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Freitagspredigt

Der Islam ist eine Religion der Erleichterung

Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten, Dem in Seiner ehrwürdigen Schrift sagt:

„Allah will es euch leicht, Er will es euch nicht schwer machen .“ (Sure 2:185).

Ich bezeuge, dass es keinen Gott da außer Allah ohne Teilhaber gibt, und ich bezeuge, dass unser Prophet Muhammad Sein anbetend Diener und Gesandter ist, der sagte: „Ich bin mit der Erleichterung herabgesandt worden.“

Und nun zum Thema:

Der Islam ist die Religion der Mitte, in der weder eine zu lockere und zu nachlässige Haltung noch eine zu strenge und zu übertriebene Einstellung toleriert werden. Besonders deutlich wird diese Tatsache bei der Betrachtung der Riten und der Allahesdienste im Islam.

Allah befiehlt gemäßigtens Verhalten, indem Er dem Gesandten (Allahs Segen und Friede auf ihm), den Prophetengefährten und den Gläubigen befahl, den Weg der Mitte einzuschlagen. Um gemäßigt zu sein, muss man die zwei folgenden Merkmale beachten:

Allah, der Erhabene sagte: So verhalte dich recht, wie dir befohlen wurde, (du) und diejenigen, die mit dir bereuen, und lehnt euch nicht auf. Gewiss, was ihr tut, sieht Er wohl.

Das heißt: Halte am geradlinigen Weg der Wahrheit fest und bemühe dich hierbei, ohne zu übertreiben! Überschreite nicht die Grenzen Allahs durch eine überzogene Art oder durch Auferlegen von Unzumutbarem!

Als eines Tages der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) gerade dabei war, seinen Gefährten eine Handlung der Pilgerfahrt zu lehren, begann er, sie vor Übertreibungen zu warnen. Er teilte ihnen mit, dass Übertreibung die Ursache gewesen ist, weshalb die vor uns lebenden Völker zugrunde gingen. Der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sprach: „Hütet euch vor der Übertreibung in der Religion! Denn diejenigen, die vor euch waren, sind wegen der Übertreibung in der Religion zugrunde gegangen.“

Der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte ebenfalls: „Jeder von euch soll nur so viel an Taten vollbringen, wie er bewältigen kann.“

Der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) veranschaulichte die wahre Botschaft, mit der er entsandt worden ist. Er erklärte, dass die Botschaft nicht gekommen ist, um den Menschen etwas aufzubürden, was über ihren Kräften und Möglichkeiten liegt. Was der Islam brachte, war Wissen, Weisheit und Erleichterung. Der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sprach: „Allah hat mich nicht als jemanden entsandt, der Erschwernisse bringt oder als Hartnäckiger (der die Menschen zu Fall bringt), sondern Er entsandte mich als Lehrer, der Erleichterungen verschafft.“

Der Islam ist – oft entgegen abweichender Vorstellungen von Muslimen, eine Religion der Erleichterung und geht folglich mit der Natur des Menschen einher. Wie könnte es auch anders sein, schließlich kennt der Schöpfer des Menschen Seine Schöpfung und weiß dementsprechend auch, was der Mensch zu verstehen und leisten vermag, wie auch, dass der Mensch auch immer Fehler und Sünden begehen wird, folglich der Vergebung bedarf:

Allah will eure Bürde erleichtern; denn der Mensch ist schwach erschaffen.4:28

Jetzt (aber) hat Allah es euch leicht gemacht. Er weiß ja, dass in euch Schwaches (angelegt) ist.8:66

  So ist der Islam als offenbarte Religion Allahes auch – wenn richtig gelebt – Quelle der Glückseligkeit:

Wir haben den Qur’an nicht auf dich (als Offenbarung) hinabgesandt, damit du unglücklich bist.20:2-3

Gerade in den Suren und Passagen des Qurans, in welchen Regelungen behandelt werden, betont Allah immer wieder, dass das Geforderte Erleichterung und nicht das Gegenteil bewirken möge:

Er hat euch erwählt und euch in der Religion keine Bedrängnis auferlegt…22:78

Allah will für euch Erleichterung; Er will für euch nicht Erschwernis.2:185

  Dieser Vers schließt eine Thematisierung des Fastenmonats ab – wie kann hier jemand noch behaupten, dass das Fasten überfordern und nicht nur herausfordern soll?!

Allah will euch keine Bedrängnis auferlegen, sondern Er will euch reinigen und Seine Gunst an euch vollenden, auf das ihr dankbar sein möget.5:6

Dies ist der Schlussteil im Vers, welcher die Gebetswaschung behandelt – und gerade hier wählen Geschwister des Öfteren im Rahmen der verschiedenen möglichen Auffassungen zu einzelnen Fragen der Gebetswaschung die erschwerendere Ansicht…. Unter Anderem die folgende Sure ist Basis für das von den Gelehrten extrahierte Rechtsprinzip, dass immer, wenn eine Angelegenheit überfordert, dies auch eine Erleichterungsmöglichkeit nach sich zieht:

Im Koran steht: „Haben Wir dir nicht deine Brust aufgetan / und dir deine Last abgenommen die deinen Rücken niederdrückte, / und dir dein Ansehen erhöht? Also gewiss, mit der Erschwernis ist Erleichterung, / gewiss, mit der Erschwernis ist Erleichterung./ Wenn du nun fertig bist, dann strenge dich an, / und nach deinem Herrn richte dein Begehren aus.“

Auch die prophetischen Worte und Taten führen – wie in jeder Angelegenheit – den Geist des Quran in dieser Frage fort:

Aisha sagte: „Wann immer der Prophet (saw) die Wahl zwischen zwei Dingen hatte, wählte er das leichtere, es sei denn dies wäre eine sündhafte Handlung.” (Bukhari)

Der Prophet (saw) hat gesagt: „Religion ist leicht; und niemand macht die Religion schwerer, ohne, dass sie ihn übermannt. Leitet daher zum Rechten und seid maßvoll und freut euch und bittet um (Allahs) Hilfe frühmorgens, abends und in einem Teil der Nacht.“

Ibn Taymiyyah klärte auf, dass im Rahmen des Erlaubten das Nützliche der Mühsal vorzuziehen ist, denn „Allahs Zufriedenheit besteht weder in der Qual der Seelen noch darin, diesen Mühsal aufzuerlegen, so dass man also nicht sagen kann, dass je mühseliger eine Tat ist, desto besser diese sei. Es ist vielmehr die Auffassung der Unwissenden, dass der Lohn in allen Dingen mit der Höhe der Mühe steige. In Wirklichkeit ist der Lohn abhängig vom Grad des Nutzens und der Vorteilhaftigkeit der Tat.“

Der Islam als eine Religion, mit der Allah die Botschaften ab schließ und die Allah zu einer Religion für alle Menschen bestimmt hat; diese Religion berücksichtigt die Lebensumstände der Menschen, ihre Kulturen und ihre Traditionen. So gehören Mäßigung und Ausgewogenheit zu den Merkmalen des Islams, damit seine Botschaft die ganze Erde umfassen und mit der Zeit und der Entwicklung Schritt halten kann. So werden sowohl die spirituellen als auch die körperlichen Bedürfnisse des Menschen berücksichtigt. Der Islam verlangt nicht, dass der Muslim faul wird, seinen Tag fastet und seine Nacht im Gebet verbringt, nicht arbeitet und sich von anderen versorgen lässt; denn dies gehört nicht zur Religion! Im Gegenteil, der Islam verlangt von dem Muslim, im Leben und fürs Leben zu arbeiten und deren Fortschritt positiv zu fördern.

