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Saisonen der rechtschaffenen Werke

Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten, Dem in Seiner ehrwürdigen Schrift sagt:

„Und wetteifert nach Vergebung von eurem Herrn und (nach) einem Garten, der (in seiner Ausdehnung) so weit ist wie Himmel und Erde, und der für die Gottesfürchtigen bereitsteht,“ (Sure 3:133).

Ich bezeuge, dass es keinen Gott da außer Allah ohne Teilhaber gibt, und ich bezeuge, dass unser Prophet Muhammad Sein anbetend Diener und Gesandter ist!

Und nun zum Thema:

Die gläubige menschliche Seele bedarf immer dann starker Anregung, wenn die Faulheit sie am Gehorsam hindert und sie zur Begierde neigt. In all den weltlichen Ablenkungen und dem Streben nach Materiellem sehnt sich die Seele eines Gläubigen nach einem Glaubenszustand, der sie von der Erde erhebt und sie bis zu den Wolken des geräumigen göttlichen Horizonts fliegen lässt.

Der Mensch erlebt einige Momente und Tage, an denen es besonders leicht ist, zu Allah zurückzukehren und ein neues Kapitel in der Beziehung zu Allah, dem Erhabenen, aufzuschlagen. Diese ersten zehn Tage des Monats Dhu Al-Hiddscha sind die Tage, die für diese reumütige Rückkehr am besten geeignet sind.

In der islamischen Erziehung gelten diese Tage als gute Gelegenheit für eine zielgerichtete Glaubenserziehung und als Ansporn für die Seele, bei der sündige Herzen von ihrem Schmutz geläutert werden, sich nachlässige Seelen ihrem Schöpfer reumütig zuwenden und der Geist ein reines geläutertes Leben führt, in dem nur Gehorsam und Glaube eine Rolle spielen.

Das Gute in allen Facetten

Diese ersten zehn Tage beinhalten das Gute in all seinen Formen. Sie sind nämlich die besten und vorzüglichsten Tage. Allah, der Erhabene, schwört bei diesen Tagen in Seinem Buch: „Und den zehn Nächten.“ (Sure 89:2). Die meisten Quran-Exegeten sagen: „Damit sind die ersten zehn Tage des Monats Dhu Al-Hiddscha gemeint.“

Der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) erhöhte die Stellung der rechtschaffenen Handlung an diesen Tagen in starker Weise, als er sagte: „An keinen anderen Tagen ist das Vollbringen einer rechtschaffenen Handlung Allah lieber als an diesen Tagen, das heißt den ersten zehn Tagen des Monats Dhu Al-Hiddscha.“

Er (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) sagte ebenso: „Es gibt keine Handlung, die für Allah, den Allmächtigen und Majestätischen, lauterer ist und großartigere Belohnung enthält als das Gute, das man an den zehn Opfertagen tut.“

Der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) ordnete an, an diesen Tagen vermehrt Allahs zu gedenken, indem er (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) sagte: „An keinen anderen Tagen ist das Vollbringen rechtschaffener Handlungen für Allah bedeutender und lieber als an diesen ersten zehn Tagen, das heißt den ersten zehn Tagen des Monats Dhu Al- Hiddscha. Sprecht also an ihnen häufig die Worte „La Ilaha Illa-llah (Es gibt nichts Verehrungswürdiges außer Allah)“, den Takbir (die Worte „Allahu akbar – Allah ist größer)“ und die Worte „Al-Hamdu li-llah (der Lobpreis ist Allahs)“!“

Der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) pflegte an den ersten neun Tagen des Monats Dhu Al-Hiddscha zu fasten.

Einige Ehefrauen des Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) sagten: „Der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) pflegte an den ersten neun Tagen des Monats Dhu Al-Hiddscha, am Aschura-Tag (10. Muharram), an drei Tagen in jedem Monat (des islamischen Mondkalenders), am ersten Montag im Monat und an zwei Donnerstagen zu fasten.“ Der Imam An-Nawawi sagte über das Fasten an den ersten zehn Tagen des Monats Dhu Al-Hiddscha: „Es ist sehr erwünscht.“

Er ordnete an, am Arafa-Tag zu fasten.

Man fragte den Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) über das Fasten am Tag von Arafa, worauf er antwortete: „Es tilgt die Sünden des verstrichenen Jahres und des kommenden Jahres.“

Der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) sagte: „Wir betrachteten das Fasten am Tag von Arafa, als wir mit dem Gesandten Allahs (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) waren, als das Fasten von zwei Jahren.“

Ibn Hadschar sagte: „Der offensichtliche Grund für den Vorzug der ersten zehn Tage des Monats Dhu Al-Hiddscha lautet, dass man die großen Anbetungshandlungen an ihnen vereint, nämlich das Gebet, das Fasten, das Almosen und den Haddsch, wobei diese an keinen anderen Tagen vereint sind.“

Der den Prophetengefährten nachfolgende, rechtschaffene Sa’id ibn Dschubair pflegte, wenn die ersten zehn Tage des Monats Dhu Al-Hiddscha kamen, sich an ihnen so sehr zu bemühen, dass man ihm kaum darin nacheifern konnte.

Der hanbalitische Gelehrte Ibn Radschab sagte: „Da Allah der Erhabene den Seelen Seiner gläubigen Diener eingibt, sich nach Seinem sakrosankten Haus zu sehnen, wobei nicht alle Leute dies jedes Jahr tun können, schreibt Er einem dazu Fähigen den Haddsch einmal im Leben vor. Und so können die Pilger und die Menschen, die nicht pilgern, an diesen zehn Tagen gemeinsam teilhaben.“

Der Scheich des Islam Ibn Taimiya wurde gefragt, ob die ersten zehn Tage des Monats Dhu Al-Hiddscha oder die letzten zehn Tage des Monats Ramadan besser seien? Er antwortete: „Die ersten zehn Tage des Monats Dhu Al-Hiddscha sind besser als die letzten zehn Tage des Monats Ramadan und die letzten zehn Nächte des Monats Ramadan sind besser als die ersten zehn Nächte des Monats Dhu Al-Hiddscha.“

Ibn Al-Qayyim verglich den Vorzug dieser Tage mit folgenden Worten: „Der beste Tag bei Allah ist der Opfertag. Er ist der Tag des großen Haddsch.“ In der Hadith-Sammlung von Abu Dawud sagte der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!): „Wahrhaftig! Die größten Tage bei Allah sind der Opfertag und der Tag der Ruhe.“ Der Tag der Ruhe ist der Tag, an dem die Leute in Mina verweilen, nämlich der 11. Tag des Monats Dhu Al-Hiddscha.

