folgt beschrieben:

Und es soll aus euch eine Gemeinschaft werden, die zum Guten aufruft, das Rechte gebietet und das Verwerfliche verbietet. Jene sind es, denen es wohl ergeht. (Sure 3:104). Ihr seid die beste Gemeinschaft, die für die Menschen hervorgebracht worden ist. Ihr gebietet das Rechte und verbietet das Verwerfliche und glaubt an Allah… (Sure 3:110).

Die historische Rolle der islamischen Gemeinschaft besteht darin, die wahre Verkörperung der Tugend, des Förderlichen und Edlen zu sein. Eine wirklich islamische Gemeinschaft ist der wachsame Hüter der Tugend und der erbitterte Feind der Untugend. Was von der Gemeinschaft insgesamt verlangt wird, wird gleichermaßen von jedem einzelnen Mitglied verlangt. Dies liegt daran, dass die gesamte Gemeinschaft ein homogenes Gebilde und jedes Mitglied vor Allah verantwortlich ist. Die Rolle des einzelnen Muslims wird mit folgender Aussage des Propheten bestens beschrieben:

Wer von euch etwas Schlechtes sieht, der soll es eigenhändig ändern. Wenn er das nicht kann, dann mit seiner Zunge. Und wenn er das nicht kann, dann mit seinem Herzen. Und dies ist der schwächste Glauben.

Wie man sehen kann, ist diese Beschreibung sehr aussagekräftig und umfassend. In der heutigen Zeit revolutionärer Medien kann niemand, der bei vollem Verstand ist, die Macht des abgestimmten Handelns, die Macht der kommunizierbaren Worte oder die Macht der Gefühle unterschätzen.

Die historische Rolle der islamischen Gemeinschaft wird überdies in folgendem Quran-Vers erklärt:

Und so haben Wir euch zu einer Gemeinschaft der Mitte gemacht, damit ihr Zeugen über die (anderen) Menschen seiet und damit der Gesandte über euch Zeuge sei… (Sure 2:143).

O Allah, lass uns die Sicherheit in unseren Ländern erfreun!