Es stimmt zwar, dass Allah von den Menschen verlangt, Ihn anzubeten und sich Ihm nahe zu bringen; dennoch wird jede Übertreibung abgelehnt und von dem Islam verpönt! Auf dieser Basis ist der Islam ein Weg der Mitte und der Erleichterung. Dies ist sehr deutlich im Koran:

„Er hat euch in der Religion keine Bedrängnis auferlegt“ (22:78)

„Allah will für euch Erleichterung; Er will für euch nicht Erschwernis“ (02:185)

„Allah will es euch leicht machen, denn der Mensch ist (ja) schwach erschaffen.“ (04:28)

Der Islam verlangt von seinen Anhängern, sich keine Härte aufzuerlegen! Der Prophet (s) sagt: „Erlegt euch selbst keine Härte auf, damit euch keine Härte auferlegt wird!“

Als der Prophet seine zwei Gefährten Abu Moussa und Muaath in den Jemen entsandt, empfahl er ihnen, die Menschen mit Erleichterung und froher Botschaft zu begegnen, nicht mit Erschwernis und böser Botschaft!

Wenn wir sagen, der Islam sei ein Weg der Mitte, so gehört zu dieser „Mitte“ Güte, Gerechtigkeit, Schönheit und Erhabenheit. Allah sagt in der Sure Noun (68): „Der Mittlere von ihnen sagte: „Habe ich nicht zu euch gesagt: Würdet ihr doch Allah preisen!““ Mit „der Mittlere“ ist gemeint, dass er von den dreien am gerechtesten, gütigsten und verständigsten war!

Liebe Brüder und Schwestern,

während wir bei den von Menschen gemachten Systemen Übertreibung in die eine oder andere Richtung finden, lässt Allah alles nach Maß und in einer gerechten und ausgewogenen Art und Weise sich entfalten und mit allem Anderen harmonieren! Denn Er ist Allah:

„und Er hat alles erschaffen und ihm dabei sein rechtes Maß gegeben.“ (25:02)

„Allah umfasst ja alles mit Seinem Wissen.“ (65:12)

„und Er hat die Zahl von allem erfasst.“ (72:28)

Wir schauen das Universum um uns an, Nacht und Tag, Dunkelheit und Licht, Hitze und Kälte, Wasser und Festland; alles nach Maß, keine Überschreitung!

„Du kannst in der Schöpfung des Allerbarmers keine Ungesetzmäßigkeit sehen.“ (67:03)

„Gewiss, Wir haben alles in (bestimmtem) Maß erschaffen.“ (54:49)

Weg der Mitte bedeutet auch Geradlinigkeit und Rechtschaffenheit, beinhaltet aber auch Sicherheit, denn oft sind die „Enden“ Gefährdung und Verderben ausgesetzt!

Dass der Islam „Weg der Mitte“ ist, sehen wir in all seinen Bereichen, theoretisch und praktisch, pädagogisch und gesetzgeberisch!

So ist der Islam „Mitte“ zwischen „Aberglaube“, in dem alles geglaubt wird und Materialismus, in dem nichts geglaubt wird!

So ist der Islam „Mitte“ bezüglich der Anbetung, negiert nicht die göttliche Seite wie im Buddhismus z.B., verlangt aber auch nicht von seinen Anhängern, sich ausschließlich der Anbetung zu widmen, wie dies in manchen Religionen der Fall ist!

So ist der Islam „Mitte“ bezüglich der Moral und der Sittsamkeit, erwartet nicht von den Menschen, dass sie „Engel“ werden, will aber auch nicht, dass sie sich wie Tiere von ihren Trieben leiten lassen! Es haben sowohl die spirituellen als auch die körperlichen Bedürfnisse ihre Berechtigung und ihren Platz!

So ist der Islam „Mitte“ in der Gesetzgebung bezüglich Individuum und Kollektiv; die Freiheit des Individuums aber auch die Interessen der Gemeinschaft werden berücksichtigt, Rechte und Pflichten!

Nach all dem, kann man sagen, dass der Islam jegliche Übertreibung ablehnt, ja sogar die Übertreiber zur Rechenschaft zieht; denn Übertreibungen führen die Menschen in die Irre und halten sie vom Wege Allahs fern! Der Koran lehrt uns darum zu bitten, nicht eine Versuchung für andere zu sein.

Liebe Brüder und Schwestern,

Der Prophet (s) pflegte die christlichen Delegationen und andere in seiner Moschee zu empfangen; er ließ die Abessinier in einem Teil seiner Moschee an ihrem Festtag spielen und erlaubte seiner Frau Aischa dabei zuzuschauen. Er sagte in dem Zusammenhang: damit die Menschen nicht sagen, in unserer Religion sei Unklarheit!

Dem Beispiel des Propheten (s) folgend sollten wir uns anderen gegenüber öffnen, denn wir haben eine Botschaft, die sich an alle Menschen richtet und die sich durch Barmherzigkeit, Erleichterung und Milde auszeichnet.

Ich bitte Allah für mich und für euch um Vergebung!

***

Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten!

Die Religion, die Allah für die Menschen auserwählt hat, ist der Islam, da dieser am ehsten ihren Temperament entspricht. Allah machte Seine Religion für die Menschen sehr leicht. Sie entfernt alle Einschränkungen und Bürden, weil das für den Menschen mühsam ist. Sie lehrt die Menschen, immer Allahes Wohlgefallen zu suchen, sich Ihm anzuvertrauen und das von Ihm vorherbestimmte Schicksal zu akzeptieren, denn Er ist unendlich barmherzig, gütig und vergebend; Er erschafft alles für die Gerechten mit einem Zweck; Er ist Allmächtig.