Es heißt auch, der Arafa-Tag sei besser als der Opfertag, denn das Fasten an ihm tilgt die Sünden von zwei Jahren und es gibt keinen Tag, an dem Allah mehr Menschen vom Höllenfeuer befreit als am Arafa-Tag, denn Allah der Hocherhabene nähert sich Seinen anbetend Dienenden an diesem Tag. Dann ist Er gegenüber Seinen Engeln stolz auf die Haddschis.“

Diese zehn Tage vereinen also das Gute in allen Facetten. Somit kommt an diesem Tag viel Gutes zusammen. Es gibt also keine rechtschaffene Handlung, die an ihnen nicht erwünscht ist. Und an keinen anderen Tagen ist das Vollbringen rechtschaffener Handlungen besser als an diesen Tagen. Sie sind also ein absolutes Gut für die reine Seele und eine Zeit für den Glauben und die Seele, deren Tage im Jahreszyklus den höchsten Vorzug einnehmen.

Zwischen dem Hadsch und dem Blutfluss

Wem Allah beim Haddsch zu Seinem Haus Erfolg verleiht, dem ermöglicht Er das Beste dessen, was Er liebt, indem Er ihn auserwählt, um ihm seine Sünden zu tilgen und ihn, wenn er eine aufrichtige Absicht hat, von seinen Sünden zu befreien, wie am Tage, an dem seine Mutter ihn zur Welt brachte. Er erleichtert ihm, einen neuen Abschnitt in seinem Leben zu beginnen, der die Phase des Glaubens einläutet.

Die Ihram-Kleidung lenkt den Blick von den Gelüsten auf das Leichentuch. Kein trügerischer Schmuck zählt mehr, kein einlullendes Gelüst und kein törichter Kampf um das vergängliche Diesseits. Alle tragen dieselbe Kleidung: den Ihram, genauso wie sie alle einst das Leichentuch tragen werden. Alle fürchten die Sünde und hoffen auf die Barmherzigkeit, die alles umfasst.

Die Gläubigen sollen am Haddsch-Tag eine internationale Erklärung verkünden, vor allem in dieser Zeit, in der die Umma blutet. Es soll erklärt werden, dass die Muslime überall auf Erden ein einziges Individuum sind, einem Weg folgen, ein einziges Ziel haben und einen einzigen Herrn verehren. Sie hoffen auf Seine Barmherzigkeit und fürchten Seine Strafe. Der Satan und seine Anhänger sollen sich entfernen und jeder Muslim soll auf seine Religion stolz sein, nämlich diese Religion, die alles übersteigt, denn Allah ist ihr Schutzherr, während ihre Feinde keinen Schutzherrn haben.

Ich bitte Allah für mich und für euch um Vergebung!

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Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten! 

 

Geschwister im Islam:

 

Das Opfern gehört zu den wichtigen Riten des Islam und den größten Taten, die den Menschen Allah näher bringen. Es ist ein Zeichen für Aufrichtigkeit in den Anbetungshandlungen und im Befolgen Seiner Gebote und Verbote. Deshalb schlachtet man im Islam Opfertiere.

Beweise für das Schlachten von Opfertieren

Das Opfern ist das Schlachten eines Weidetieres an den Tagen des Opferfestes, um Allahs Wohlgefallen zu erlangen. Es ist eine Anbetungshandlung, die durch Quran, Sunna und Konsens der Gelehrten belegt wird. Allah, der Erhabene, sagt: „So bete zu deinem Herrn und opfere!“ (Sure 108:2)

Allahs Gesandter  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  sagte: „Wer nach dem Gebet schlachtet, der hat sein Opfer und damit eine Sunna der Muslime vollbracht.“ Überliefert von Al-Buchari.

Zudem ist belegt, dass der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  zwei weiße Ziegenböcke mit jeweils zwei Hörnern schlachtete. Er schlachtete sie eigenhändig, sagte „Bismillah und Allahu Akbar“ und setzte seinen Fuß auf ihre beiden Hälse.

Alle Muslime sind sich einig, dass das Opfern zum Islam gehört und eine islamische Anbetungshandlung darstellt.

Viele Hadithe berichten uns über dessen Vorzug und die große Belohnung des Opferns. Auch wenn diese Hadithe nicht eindeutig authentisch sind, bleibt das Opfern dennoch eine wichtige Anbetungshandlung, deren Ehrung Allah anordnete. Durch das Opfern folgt man darüber hinaus unserem Vorbild, dem Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken , der diese Handlung stets praktizierte und sie niemals unterließ.

Die Mehrheit der Gelehrten ist der Meinung, dass das Opfern eine feste Sunna für diejenigen ist, die sie ausführen können. Umm Salama überlieferte uns, dass Allahs Gesandter  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: „Wenn die zehn Tage anbrechen und jemand von euch schlachten möchte, soll er nichts von seinen Haaren oder Fingernägeln nehmen.“ Überliefert von dem Imam Muslim.

Der Prophet führte das Opfern also auf den Willen der einzelnen Person zurück, was er nicht gemacht hätte, wenn es verpflichtend gewesen wäre.

Zudem wird im Werk Al-Dschami’ von At-Tirmidhi sowie in anderen Werken überliefert, dass Allahs Gesandter  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  für die Mitglieder seiner Umma schlachtete, die nicht schlachteten; somit entfiel die Pflicht für sie.

Manche Gelehrten sehen das Opfern als Pflicht an und berufen sich dabei auf folgende Hadithe: „Auf den Angehörigen jedes Hauses lastet ein Opfer“, und, „Wer wohlhabend ist und nicht schlachtet, soll sich unserem Gebetsplatz nicht nähern.“ Beide wurden von Imam Ahmad überliefert.

Daher soll der Muslim vorsichtshalber das Opfern nicht unterlassen, wenn er dazu in der Lage ist, da man hierdurch Allah ehrt und Seiner gedenkt und sich nichts zu Schulden kommen lässt.

Möge Allah uns rechtleiten, um die Wahrheit zu sehen und gemäß dieser zu handeln!

 

 

Das allgemeine Nützen in der ehrwürdigen Scharia

Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten, Dem in Seiner ehrwürdigen Schrift sagt:

“  Und helft einander in Rechtschaffenheit und Frömmigkeit; doch helft einander nicht in Sünde und Übertretung. Und fürchtet Allah; denn Allah ist streng im Strafen..“ (Sure 5:2).

Ich bezeuge, dass es keinen Gott da außer Allah ohne Teilhaber gibt, und ich bezeuge, dass unser Prophet Muhammad Sein anbetend Diener und Gesandter ist!

Und nun zum Thema:

Diese schöne Religion, der Islam, ist das Wertvollste in unserem Leben. Sie ist der Weg zu äußerster Zufriedenheit im Diesseits und im Jenseits. Deshalb informierte Allah der Allerhöchste uns im Quran und in der Sunna darüber, dass wir Feinde haben werden (uns selbst, den Satan und andere) und dass die einzige Methode unsere Religion zu schützen darin besteht, uns einzig Allah zuzuwenden und an der Sunna unseres geliebten Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) festzuhalten. Dies sollte nicht pauschal, sondern bei jedem Wort, bei jeder Handlung und in jeder Situation, in der wir uns befinden, getan werden.

Deshalb benötigen wir spezifiziertes Wissen darüber, wie wir uns in all unseren Angelegenheiten völlig dem ergeben, was Allah der Allerhöchste gemäß der Sunna unseres Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) von uns verlangt.

Der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) sagte in seiner Abschiedsansprache: „Ich hinterlasse euch etwas, mit dem ihr nicht irregehen werdet, wenn ihr daran festhaltet. Es ist das Offenbarungsbuch Allahs und meine Sunna.“ (Malik und Al-Hakim).

Er sagte ferner: „Wer von euch nach mir lebt, wird viele Meinungsverschiedenheiten erleben. So haltet euch an meine Sunna und die Sunna meiner rechtgeleiteten Nachfolger nach mir! Beißt euch mit euren Zähnen daran fest (haltet euch daran fest)! Und hütet euch vor neu erfundenen Angelegenheiten, denn jede Neuerung (Bid’a) ist ein Irrweg!“ (Abû Dawûd, At-Tirmidhî und andere).

Allah der Allerhöchste sagt im Quran: „Und (auch) mit denen, die sagen: ‚Wir sind Christen‘ haben Wir ihr Abkommen getroffen. Aber dann vergaßen sie einen Teil von dem, womit sie ermahnt worden waren. So erregten Wir unter ihnen Feindschaft und Hass bis zum Tag der Auferstehung. Und Allah wird ihnen kundtun, was sie zu machen pflegten.“ (Sure 5:14).

Dieser Vers erwähnt die Gesetzmäßigkeit Allahs auf Erden, die für jede Nation gilt. Wenn die Menschen ein Teil dessen vergessen, womit sie ermahnt wurden, … dann verursacht dies Feindseligkeit und Hass. Wenn wir einige Anordnungen Allahs oder die Sunna unseres Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) vernachlässigen … dann führt uns dies zu Feindseligkeit und Hass, was heutzutage unter Muslimen existiert. Allah ist der Barmherzigste. Er informiert uns über die Ursachen und Auswirkungen des Ungehorsams Ihm und Seinem Gesandten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) gegenüber.

Deshalb besteht die einzige Möglichkeit, ich wiederhole: die einzige Möglichkeit, im Diesseits und im Jenseits erfolgreich zu sein, darin, dem Quran und der Sunna des Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) auf dieselbe Weise und mit demselben Verständnis wie dem der Prophetengefährten und der frühen Generationen des Islam zu folgen, wie der oben erwähnte Hadîth besagt. In jeder einzelnen Angelegenheit, die wir handhaben müssen, benötigen wir das Verständnis der frühen Generationen des Islam. Dies ist das wahre Wissen und jegliche Unzulänglichkeit in dessen Umsetzung wird Feindseligkeit und Hass hervorrufen.

Ich möchte nun das Problem der Uneinigkeit, die Streitigkeiten in einigen muslimischen Gemeinden verursacht, überprüfen und nach Lösungen suchen.

Für Führungspersönlichkeiten und Imame:

– Eine Führungsposition im Islam ist am Tage des Letzten Gerichts ein Grund für Sorge und Bedauern. Deshalb ist sie nicht etwas, was man erstreben oder dem man hinterherlaufen sollte. Vielmehr sollte sie angeboten werden, ohne dass man sich danach sehnt… Der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) sagte: „Strebe nicht danach, ein Herrscher zu sein (weder ein König noch ein privater Machthaber)! Denn wenn dir Machtbefugnis auf dein Verlangen hin gegeben wird, wirst du dafür zur Verantwortung gezogen werden. Wenn sie dir jedoch gegeben wird, ohne sie verlangt zu haben, dann wird dir dabei (von Allah) geholfen.“ (Al-Bucharî).

Er sagte weiterhin: „Ihr Menschen werdet danach eifern, die Befugnis zum Herrschen zu besitzen, was am Tag der Auferstehung euer Untergang sein wird. Welch ausgezeichnete Amme ist sie, doch wie schwer fällt die Entwöhnung!“ (Al-Bucharî).