Der Glauben an Allah, Dem Eigentümer aller Geschöpfe und Urheber aller stattfindenden Geschehnisse, die stattfinden, bedeutet den Ängsten, Sorgen und Mühsalen des menschlichen Lebens ein Ende zu bereiten. Für jemanden, der nach Seiner Religion lebt ist die Erleichterung und Schönheit, die sie ihm verschafft das Wichtigste. Darüber hinaus hat Allah alle Seine Gebote und Anordnungen dem Naturell der Menschen angemessen und keine Härte wird aus ihnen resultieren.

Allah erklärt im Quran, dass die Religion leicht ist und dass Er die Dinge für jene, die ihrer Religion folgen, leichter machen will:

Und Wir werden dich auf den leichtesten Weg bringen.

… Er hat euch erwählt und hat euch in der Religion nichts Schweres auferlegt, der Religion eueres Vaters Abraham. …

Im Licht der Verse lädt uns unser Prophet in Anlehnung an unsere Religion ein, folgendes zu erklären: „Religion ist Erleichterung“

Die Praktiken und Überzeugungen, die von den Menschen als Mühsal betrachtet werden, sind durch Polytheisten, Atheisten oder von jenen Personen, die andere von der Religion entfernen weitergegeben, in die Religionen übernommen und als wären sie ein Teil der wirklichen Religion. Andere wieder haben die Religion betreffend, eine prahlerische Haltung eingenommen. Sie sind der Meinung, dass es allgemein mehr akzeptiert wird, wenn sie schwierigere Dinge ausführen und sich selbst frömmer zeigen. Unser Prophet (s.a.w.s.) befahl den Muslimen um ihm herum, die Religion „leichter“ zu machen. Demnach sollen rechte Muslime seinen Geboten folgen und nicht unter den Folgen, die Dinge zu verkomplizieren, leiden.

Konzept des Sicherheitsabkommens in der modernen Zeit

Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten, Dem in Seiner ehrwürdigen Schrift sagt:

{وَأَوْفُوا بِالْعَهْدِ إِنَّ الْعَهْدَ كَانَ مَسْؤُولاً}

„Und haltet die Verpflichtung, denn über die Verpflichtung muß Rechenschaft abgelegt werden.“ (Sure 17:34).

Ich bezeuge, dass es keinen Gott da außer Allah ohne Teilhaber gibt, und ich bezeuge, dass unser Prophet Muhammad Sein anbetend Diener und Gesandter ist, der sagte: „Die bestens anbetend Dienenden Allahs sind diejenigen, die ihr Abkommen halten.“

Und nun zum Thema:

Der Islam ist eine Religion der Sicherheit, des Friedens, der Pietät und Wohltätigkeit, zweifelsohne ist das Halten des Abkommens ein großartiger menschlicher Wert, mit dem das Vertrauen und die Sicherheit unter den Menschen verwirklicht werden.

Die Sicherheit gehört zu den wichtigsten Gnaden, vielmehr ist die wichtigste Gnade darunter. Unser Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) sagte: „Wer von euch in seiner Familie und Gruppe sicher, in seinem Körper gesund ist, und die Nahrung für seinen Tag besitzt, der ist, als ob er die ganze Welt in Besitz hätte.“

Die Sicherheit gehört indes zu den großartigsten Gnaden, die Allah Der Majestäte Seinen anbetend Dienern leiht. Der Gepriesene sagt: „Für die Vereinigung der Quraisch, ihre Vereinigung während der Reise des Winters und des Sommers. So sollen sie dem Herrn dieses Hauses dienen, Der ihnen Speise nach ihrem Hunger gegeben und ihnen Sicherheit nach ihrer Furcht gewährt hat.“ (Sure 106:1-4)

Der Quran verbindet die Sicherheit mit dem Glauben sowie mit dem Bewahren dieser Gnade und dem, dass man es weder verleugnet noch bestreiten, indem Der Gepriesene sagt: „Diejenigen, die glauben und ihren Glauben nicht mit Ungerechtigkeit verdecken, die haben (das Recht auf) Sicherheit, und sie sind rechtgeleitet.“ (Sure 6:82)

 „Allah prägt das Gleichnis einer Stadt, die Sicherheit und Ruhe genoß; ihre Versorgung kam zu ihr reichlich von überall her. Da wurde sie gegenüber den Gnaden Allahs undankbar. So ließ sie Allah das Kleid des Hungers und der Angst erleiden für das, was sie machten.“ (Sure 16:112)

Wir haben in der Gegenwart um uns eine Lehre, und zwar, wenn wir den Zustand solcher Staaten betrachten, die sich in die Klauen des Chaos, Zerfalles und der Zerstörung eintauchten, sei es in Form von einem Flüchtlingen, der unzählbaren Gefahren ausgesetzt ist, oder Vertriebenen, Inhaftierter, Blockierter, Märtyrer, Toten, Verletzter, Invaliden, Krüppel oder Behinderten, wo wir die verbrecherischen Terroristen diesen Zustand des Chaos und Zerfalles ausnützen gesehen haben, die menschlischen Grenze beim Vernichten bzw. Angriff an den Menschen zu überschreiten, sei es Verbrennen, Schleifen zum Tode, Gefangennehmen,  Vergewaltigung, und Beerdigung der Menschen lebend,  was uns stark dazu führt, die Gnade Allahs Des Majestäten bzw. die Sicherheit und Stabilität zu bewahren.

Um diese Gnade zu bewahren sind zwei Angelegenheiten zu beachten, nämlich: Erstens, dass wir Allah Dem Majestäten gegenüber dankbar sind, wobei Der Gepriesene sagt: „Und als euer Herr ankündigte: „Wenn ihr dankbar seid, werde Ich euch ganz gewiss noch mehr (Gunst) erweisen.“ (Sure 14:7)

Die Dankbarkeit betrifft nicht nur das Vermögen, sondern auch alle andere Gnaden.

Zweitens: Das Sich-Vereinigen und Begreifen dessen, wie groß bzw. schwer die Herausförderungen, die uns betreffen, sind. Wir sollen auch diejenigen schwer bestrafen, die zum Ermord, Vergießen des Blutes, Chaos und dem Zerfalles aufrufen, dienigen, die zum Angriff an die Polizisten und den öffentlichen Unternehmen aufrufen, darüberhinaus sollen wir auch bestätigen, dass jene Verbrecher dem Verdacht des größten Verrats ausgesetzt werden sollen, denn solche Verräter sind der heimlichen Sicherheit und Stabilität gegnüber am Gefährlichsten, weil sie sich unser Kleid anziehen, unser Essen essen, und trotzdem uns vom hinten niederstechen, vielmehr sind sie die Augen unserer Feinde.

Man soll indes die ausländischen Finanzierung und die Zeichen des plötzlichen unerhörten Reichtums bei denjenigen, betrachten, die ihre Religion, Heimat, Familien und noch ihre Menschlichkeit für einen Spottpreis verkaufen, während sie glauben, dass sie die Gesellschaft betrügen können.

Im Quran steht: „Gewiss, die Heuchler möchten Allah betrügen, doch ist Er es, der sie betrügt.“ (Sure 4:142)

Wenn einige von ihnen in der Läge gewesen wären, einige Mensche für eine Weile zu betrügen, ist es bestimmt unmöglich, alle Menschen für immer zu betrügen.

Der Gepriesene sagt: „Und stellt sie auf, denn sie werden befragt werden.“ (Sure 37:24)

„Und meine ja nicht, Allah sei unachtsam dessen, was die Ungerechten tun. Er stellt sie nur zurück bis zu einem Tag, an dem die Blicke starr werden, (sie kommen) hastend, die Köpfe hochhebend; ihr Blick kehrt nicht zu ihnen zurück, und ihre Herzen sind leer.“ (Sure 14:42-43)

„Heute wird jeder Seele das vergolten, was sie erworben hat. Heute gibt es kein Unrecht. Gewiss, Allah ist schnell im Abrechnen.“ (Sure 40:17)

Doch wie geht der Islam mit Andersgläubigen um? Gewährleistet der Islam den Anhängern anderer Weltanschauungen, ihre Identität zu wahren? Die 14 Jahrhunderte andauernde Geschichte des Islamischen Staates hat bewiesen, dass der Islam Andersgläubige weder unterdrückt noch von ihnen verlangt, ihre Identität aufzugeben. Beispielsweise wurde niemand dazu gezwungen, sich etwa zur Shariah zu bekennen – im Gegensatz zur Bundesrepublik Deutschland, die fortlaufend von den Muslimen fordert, sich zum Grundgesetz zu bekennen. Dabei geht es wohlgemerkt nicht darum, sich an das Grundgesetz zu halten. Denn es ist dem deutschen Staat durchaus bekannt, dass sich gläubige Muslime an das Gesetz halten. Es geht vielmehr darum, dass die Muslime von ihrer Überzeugung ablassen sollen, dass Allah  Der Erhabene der einzig rechtmäßige Gesetzgeber ist. Somit geht es bei einem Bekenntnis stets um eine Glaubensangelegenheit. Der Islam bietet Angehörigen anderer Religionen Freiraum zur Erfüllung ihrer religiösen Pflichten, behandelt sie auf gütige und gerechte Weise, und niemand muss mit der Angst leben, er könnte seine Identität verlieren. Nun mag man sich die Frage stellen, wieso der Islam einerseits anderen Religionen Freiraum gewährt und gleichzeitig seine Verbreitung auf dem gesamten Globus anstrebt. Wieso ermöglicht das Kalifat ein Zusammenleben verschiedener Religionen, wo es doch seine Herrschaft und seine Ideologie über die gesamte Welt erstrecken mochte. Diese Frage wollen wir in diesem Artikel beantworten, um auch anhand dieses Aspektes die Wichtigkeit für das Vorhandensein eines Islamischen Staates – nicht nur für die Muslime sondern auch für die gesamte Menschheit – aufzuzeigen.

Allah  Der Erhabene hat den Qur’an hinab gesandt um alle Fragen und Probleme des menschlichen Lebens zu lösen. So hat Er  Der Erhabene auch die Fragen bezüglich der Koexistenz der Religionen beantwortet, indem Er  Der Erhabene Nichtmuslimen im Kalifat den Status von Dhimmis (Schutzbefohlenen) verliehen hat. Aufgrund der Rechenschaftspflicht gegenüber Allah  Der Erhabene am Tage des Gerichts, wird sich ein jeder Muslim strengstens davor hüten, die Rechte von Dhimmis zu beschneiden – wie er sich ebenso davor hütet, irgendein anderes göttliches Gesetz zu verletzen. Nur weil es sich bei Dhimmis um Nichtmuslime handelt, bedeutet das nicht, dass der Muslim die Gesetze Allahs weniger achtet. Wie wichtig es ist, die Rechte eines Dhimmis zu achten, verdeutlicht uns der Gesandte (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!): „Wer einem Schutzbefohlenen Leid zufügt, so bin ich sein Gegner. Und wessen Gegner ich bin, dessen Gegner werde ich am Tage der Auferstehung sein.“ (Kanz al-Ummal).

Zudem hat Allah  Der Erhabene deutlich gemacht, dass einem jeden Nichtmuslim der Schutz seiner Identität gewährt werden muss: ,,Es gibt keinen Zwang im Glauben.“ (2:256). Somit ist jeder Nichtmuslim davor sicher sich seiner Religion zwangsweise zu entledigen und kann sich frei entscheiden zu welcher Religion er sich bekennt. Außerdem werden sie dadurch weder in ihrer Religionsausübung gehindert, noch gestört. Auch stehen ihre Kirchen, Synagogen und Tempel im Schutze des Islamischen Staates, wodurch sie auch in der Gemeinschaft ihre Religion ausüben können. Zudem müssen sie nicht befürchten, aufgrund ihrer Religionsausübung ausspioniert zu werden, da Spionage im Islam verboten ist. Durch das dhimmi-Gesetz haben Nichtmuslime im Grunde die gleichen Rechte, wie auch die Muslime erhalten. So können sich auch Nichtmuslime an der Politik beteiligen und das tägliche Leben mitgestalten, sich an die gleichen Universitäten, wie die Muslime Wissen aneignen und Besitz durch Handel mit Muslimen oder Nichtmuslimen erwerben. Zudem sind die Schutzbefohlenen vom Militärdienst befreit und müssen sich nicht am Krieg gegen andere Staaten beteiligen. Jedoch ist es ihnen gestattet mitzuwirken, wenn es ihrem Willen entspricht, werden aber nicht dazu gezwungen. Auch wenn die Nichtmuslime sich nicht am Krieg beteiligen, so ist ihnen dennoch aufgrund ihres dhimmi-Status, der Schutz der Muslime vor feindlichen Übergriffen sicher und müssen nicht in ständiger Angst leben. Mit den Nichtmuslimen wird nicht wie im Westen umgegangen, indem man sie in Ghettos abschiebt und sie von den Muslimen absondert. Sie dürfen in Stadtbezirke ziehen, in denen sie unter Ihresgleichen sind, können aber auch Tür an Tür mit Muslimen leben und müssen nicht mit Belästigungen durch einen muslimischen Nachbar rechnen. So sagt der Prophet s.a.w.s.: „Dschibril legte mir immer wieder den Nachbarn ans Herz, bis ich dachte, er würde ihm einen Anteil am Erbe zuschreiben. “

Ein Nichtmuslim muss im Grunde nur eine Steuer an den Staat abgeben: die Dschizya (Schutzsteuer). Während Muslime die teurere Zakat entrichten müssen, werden die Nichtmuslime durch die Dshizya entlastet, wobei nur die Reichen unter ihnen gezwungen sind, diese abzugeben. Nichtmuslime, die nicht im Stande sind die Dschizya zu bezahlen, werden davon befreit. Außerdem werden immer wieder Überschüsse, die der Staat angesammelt hat und nicht benötigt werden, an die Bürger verteilt. Dabei wird kein Unterschied zwischen einem Muslim und einem Nichtmuslim gemacht.