Wenn wir dem Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) nicht gehorchen und führende Stellungen anstreben, dann wird es so kommen, wie wir lasen: Sorge, Bedauern, Feindschaft und Hass. Stattdessen sollten die weisen Menschen und Älteren in der Gemeinde eine Art Rat bilden und den Wissendsten und Einflussreichsten auswählen, der für die Führungsposition geeignet ist. Das Ziel ist nichts als das Wohlgefallen Allahs, indem man die Anweisungen Allahs strikt befolgt, und zwar in der Weise, wie es zur Zeit des Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) getan wurde. Dies gilt für jede Art Führung

– Wenn Menschen miteinander über eine Angelegenheit streiten, dann sollen sie alles vor Allah und Seinen Gesandten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) (den Quran und die Sunna) bringen. Und sie müssen dies tun, bevor sie nach einer anderen Lösung suchen, denn eine andere Lösung ist kein Gehorsam gegenüber Allah und Seinem Gesandten. Rafî ibn Chadîdsch (ein Gefährte des Propheten) sagte: „Der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) verbot uns etwas, was zwar nützlich für uns wäre, doch der Gehorsam gegenüber Allah und Seinem Gesandten ist angemessener für uns.“ Er äußerte dies, weil Allah der Allerhöchste sagt: „Weder für einen gläubigen Mann noch für eine gläubige Frau gibt es, wenn Allah und Sein Gesandter eine Angelegenheit entschieden haben, die Möglichkeit, in ihrer Angelegenheit zu wählen. Und wer sich Allah und Seinem Gesandten widersetzt, der befindet sich ja in deutlichem Irrtum.“ (Sure 33:36).

Wenn es zum Streit kommt, dann sollen wir diesen vor Allah und Seinen Gesandten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) bringen. Allah der Allerhöchste sagt im Quran: „O die ihr glaubt, gehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten und den Befehlshabern (oder: den Verantwortlichen) unter euch! Wenn ihr miteinander über etwas streitet, dann bringt es vor Allah und den Gesandten, wenn ihr wirklich an Allah und den Jüngsten Tag glaubt. Das ist am besten und am ehesten ein guter Ausgang.“ (Sure 4:59)

Immer wenn es zur Zeit des Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) einen Streit gab, gingen die Menschen zum Propheten, damit dieser zwischen ihnen richte, und sie empfanden keinerlei Groll in ihren Herzen und fügten sich vollständig. Nachdem der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) verstorben war, waren es die Gelehrten unter den Prophetengefährten.

Die zweite und dritte Generation nach dieser fragte die Erben des Gesandten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) … die Religionsgelehrten des Islam. Diese Gelehrten sind nicht lediglich Leute, die ein wenig Wissen über den Islam besitzen. Es sind Leute, die das Wissen, die Frömmigkeit und die Angewohnheiten vom Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) erbten. Und sie folgten dem Weg der Prophetengefährten und nicht ihren eigenen Gelüsten.

– Allah der Allerhöchste ordnet uns an, nicht dem Weg der Leute der Schrift vor uns, also der Juden und der Christen, zu folgen, sondern stattdessen der Offenbarung Allahs, dem Quran und der Sunna. Wenn man im Westen lebt, dann ist es sehr einfach, in unserer Religion für das Wohlgefallen anderer Kompromisse einzugehen und dabei zu denken, dass man Da’wa macht, was die wichtigste Aufgabe der Leute ist, die für muslimische Gemeinden verantwortlich sind. Unsere Aufgabe ist es, die Wahrheit in der schönsten Weise zu übermitteln, ohne die Botschaft zu verdrehen oder beim Weg des Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) Abstriche zu machen! Das Ziel ist nicht, die Einzelheiten zu diskutieren, sondern vielmehr diesen Richtlinien beizupflichten und sich immer auf sie zu beziehen!

Ich bitte Allah für mich und für euch um Vergebung!

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Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten!

Geschwister im Islam:

Einer der Hauptgründe für Uneinigkeit unter muslimischen Gemeinden ist, dass einige Leute, die nicht dazu befähigt sind, die Religion zu lehren und über sie zu sprechen, dies dennoch mit vollem Eifer tun. Ich stelle die Absichten nicht in Frage. Wir sollten immer positiv über andere denken. Es geht um die Richtigkeit dessen, was gesagt wird. In der Religion des Islam gibt es keine Heiligen. Keiner Person außer dem Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) darf ohne Wenn und Aber gefolgt werden. Vielmehr müssen wir mit Wissen reden, für das wir viele Jahre mit Lernen verbracht haben. Wir sollen jeden und jedermanns Fachgebiet respektieren! Ein Arzt soll derjenige sein, der über gesundheitsbezogene Themen spricht, und nicht ein Ingenieur und vice versa. Noch wichtiger als unsere körperliche Gesundheit ist unsere Religion. Wir können die Wahrheit nicht automatisch erkennen, vielmehr müssen wir sie zuerst studieren! Denn Angelegenheiten der Offenbarung gehen mit Dingen einher, die Menschen mit ihren eigenen Augen nicht sehen. Sie müssen sich lediglich dem fügen, was Allah von ihnen verlangt. In einem Hadîth Qudsî sagt Allah: „O Meine anbetend Dienenden! Ihr alle seid irregeleitet, außer diejenigen, die Ich rechtleite. Deshalb bittet Mich um Rechtleitung und Ich werde euch rechtleiten!“

Ohne dass wir unser Ego in die Schranken weisen, auf unseren Knien in den Häusern Allahs sitzen und nach Wissen in der Religion streben, können wir dies niemals erlangen. Das Wissen in der Religion kann nicht auf Sitzbänken in Universitäten gelehrt von Nicht-Muslimen oder nicht-praktizierenden Muslimen erlangt werden, sondern vielmehr von Gelehrten, die sowohl Wissen als auch demütige Ehrfurcht vor Allah besitzen. Sie lehren in Allahs Häusern … den Moscheen. Studierende des Wissens verbringen Jahre damit, auf ihren Knien in den Moscheen zu sitzen, und erlangen von diesen erfahrenen Gelehrten sowohl Wissen als auch Benehmen. Diese erfahrenen Gelehrten taten jahrelang dasselbe und lernten von den früheren Generationen – eine verbundene Kette von Gelehrten, die bis zum Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) zurückreicht. Es war die Gepflogenheit der Muslime, ihre Gelehrten wegen des Wissens in der Religion, das sie besaßen, zu respektieren, wenngleich die Menschen niemandem außer dem Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) blind folgen sollen. Doch diese Gelehrten erklärten den Menschen den Weg des Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen). Mu’adh  sagte: „Außer für folgende drei Dinge würde ich mich nicht nach dem Diesseits sehnen: Das Nachtgebet, an einem heißen Sommertag zu fasten und mich auf meinen Knien zwischen die Gelehrten in den Versammlungen des Wissens zu drängen.“

Die Aufgabe des zum Islam Aufrufenden, Imams usw. besteht darin, die Worte der Gelehrten wiederzugeben und nicht Dinge selbst zu interpretieren, indem diese Kette von Gelehrten, die bis zum Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen) zurückreicht, respektiert werden soll!