Man erkennt nun, dass der Islam all die Probleme, die einem Zusammenleben der Religionen im Weg stehen könnten, beseitigt und keine diesbezügliche Frage offen gelassen hat. Es ist ganz klar deutlich geworden, dass allein der Islam es vermag ein zufriedenes Miteinander zu schaffen. So sind wir alle bemüht, uns um die Wiedererrichtung eines zutiefst gerechten Islamischen Staats mit all unserer Kraft einzusetzen. Möge Allah  uns die Ehre geben, zu denen, die dies vollbringen, zu gehören.

Ich bitte Allah für mich und für euch um Vergebung!

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Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten!

Der Islam ist eine Religion der Verbundenheit und Harmonie, der Brüderlichkeit und Solidarität. Er ist eine Religion, die seine Anhänger zur Liebe aufruft und die Gemeinschaft dazu beschwört, das Band der Beziehung sowohl unter ihren Kleinen als auch ihren Großen zu stärken. Er hat die Beziehungen zwischen den Geschöpfen auf gegenseitiger Barmherzigkeit und Mitgefühl aufgebaut. Der Makellose sagt: „O ihr Menschen! Wir haben euch wahrhaftig von Mann und Frau erschaffen, und Wir haben euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr euch einander kennen lernet! …“ (Sure 49:13). Die Person, zu deren gütiger Behandlung sowie zu deren gutem Umgang und äußerstem Wohlwollen der Islam am meisten aufruft und vor dessen Störung und Kränkung er am stärksten warnt, ist der Nachbar. Auf Grund ihres authentischen Ursprungs und ihrer guten Erfahrung hatten sich die Araber im Islam und in der Zeit der Ignoranz und Unwissenheit dieser Sache verschrieben. Sie rühmten sich sogar mit der guten Nachbarschaft und werteten das Haus dem guten Benehmen des Nachbarn entsprechend. Sie widmeten sich der Auswahl des Nachbarn vor dem Kauf des Hauses. Der Islam kam, um diesem Nachbarn sein enormes Recht zu sichern. Der Makellose gibt in Seinem ehrwürdigen Offenbarungsbuch folgenden Rat: „Und dient anbetend Allah und gesellt Ihm nichts bei! Und den Eltern liebevolle Güte und den Verwandten und den Waisen und den Bedürftigen und dem nahen Nachbarn und dem fernen Nachbarn und dem Gefährten an der Seite …“ (Sure 4:36). Der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!)teilte uns mit: „Der beste Gefährte bei Allah ist der beste zu seinem Gefährten. Und der beste Nachbar bei Allah ist ihr bester zu seinem Nachbarn.“ Der weise Gesetzgeber hat die Belästigung des Nachbarn zu einem Grund für das Betreten des Höllenfeuers gemacht, selbst wenn die Person gehorsame Taten und ihre Anbetungshandlungen verrichtet hat. In einem Hadîth von Abû Huraira möge Allah mit ihm zufrieden sein ist überliefert, dass ein Mann sagte: „O Gesandter Allahs, die und die Frau wird wegen ihrer vielen rituellen Gebete, ihres zahlreichen Fastens und ihrer häufigen Almosen erwähnt. Allerdings belästigt sie ihre Nachbarn mit ihrer Zunge.“ Er (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!)sagte: „Sie ist im Höllenfeuer.“ (Ahmad / von Al-Albanî als authentisch eingestuft). Der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!)verneinte den Glauben desjenigen, vor dessen Übel seine Nachbarn nicht sicher sind, und sagte: „Bei Allah, er ist nicht gläubig, bei Allah, er ist nicht gläubig, bei Allah, er ist nicht gläubig!“ Man fragte: „Wer, o Gesandter Allahs?“ Er (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!)entgegnete: „Der, dessen Nachbarn nicht vor seinem Unheil sicher sind.“ (Al-Bucharî).Der Muslim ist der, vor dessen Zunge und Hand die Muslime sicher sind. All dies gilt als Erinnerung an die Bedeutung des Nachbarn, an dessen erhabene Position und Stellung. Was machst du Armer, wenn du vor dem Herrn der Welten stehst und dein Nachbar sich über dich beschwert und sagt: „O Herr, mein Nachbar hat mir das mir zustehende Recht der Nachbarschaft nicht gewährt und sich mir gegenüber nicht ordentlich verhalten! Er hat mich mit seinem Auge belästigt, indem er die weiblichen, zur Heirat verwehrten Mitglieder meiner Familie anblickte. Er hat mich mit seinem Gehör belästigt, indem er sich meiner Geheimnisse annahm. Und er hat mich mit seiner Zunge belästigt, indem er sich über meine Fehler lustig machte!“?Zu den Rechten des Nachbarn gegenüber seinem Nachbarn gehört weiterhin, dass er dessen Situation einschätzt, sich einen Überblick über dessen Situation und sein Leben verschafft und ihn somit vor der Erniedrigung bewahrt zu betteln, wenn er arm oder bedürftig sein sollte. Der Gesandte Allahs (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!)sagte: „Wer die Nacht satt verbringt und sein Nachbar zu seiner Seite ist hungrig und er weiß über ihn Bescheid, hat nicht an mich geglaubt.“ (At-Tabaranî / von Al-Albanî als authentisch eingestuft). Dieses Recht verstärkt sich, wenn der gesegnete Monat Ramadan anbricht und seine süßen Tage und Nächte sich in unserem Tal niederlassen.Wenn sich jeder um seinen Nachbarn kümmern und seine Situation kennen würde, würde sich zwischen den Mitgliedern der Gemeinschaft ein Klima der Brüderlichkeit ausbreiten und die Wolken der Liebe würden sich über die Herzen der Kleinen und Großen legen. Sie würden das beste Leben führen,  Unglück und Härte des Lebens würden verschwinden. Möge Allah der Majestätische uns dazu verhelfen, die Rechte des Nachbarn zu erfüllen! Möge Er uns Seinen ausgewählten und reinen anbetend Dienenden helfen lassen! Aller Lobpreis gebührt Allah dem Herrn der Welten!