Wir müssen dem Wissen über die Religion gegenüber demütig sein, weil es das beste Wissen ist, da es die Interpretation der Worte des Allerhöchsten, … Allahs, ist! Und die Deutung des beliebtesten Geschöpfes … des Propheten Muhammad (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen).

Wenn wir diese Prinzipien einhalten, dann wird alles gut … so Allah will. Möge Allah uns rechtleiten, um die Wahrheit zu sehen und gemäß dieser zu handeln!

Die Heuchelei und der Verrat und ihr Einfluss auf die Individuen und Staaten

Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten, Dem in Seiner ehrwürdigen Schrift sagt:

„Die Heuchler und Heuchlerinnen gehören zueinander. Sie gebieten das Böse und verbieten das Gute; und ihre Hände bleiben geschlossen. Sie haben Allah vergessen, und so hat Er sie vergessen. Wahrlich, die Heuchler sind wahre Frevler.“ (Sure 9:67).

Ich bezeuge, dass es keinen Gott da außer Allah ohne Teilhaber gibt, und ich bezeuge, dass unser Prophet Muhammad Sein anbetend Diener und Gesandter ist, der sagte: „„Die Zeichen des Heuchlers sind drei: Wenn er spricht, so lügt er, wenn er etwas verspricht, so hält er es nicht, und wenn ihm etwas anvertraut wird, so veruntreut er es.“

Und nun zum Thema:

Untreue, Lügen, Verrat und Frevelhaftigkeit gehören zu den Merkmalen der Heuchler, wie der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: „Wer immer die folgenden vier Eigenschaften besitzt, ist ein reiner Heuchler, und wer nur eine davon hat, besitzt so lange eine heuchlerische Eigenschaft, bis er diese aufgibt: Wenn man ihm etwas anvertraut, verhält er sich untreu; wenn er spricht, lügt er; wenn er eine vertragliche Abmachung schließt, erfüllt er sie nicht; und wenn er mit jemandem streitet, benimmt er sich frevelhaft.“

Dies sind alles Merkmale, die auf die niederen Charakterzüge des Heuchlers hinweisen, denn er ist nicht wahrhaftig, weder mit sich selbst noch mit den anderen Menschen, mit denen er umgeht. Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) bezeichnete diese Eigenschaften als Heuchelei vielleicht deswegen, weil man dadurch den Heuchlern ähnlich wird, indem man den Menschen etwas anderes zeigt, als man im Inneren verbirgt; jemand behauptet die Wahrhaftigkeit und weiß genau, dass er lügt; er gibt Treue vor und weiß, dass er untreu ist; er behauptet, dass er sein Versprechen hält, aber er kommt ihm nicht nach; er wirft seinen Gegnern Anschuldigungen vor und weiß, dass es alles unverschämt erlogen ist.

All seine Charakterzüge beruhen auf Betrug und Schwindel; es ist zu befürchten, dass solch ein Mensch der großen Heuchelei zum Opfer fällt, denn trotz der Tatsache, dass die praktische Heuchelei zu denjenigen Sünden gehört, die den anbetend Dienenden nicht von der Religion abfallen lässt, auch wenn sie sich in einem Menschen festwurzelt und dessen ganzes Benehmen in ständigen Betrug und Schwindel verwandelt, könnte dies einen dazu bringen, dass man sich gegenüber seinem Herrn ähnlich verhält wie gegenüber Seinen Geschöpfen, sodass Er als Strafe den Glauben aus seinem Herzen entfernt und ihn durch die Heuchelei ersetzt.

Allâh der Erhabene sagt: „Unter ihnen gibt es manche, die gegenüber Allâh eine Verpflichtung eingegangen sind: Wenn Er uns etwas von Seiner Huld gewährt, werden wir ganz gewiss Almosen geben und ganz gewiss zu den Rechtschaffenen gehören. Als Er ihnen aber von Seiner Huld gewährt hatte, geizten sie damit, und sie kehrten sich widerstrebend ab. So setzte Er als Folge davon in ihre Herzen Heuchelei bis zum Tag, an dem sie Ihm begegnen werden, dafür, dass sie gegenüber Allâh brachen, was sie Ihm versprochen hatten, und dass sie zu lügen pflegten.“ (Sure 9:75-77).

Deswegen waren die Prophetengefährten sehr vorsichtig und sie hielten sich von diesen Eigenschaften fern, damit sie nicht unter diese verpönte Bezeichnung fallen. Es wurde von Ibn Abû Mulaika (Allâh erbarme sich seiner) berichtet, dass er sagte: „Ich habe dreißig Gefährten des Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) erlebt, die alle die Heuchelei fürchteten.“

Das waren die Taten der Heuchelei und ihre Gefahren; sie zerstören die aufrichtigen gesellschaftlichen Bande und gründen die öffentlichen Beziehungen auf der Grundlage des Betrugs, der Täuschung und der Fälschung, und so verschwinden das Vertrauen und die Freundschaft im zwischenmenschlichen Umgang; Vertrauen und Treue werden durch Vorsicht und Aufmerksamkeit, sogar auch durch Misstrauen und Zweifel ersetzt.

Es ist zu bedauern, dass sich diese schlechten Eigenschaften sehr stark verbreiteten, sodass Al-Hasan Al-Basrî (Allah erbarme sich seiner) sagte: „Hätten die Heuchler Schwänze, wären die Straßen zu eng für euch geworden.“ Und das sagte er zu seiner Zeit, der Zeit der Nachfolgegeneration der Gefährten des Propheten; was würde er wohl sagen, wenn er unsere Zeit erlebte?!

Die Heuchelei ist in zwei Arten unterteilt:

Große Heuchelei

Hinsichtlich der Glaubensgrundlagen lässt diese Art der Heuchelei den Heuchler den Islam verlassen. Denn er tut seinen angeblichen Glauben vor den Leuten kund, während er den Unglauben in sich verbirgt. Allâh verdeutlicht uns, wie die Strafe dieser Heuchelei aussieht, wenn der Heuchler nicht vor dem Tode bereut:

„Gewiss, die Heuchler werden sich auf dem untersten Grund des Höllenfeuers befinden, und du wirst für sie keinen Helfer finden – ausgenommen diejenigen, die bereuen und sich bessern und an Allâh festhalten und ihre Religion aufrichtig für Allâh ausüben; jene werden mit den Gläubigen sein. Und Allâh wird den Gläubigen großartigen Lohn geben.“  (Sure 4:145-146).

Kleine Heuchelei

Im Bereich der Handlungen wird der Heuchler in diesem Falle nicht ungläubig. Die Eigenschaften der kleinen Heuchelei sind jene, die in authentischen Hadîthen überliefert sind:

„Die Zeichen des Heuchlers sind drei: Wenn er spricht, so lügt er, wenn er etwas verspricht, so hält er es nicht,  und wenn ihm etwas anvertraut wird, so veruntreut er es.“ (Al-Buchârî und Muslim).

In einer anderen Überlieferung heißt es:

„Wer von euch vier Dinge besitzt, der ist ein wirklicher Heuchler, und wer eine dieser Eigenschaften besitzt, besitzt eine Eigenschaft der Heuchelei, bis er von ihr ablässt: Wenn im etwas anvertraut wird, so veruntreut er es, wenn er spricht, so lügt er, wenn er etwas verspricht, so hält er sich nicht daran, und wenn er streitet, frevelt er.“

Diese Art der Heuchelei ist eine Sünde, die Allâh bestraft oder auch vergibt, gemäß Seinem Willen. So sagt Allâh:

„Allâh vergibt gewiss nicht, dass man Ihm etwas beigesellt. Doch was außer diesem ist, vergibt Er, wem Er will. Wer Allâh etwas beigesellt, der ist fürwahr weit abgeirrt.“ (Sure 4:116).

So soll der anbetend Dienende reumütig mit reiner und aufrichtiger Absicht zu Allâh zurückkehren. Er soll seine Sünden bereuen, besonders die Sünden hinsichtlich der Heuchelei, da derjenige, der seine Sünden bereut, wie jener ist, der keine Sünden besitzt.

Heuchlerische Frömmelei macht Handlungen zunichte und gilt als Grund für Verhasst-Sein bei Allâh dem Erhabenen. Zudem zählt sie zu den Todsünden.

Wenn dem mithin so ist, dann muss sie unbedingt beseitigt werden, selbst wenn man sich dafür anstrengen und Mühen auf sich nehmen muss.

Al-Ghazâlî erwähnte, dass man sich von heuchlerischer Frömmelei durch zwei Dinge befreien könne:

  1. Entfernung der Ursachen, aus denen sie entsteht und
  2. Abwehren dessen, was einem in einer bestimmten Situation in den Sinn kommt.

Dazu erwähnte er, dass ihr Ursprung in der Liebe zu Rang und Status liege. Bei zu starkem Vorhandensein führe sie dazu, dass man Genuss daran empfinde, gelobt zu werden, vor dem Schmerz der Kritik fliehe und nach dem verlange, was sich in den Händen der Leute  befindet. Und als Beleg für das, was er hier erwähnte, führte er die folgende Überlieferung von Abû Mûsâ an, in der es heißt:

„Ein Beduine fragte den Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken): »O Allâhs Gesandter! Kämpft ein Mann  aus Feuereifer?«“

„Das bedeutet, dass er es verschmäht, überwältigt zu werden, und es missbilligt, ein Überwältigter zu sein.“ – „Des Weiteren fragte er [der Beduine]: »Und kämpft ein Mann, damit sein Platz gesehen wird?«“ „Dabei handelt es sich um das Verlangen nach dem Genuss durch Rang und Wertschätzung in den Herzen. [Des Weiteren heißt es im Hadîth:] „Und kämpft ein Mann um der Erwähnung willen?“

„Hier geht es um das Lob durch Worte. Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) erwiderte: „Wer kämpft, damit Allâhs Wort das höchste ist, der ist auf dem Weg Allâhs.“

Was das Abwehren dessen, was einem in einer bestimmten Situation in den Sinn kommt, betrifft, so erfolgt dies, indem man gegen sein Ego ankämpft und die Dinge im Herzen, die zu heuchlerischer Frömmelei führen, entfernt, indem man genügsam ist, die Gier unterbindet, sich den Blicken der Menschen entzieht und sowohl (unangebrachten) Tadel als auch Lob durch andere Menschen geringschätzt.

Was die Behandlung der Härte des Herzens angeht:

  1. Durch den ehrwürdigen Quran

Denn er ist eine Heilung für das, was im Herzen an Zweifeln vorhanden ist, und er beseitigt, was sie an Formen des Beigesellens beinhalten. Zudem belegt er das Leugnen des Islâm und in Form von Zweifeln und Gelüsten vorhandene Krankheiten mit einem Makel. Er ist eine Rechtleitung für den, der die Wahrheit kennt und dementsprechend handelt. Und durch die sofort und auch später eintretende Belohnung ist er eine Barmherzigkeit für die den Glauben Verinnerlichenden.

„Ist denn der, der tot war, und den Wir dann lebendig gemacht und dem Wir ein Licht gegeben haben, worin er unter den Menschen geht, wie einer, dessen Gleichnis das jemandes ist, der sich in Finsternissen befindet, aus denen er nicht herauskommt…“ (Sure 6:122).