Freitagspredigt am 10. 05 (Monat Ğumāda al-᾿ūlā) 1437 (islamischer Kalender) 19.02.2016
Das Recht der Kinder auf gute Erziehung und gutes Leben

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Einteilung der Predigt

  • Kinder sind eine Gnade Gottes.
  • Der Islam sorgte für Kinder.
  • Grundlagen der guten Erziehung der Kinder,
  • Die Notwendigkeit, ein angenehmes Leben für Kinder zu verschaffen.
  • Die Wichtigkeit der Hoffnung in unserem Leben. 

Inhalt der Predigt

Zu den größten Gnaden Gottes, die Er den Menschen bescherte, gehört die Gnade des Glaubens und die Kinder. Gott verschenkt von seinem Dienern die Gnade der Kinder, wem Er will. Sie machen das Leben lebendig und beleuchten die Häuser und machen eine schöne soziale Atmosphäre zu Hause. Der Koran weist darauf hin:

„Gott gehört die Herrschaft über die Himmel und die Erde. Er erschafft, was Er will. Er schenkt, wem Er will, Töchter und wem Er will, Söhne, oder Er schenkt dem einen beides, Töchter und Söhne und lässt unfruchtbar sein, wen Er will. Gottes Wissen und Allmacht sind unermesslich.“ (42:49-50)

Gott, der Erhabene, bezeichnet die Kinder als Schmuck und Zierde des Lebens:

„Das Vermögen und die Söhne sind Schmuck und Zierde des irdischen Lebens. Doch die unvergänglichen guten Werke sind die besten bei deinem Herrn, werden sie doch hoch von ihm vergolten und stellen die wahre Hoffnung dar.“ (18:46)

Diese Gnade der Kinder sollte man beschützen und Gott dafür danken und bitten, dass Er sie beschützt, genauso wie der Prophet Abraham, Friede sei mit ihm, Gott darum bat:

„Gott sei gelobt, Der mir im Alter Ismael und Isaak geschenkt hat. Mein Herr erhört die Bittgebete. Unser Herr! Mache, dass ich das Gebet ordnungsgemäß verrichte und desgleichen die Rechtschaffenen von meinen Nachkommen!. Unser Herr! Erhöre unsere Bitte!“ (14:39-40)

Der Islam sorgte für die Kinder in einer genauen Art und Weise, damit sowohl Eltern als auch Kinder ein glückliches Leben führen. So ordnet und regelt der Islam die Kriterien, nach denen man seine Ehepartner auswählen sollte. Dies zeigt der Prophet Muhammad in einem Ḥadīṯ in Bezug auf die Wahl einer Ehefrau: „… suche diejenige, die religiös ist“ (bei Imam Muslim überliefert). Der Islam sorgt auch für das Kind seit der ersten Phase seiner Kindheit und regelt rechtliche Bestimmungen für den Schutz des Kindes und seine Mutter. So ist einer schwangeren Frau erlaubt, nicht zu fasten, wenn das Fasten für sie und ihre Schwangerschaft ungesund ist.

Nach islamischen Lehren hat das Kind das Recht, dass seine Eltern ihm ein guten Vornamen aussuchen. Der Islam bevorzugt sogar bestimmte Namen und verbietet andere, die ihm zukünftig stören und seine Gefühle verletzten könnten.

Einmal kam ein Mann zum Prophetengefährten Umar ibn Al-Ḫaṭṭāb und beschwerte sich über das schlechte Benehmen seines Sohnes. So ließ Umar den Sohn kommen und sprach mit ihm über diesen Ungehorsam gegenüber seinen Vater  und wie er das Recht seines Vaters vernachlässigt. Der Junge fragte dann Umar, ob ein Kind nicht auch Rechte gegenüber seinem Vater hatte?  Umar antwortet: „Bestimmt, er soll die richtige Mutter wählen, ihm einen schönen Namen geben und ihm das Buch Gottes, den Koran lehren. Der Junge entgegnete: „Mein Vater hat keines dieser Rechte erfüllt. Meine Mutter ist eine Feueranbeterin, er gab mir den Namen Ju῾lan (d.h. auf Arabisch: Mistkäfer) und er lehrte mich nicht einmal einen einzigen Buchstaben vom Koran.“ Umar drehte sich zum Vater und sagte: „Du bist zu mir gekommen, um dich über den Ungehorsam deines Sohnes dir gegenüber zu beschweren. Du hast die Rechte gegenüber ihm nicht erfüllt, bevor er die Rechte dir gegenüber nicht eingehalten hat. Du hast dich ihm gegenüber falsch verhalten, bevor er sich dir gegenüber falsch verhalten hat.“

Sufyān aṯ-Ṯaurī meint in diesem Zusammenhang, dass zu den Rechten des Kindes gegenüber seinem Vater gehört, dass er ihm einen guten Namen gibt, ihn gut erzieht und ihm beim Heiraten hilft.

Der Islam macht auch das Stillen zu einem anerkannten Recht des Kindes, das die Mutter einhalten sollte, solange kein medizinischer Grund daran hindert:

„Die Mütter haben ihre neugeborenen Kinder zwei volle Jahre zu stillen, wenn sie das Stillen zu Ende führen wollen. Der Vater hat die stillende Mutter (auch wenn sie geschieden ist ) mit Nahrung und Kleidung angemessen zu versorgen. Unmögliches sollte von keinem verlangt werden. Keine Mutter soll durch die Sorge für ihr Kind zu Schaden kommen, und kein Vater soll durch die Sorge für sein Kind Schaden erleiden. Wenn ein Vater stirbt, hat sein Erbe für den Unterhalt des Kindes aufzukommen. Sollten die Eltern sich dafür entscheiden, das Kind (vor Ablauf der zwei Jahre) abzustillen, so dürfen sie das tun, vorausgesetzt, daß sie sich darüber beraten und dieses gemeinsam vereinbart haben. Wenn ihr wünscht, für das Kind eine Amme zu nehmen, die es (anstelle der Mutter) stillt, so dürft ihr das tun, vorausgesetzt, daß ihr (der Mutter und der Amme) den gebührenden Unterhalt wohlwollend bezahlt. Fürchtet Gott und wißt, daß Er alles sieht, was ihr tut!“ (2:233)