  1. Durch Dinge, die dafür sorgen, dass es bekommt, was es täglich an Grundnahrung und Substanz benötigt. Dies geschieht durch den Glauben, rechtschaffenes Handeln und regelmäßig verrichtete Taten des Gehorsams.
  2. Durch Schutz vor schädigenden Einflüssen. Dies erfolgt durch das Meiden von Sünden und Fehlverhalten aller Art.
  3. Durch Befreiung von allem, was es negativ beeinträchtigt hat. Dies geschieht durch Buße und Bitten um Vergebung.

Wir raten jedem Muslim Allâh zu fürchten, sich immer bewusst zu machen, dass Allâh einen beobachtet und dass man sich von allen Eigenschaften der Heuchelei fernhält und darauf Acht gibt, sich nicht solche Eigenschaften anzueignen. Man soll vielmehr diese schlechten Eigenschaften durch gute ersetzen, die die Gläubigen besitzen, dass man also seine Taten nur für Allâh verrichtet, die Wahrheit spricht, zuverlässig ist, Versprechen einhält etc. Dies sind die Eigenschaften der Paradiesbewohner.

Ich bitte Allah für mich und für euch um Vergebung!

***

Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten!

Die Heuchelei ist eine der schlimmsten Eigenschaften, die jemand haben kann. Der schlimmste Heuchelei ist die Heuchelei im Glauben. Dies ist der Fall, wenn jemand mit der Zunge seinen Glauben bekundet, aber im Herzen eigentlich ungläubig oder sogar feindlich gesinnt ist.

Der Islam verurteilt Heuchelei. Ein Muslim kann diese Eigenschaft nicht besitzen. Auf den ersten Seiten der Sure Bakara werden in zwei Versen die Muslime, in fünf Versen die Kâfirûn, aber in 13 Versen die Heuchler, also die Heuchler, beschrieben. In anderen Koranversen werden die Heuchler angesprochen und gewarnt. An zwei Stellen heißt es: „Manche Menschen sprechen wohl: ‚Wir glauben an Allah und an den Jüngsten Tag’; doch sind sie keine Gläubigen.“ „Siehe, die Heuchler sollen in der tiefsten Tiefe des Feuers sein, und für sie findest du niemals einen Helfer.“

Die Heuchler werden deshalb so hart bestraft, weil sie sich gegenüber den Muslimen als Gläubige ausgeben, in Wirklichkeit aber Feinde Allah, des Gesandten und der Gläubigen sind.

Liebe Geschwister!

Laut den Gelehrten ist der Heuchelei im Herzen Kufr und der Heuchelei in den Handlungen eine große Sünde.

Heuchelei kann also danach unterschieden werden, ob sie sich auf den Glauben oder auf die Taten bezieht. Wer in seinem Glauben heuchelt, wird im Diesseits zwar als Muslim angesehen, muss aber im Jenseits mit einer Strafe rechnen. Denn Heuchler säen Zwietracht und hetzen die Gemeinschaft gegeneinander auf. Ihre Situation wird im Koran wie folgt beschrieben: „Spricht man zu ihnen: ‚Stiftet kein Unheil auf der Erde’, so sagen sie: ‚Wir sind ja die Rechtschaffenen.’“

„Sagt man zu ihnen: ‚Glaubt, wie die Leute gläubig wurden’, so sprechen sie: ‚Sollen wir glauben, wie die Toren glaubten?’ Wenn sie mit den Gläubigen zusammentreffen, so sagen sie: ‚Wir glauben’; sind sie aber mit ihren Teufeln allein, so sprechen sie: ‚Siehe, wir stehen zu euch und treiben nur Spott.’“

Ein weiterer Grund für ihre Bestrafung im Jenseits ist ihr Versuch, Ibâdas vorzutäuschen, die sie eigentlich im Herzen verabscheuen. Im Koran heißt es: „Siehe, die Heuchler wollen Allah überlisten; doch er überlistet sie. Wenn sie im Gebet stehen, stehen sie nachlässig da, um von den Leuten gesehen zu werden, und gedenken Allahs nur wenig.

O Allah, reinige unsere Herze von der Heuchelei, unsere Augen vom Verrat, unsere Zungen vom Lügen und bewahre Ägypten und seine Einbewohner!

Die allgemeinen Regeln und Morale der Gesellschaft und ihr Einfluss auf deren Fortschritt

Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten, Dem in Seiner ehrwürdigen Schrift sagt:

„Sprich: „“Wahrlich, mich hat mein Herr auf einen geraden Weg geleitet – zu dem rechten Glauben, dem Glauben Abrahams, des Aufrechten. Und er war keiner der Götzendiener.“““ (Sure 6:161).

Ich bezeuge, dass es keinen Gott da außer Allah ohne Teilhaber gibt, und ich bezeuge, dass unser Prophet Muhammad Sein anbetend Diener und Gesandter ist, der sagte: „Mein Herr hat mich auf beste Art und Weise erzogen.“

Und nun zum Thema:

Einer der wichtigsten Aspekte im Leben eines Muslims ist die Erlangung eines hohen moralischen Niveaus. Seit Beginn des Islam befasste sich der Prophet  haupt- sächlich damit, die Muslime zu lehren und (dahingehend) zu disziplinieren, dass sie die besten Manieren und Charaktermerkmale besitzen würden. Sein Privatleben und sein Verhalten spiegelten seine ihm von Allah offenbarten Lehren wider. Im edlen Quran beschreibt Allah den Propheten Muhammad mit den Worten: „Und du bist wahrlich von großartiger Wesensart.“ (Sure 68:4)

Das hohe Niveau des Propheten  machte ihn zu einem Vorbild für alle Muslime. Der Gesandte Allahs  pflegte zu betonen, wie wichtig gute Manieren für die Muslime sind. Er  sagte: „Der beste unter euch ist derjenige mit den besten Manieren.“ (Al-Bucharî, Muslim) In einer anderen authentischen Überlieferung sagte der Prophet Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlgefallen schenken : „Das schwerste Gewicht, das am Tag des Gerichts in die Waage des Gläubigen gelegt wird, wird das gute Verhalten sein. Und Allah verabscheut denjenigen, der schlechte Worte benutzt.“ (Al-Baihaqî)