Die modernen medizinischen Studien zeigen, wie gesund das natürliche zweijährige Stillen für Kinder ist. Die Eltern sollen auch mit ihren Kindern spielen und ihnen freie Zeit zur Verfügung stellen, Der Prophet Muḥammad, Frieden und Segen auf ihm, lehrt uns, wie ein Erzieher barmherzig sein sollte. Einmal predigte er auf der Kanzel, als er seine Enkelsöhne al-Ḥasan und al-Ḥusain laufen und stolpern sah. Er trägt beide in aller Barmherzigkeit. (Bei an-Nasāī᾿ überliefert)

Im Islam gehören die Eigenschaften der Liebe, Barmherzigkeit zu den Voraussetzungen des Erziehers. Dazu gehört auch die Gerechtigkeit zwischen den Kindern und dass die Eltern kein ihrer Kinder vor den anderen bevorzugen. Wenn Eltern diese Regel der Gerechtigkeit im Verhalten mit Kindern nicht berücksichtigen, könnte dies zukünftig psychologische Problem für sie verursachen. In der Geschichte des Propheten Joseph mit seinen Brüdern zeigen sich dieses Gefühl und dieses Fehlverhalten der Brüder, weil sie dachten, dass der Vater das Kind Josef vor ihnen bevorzuge:

„Die Geschichte von Joseph und seinen Brüdern ist reich an Zeichen, die den nach Wissen Suchenden zur Lehre gereichen. Josephs Brüder sprachen: „Unser Vater liebt Joseph und seinen Vollbruder mehr als uns, die wir eine mächtige Schar sind. Unser Vater begeht einen eindeutigen Fehler. Tötet Joseph oder schafft ihn weit weg, so werdet ihr das liebende Antlitz eures Vaters für euch allein haben! Ihr werdet euch dann bessern und gute Menschen werden.““ (12:7-9)

Zu den Regeln der Erziehung im Islam gehört auch, dass die Eltern ihren Kindern die Gottesfurcht und die Berücksichtigung der rechtlichen Bestimmungen der Religion einzuhalten lehren. Das Ziel für solche Erziehung liegt darin, dass sowohl Eltern als auch ihre Kinder in s Paradies kommen und vor dem Feuer im Jenseits gerettet werden:

„O Ihr Gläubigen! Schützt euch und eure Angehörigen vor dem Höllenfeuer, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind! Darüber herrschen harte und strenge Engel, die sich Gott nicht widersetzen, was immer Er ihnen vorschreibt und die alles ausführen, was ihnen befohlen wird.“ (6:66)

Eltern sollen ständig ihren Kindern das Gute in guter Art und Weise beibringen. Abd Gott ibn Abbas, Gottes Wohlgefallen auf beiden, sagt: Ich war eines Tages hinter dem Propheten, Frieden und Segen seien mit ihm. Er sagte mir: „O Jüngling, ich lehre dich einige Worte: Bewahre Gott, dann bewahrt Er dich. Bewahre Gott, dann findest du Ihn vor dir. Wenn du bittest, dann bitte von Gott. Wenn du Hilfe suchst, dann suche Hilfe bei Gott. Und wisse, dass die (gesamte) Gemeinschaft, wenn sie sich versammelte, dir in einer Sache zu nutzen, sie dir nur in etwas nutzt, das Gott schon für dich niedergeschrieben hat, und dass sie, wenn sie sich versammelte, dir in einer Sache zu schaden, sie dir nur in etwas schadet, das Gott schon für dich niedergeschrieben hat. Die Schreibfedern sind hochgehoben und die Seiten getrocknet.“

Schließlich sollen die Eltern den Kindern eine gute Erziehung bieten und ihnen die Grundlagen der Religion lehren sowie die Liebe zur Religion in ihre Herzen legen, weil das zu Aufgaben der Eltern gehört. Der Gesandte Gotts (Gotts Segen und Friede auf ihm) sagte: „Wahrlich, ihr seid alle Hirten, und jeder von euch ist verantwortlich für das, was er zu hüten hat: der Befehlshaber, der über alle Menschen eingesetzt worden ist, ist ein Hirt, und er ist für sie verantwortlich. Und der Mann ist ein Hirt für die Leute in seinem Haushalt, und er ist für sie verantwortlich. Und die Frau ist für die Leute des Haushalts ihres Mannes und für seine Kinder eine Hirtin, und sie ist verantwortlich für sie. Wahrlich, ihr alle seid Hirten, und jeder von euch ist verantwortlich für das, was er zu hüten hat.“ (bei Buḫārī überliefert)

Die Eltern sollen auch Hoffnung in ihnen erwecken und sie lehren, dass man die Hoffnung auf Barmherzigkeit Gottes nicht verlieren darf.

Unsere Aufgabe gegenüber dem Koran

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Einteilung der Predigt

  • Der Koran ist der ewige Wunder des Islams
  • Die Stellung des Korans und seine Vorzüge
  • Der Vorzug der Leute des Korans
  • Die Aufgabe der Muslime gegenüber dem Koran:

Man soll ihn lesen und sich darüber Gedanken machen.

Man soll ihn respektieren und seine Moral verinnerlichen.

Man soll seinen Anweisungen folgen und seine Verboten unterlassen.

Inhalt der Predigt

Der Koran ist das größte Wunder des Islams. Weder die Menschen noch die Dschinn könnten und können einen ähnlichen Koran hervorbringen. Der Koran weist auf diese Herausforderung hin:

„Sprich: „Wenn sich auch die Menschen und die Dschinn vereinigten, um etwas Gleiches wie diesen Qur᾿ān hervorzubringen, brächten sie doch nichts Gleiches hervor, selbst wenn sie einander beistünden.““ (17:88)

„Wenn sie sagen: „Er hat ihn selbst erdichtet“, sage: „Bringt doch zehn gleiche Suren hervor, die ebenfalls ersonnen sind, und nehmt zu Hilfe, wen immer ihr anstatt Gott zu Hilfe nehmen könnt, wenn wahr sein sollte, was ihr behauptet!““ (13:11)

„Wenn ihr am Koran zweifelt, den Wir Unserem Diener nach und nach offenbaren, so schafft doch eine Sure gleicher Art, und holt eure Zeugen herbei, denen ihr anstatt Gottes vertraut, wenn ihr die Wahrheit sagt!“ (2:23)

Der Koran ist ein Buch der Rechtleitung, die Verfassung der Muslime und das Leben für die Herzen:

„Alif, Lâm, Mîm. Dieses Buch (der Koran) ist Gottes Offenbarung. Daran ist nicht zu zweifeln. Es enthält Rechtleitung für die Frommen, die an das Verborgene glauben, das Gebet verrichten und von den Gaben, die Wir ihnen bescheren, gern Spenden geben.“ (2:1-3)

„Und so haben Wir dir nach Unserem Gebot ein Wort offenbart. Weder wusstest du, was die Schrift noch was der Glaube ist. Doch Wir haben sie (die Offenbarung) zu einem Licht gemacht, mit dem Wir jenen von Unseren Dienern, denen Wir wollen, den Weg weisen. Wahrlich, du leitest (sie) auf den geraden Weg, den Weg Allahs, Dem alles gehört, was in den Himmeln und was auf Erden ist. Wahrlich, zu Allah kehren alle Dinge zurück.“ (42:52-53)

Nicht nur die Menschen wurden durch den Koran rechtgeleitet, sondern auch die Dschinn. Der Koran berichtet davon, wie eine Schar Dschinn reagierten, als sie den Koran hörte:

„Und da wandten Wir dir eine Schar Dschinn zu, die den Qur᾿ān vernehmen konnten; und als sie bei ihm zugegen waren, sprachen sie: „Hört zu!“ – und als er zu Ende war, kehrten sie zu ihrem Volk zurück (und) warnten (es). Sie sprachen: „O unser Volk, wir haben ein Buch gehört, das nach Moses herabgesandt worden ist (und) welches das bestätigt, was schon vor ihm da gewesen ist; es leitet zur Wahrheit und zu dem geraden Weg. O unser Volk, hört auf Allahs Rufer und glaubt an Ihn. Er wird euch eure Sünden vergeben und euch vor qualvoller Strafe schützen. Und der, der nicht auf Allahs Rufer hört, kann (Ihm) nicht auf Erden entrinnen, noch kann er Beschützer außer Ihm haben. Solche befinden sich in einem offenkundigen Irrtum““ (46:28-32)

Auch die Engel haben, einer prophetischen Überlieferung zufolge, den Koran gehört und wurden von ihm berührt. Der Koran berichtet von sich als Heilung und Barmherzigkeit und als ein Buch, das Gott vor jeglicher Fälschung beschützt:

„Und Wir senden vom Qur᾿ān das hinab, was eine Heilung und Barmherzigkeit für die Gläubigen ist; den Ungerechten aber mehrt es nur den Schaden.“ (17:82)

Der Prophet Muḥammad lehrte uns auch: „Der beste von euch ist derjenige, der den Koran lernte und lehrte.“ (Bei al-Buḫārī überliefert)

Man sollte auf den Koran reagieren und ihn mit Nachdenken hören. Gott lobt insofern die Gläubigen, als sie den vom Koran berührt und beeinflusst werden:

„Allah hat die beste Verkündigung (die man sich überhaupt denken kann, als Offenbarung) herabgesandt, eine sich gleichartig wiederholende Schrift (mit) Erzählungen, die diejenigen, die ihren Herrn fürchten, (zuerst) zum Schaudern bringt, hierauf (aber) an Leib und Seele besänftigt und dazu anhält, Allahs zu gedenken. Das ist die Rechtleitung Allahs. Er leitet damit recht, wen er will. Wen aber Allah irreführt, für den gibt es keinen, der ihn rechtleiten würde.“ (Koran 39:23)

Diese Verstehen haben die Gefährten des Propheten wahrgenommen und nicht nur den Koran rezitiert und gehört, sondern darüber nachgedacht und danach gehandelt. Es wird überliefert, dass der Gefährte Abū ad-Daḥdāḥ sofort auf folgenden Vers mit dem Spenden seines Gartens reagierte:

„Ihr werdet das Gütigsein nicht erlangen, ehe ihr nicht von dem spendet, was ihr liebt; und was immer ihr spendet, seht, Allah weiß es“ (3:92)

Deshalb tadelt der Koran denjenigen, die nicht über den Koran nachdenken und seine Anweisungen nicht wahrnehmen:

„Wollen sie also nicht über den Qur᾿ān nachdenken, oder ist es (so), dass ihre Herrn verschlossen sind?“ (47:24)

Diejenigen, die vom Koran im Diesseits nicht profitieren, werden auch nicht von ihm im Jenseits profitieren. Der Koran prägt uns folgendes Beispiel:

„Und wenn Meine Führung zu euch kommt, dann wird der, der Meiner Führung folgt, nicht zugrunde gehen, noch wird er Unglück erleiden. Und dem, der sich jedoch von Meiner Ermahnung abkehrt, wird ein Leben in Drangsal beschieden sein, und am Tage der Auferstehung werden Wir ihn blind vor Uns führen. Er wird sagen: „“Mein Herr, warum hast Du mich blind (vor Dich) geführt, obwohl ich (zuvor) sehen konnte? Er wird sprechen: Es sind ja Unsere Zeichen zu dir gekommen, und du hast sie missachtet – also wirst heute nun du missachtet sein!“ (20:123-126)

Der Prophet selber pflegte, den Koran mit Nachdenken zu rezitieren und zu hören:

‘Abdullāh Ibn Mas‘ūd berichtete: „Der Prophet, Allāhs Segen und Friede auf ihm, sagte zu mir: »Lies mir (etwas vom Qur’ān) vor!« Ich sagte: »O Gesandter Allāhs, soll ich dir von dem vorlesen, was dir selbst offenbart wurde? «Er sagte: »Ja!« Da las ich ihm die Sura An-Nisā’ vor, und als ich den Vers „Und wie, wenn Wir aus jedem Volk einen Zeugen herbeibringen und dich (o Muḥammad) als Zeugen gegen diese herbeibringen? (4:41)“ erreichte, sagte er: »Hör auf zu lesen!« Da sah ich, dass Tränen aus seinen Augen flossen.“ (Bei al-Buḫārī überliefert)

Zu unseren Aufgaben gegenüber dem Koran gehört auch, dass wir ihn, ohne Übertreibung und nicht nach eigenen Ideologien und Philosophien verstehen, sondern einfach in einer richtigen und gemäßigter Art und Weise.

Auch sollte man die Anweisungen des Korans bezüglich des Verhaltens und des Charakters verinnerlichen. Erst dann wenn man die Charakterzüge im Koran verwirklichte, kann man von einem islamischen Charakter nach dem Vorbild des Propheten sprechen. Als die Mutter der Gläubige (Frau des Prophetne) ῾Āiša nach dem Charakter des Propheten gefragt wurde, antwortete sie: „Sein Charakter war der Koran.“ Der Koran fungiert als Rechtsleitung für den Charakter des Muslims und dessen Verhalten im Leben im Allgemeinen:

 „Wahrlich, dieser Qur᾿ān leitet zum wirklich Richtigen und bringt den Gläubigen, die gute Taten verrichten, die frohe Botschaft, auf dass ihnen großer Lohn zuteil werde.“ (17:9)