Jemand fragte den Propheten , welche Tat einen Mann ins Paradies bringen würde, er  antwortete: „Gottesfurcht (Frömmigkeit) und gutes Benehmen.“

In anderen Erzählungen unterschied der Prophet  die Muslime aufgrund ihres Verhaltens; der Prophet  sagte: „Der vollkommenste unter den Muslimen im Glauben ist derjenige mit dem vorzüglichsten Verhalten. Und die besten von euch sind diejenigen, die ihre Frauen am besten behandeln.“

Er  erklärte auch, dass die Menschen aufgrund ihrer guten Manieren verschiedene Stufen im Paradies erlangen können, indem er sagte: „Der liebste Mensch und derjenige, der mir am Tag der Auferstehung am nächsten sein wird, ist derjenige mit dem besten Benehmen.“

Im Folgenden sollten wir über die Moral im Islam sprechen und wie sie sich von anderen moralischen Systemen unserer Zeit unterscheidet.

Im Gegensatz zu anderen Systemen wird das moralische System des Islam von einer göttlichen Quelle hergeleitet. Diese göttliche Quelle ist die Offenbarung Allahs. Daher kann dieses System nicht geändert oder manipuliert werden, um es an unsere Wünsche anzupassen. Es gilt unabhängig von Ort und Zeit. Dieses System wurde seit tausenden von Jahren nicht geändert, es kann heute nicht geändert werden und wird niemals geändert werden, bis zum Tage des Jüngsten Gerichts. Niemand darf das System abändern, selbst wenn die ganze Welt dies tun wollte. Was in der Vergangenheit als Moral betrachtet wurde, wird über alle Zeiten als gute Moral erhalten bleiben.

Was umgekehrt in der Vergangenheit als schlecht galt, wird für immer so bleiben, selbst wenn die Gesellschaft es als Norm betrachtet. Das moralische System wird nicht von kulturellen Normen beeinflusst, denn Allah ist derjenige, der bestimmt (und weiß), was akzeptabel ist und was nicht.

Der edle Quran ist in dieser Hinsicht sehr detailliert und erwähnt deutlich die Wichtigkeit guten Benehmens, ebenso wie er die Wichtigkeit des Glaubens, des Gottesdienstes und all unserer alltäglichen Angelegenheiten erwähnt.

Der edle Quran nennt wiederholt mehrere sittlich gute Taten, wie zum Beispiel:

– Die Behandlung der Eltern auf die beste Art und Weise

– Nett zu sein zu den Verwandten und Nachbarn

– Die Fürsorge für Waisen und Bedürftige

– Ehrlich zu sein

– Immer eine aufrichtige Absicht zu haben

– Versprechen zu erfüllen

– Die faire Behandlung aller Menschen

Der edle Quran geht sogar so weit, uns beizubringen, wie wir gehen sollen. Allah sagt: „Halte das rechte Maß in deinem Gang und dämpfe deine Stimme, denn die widerwärtigste der Stimmen ist wahrlich die Stimme der Esel.“ (Sure 3:19)

Weiterhin sagt Allah: „Die Diener des Allerbarmers sind diejenigen, die maßvoll auf der Erde umhergehen und die, wenn die Toren sie ansprechen, sagen: „Frieden!““ (Sure 25:63)

Sogar von den angemessen Anstandsregeln beim Besuch anderer Personen berichtet der edle Quran. Allah sagt: „O die ihr glaubt, betretet nicht andere Häuser, die nicht eure (eigenen) Häuser sind, bis ihr euch bemerkbar gemacht und ihre Bewohner begrüßt habt. Das ist besser für euch, auf dass ihr bedenken möget!“ (Sure 24:27)

Der Quran lehrt uns ebenfalls, wie wir uns bei Versammlungen zu verhalten haben. Allah sagt: „O die ihr glaubt, wenn zu euch gesagt wird: „Macht Platz!“ in den Versammlungen!, dann schafft Platz, so schafft auch Allah euch Platz. Und wenn gesagt wird: „Erhebt euch!“, dann erhebt euch eben, so erhöht auch Allah diejenigen von euch, die glauben, und diejenigen, denen das Wissen gegeben worden ist, um Rangstufen. Und Allah ist dessen, was ihr tut, Kundig.“ (Sure 58:11)

Wenn wir die Reden und Taten des Propheten  tatsächlich praktizieren würden, würden wir merken, dass einige Lektionen bezüglich des Essens, Trinkens, sich Kleidens, Schlafens, für die Reise, das Grüßen, das Einholen einer Erlaubnis, sogar für das Niesen, Gähnen und anderen scheinbar belanglosen Taten, gelernt werden müssen.

Im Gegensatz zu anderen ethischen Systemen ist das moralische System des Islam ein sehr detailliertes und vollkommenes Paket. Der Islam spricht alle Aspekte des menschlichen Lebens an, egal wie unbedeutend ein Aspekt auch erscheinen mag. Er ist ein komplettes Paket – es fehlt nichts, was ergänzt werden müsste, noch hat es Mängel, die behoben werden müssten.

Die islamische Religion leitet unsere Moralvorstellungen, sei es in Bezug auf das Individuum, die Gemeinschaft, sowie in Bezug auf die Muslime und die Nicht-Muslime. Sie gibt uns auch eine Anleitung dafür, wie man mit Herrschern umgeht und wie man Gelehrte respektiert und ehrt. Der Islam lehrt uns ferner, wie man sich in Zeiten des Friedens und des Krieges verhält.

Sogar der Umgang mit Tieren wird uns beigebracht. Der Prophet  sagte: „Fürchte Allah bei der Behandlung von Tieren: kümmert euch um sie, haltet sie gesund, egal ob ihr auf ihnen reitet oder sie wegen ihres Fleisches aufzieht.“

In einer anderen Überlieferung sagte der Prophet : „Wenn ihr ein Tier schlachtet, schlachtet es auf die beste Art und Weise. Ihr sollt erst euer Messer schärfen und das Tier beruhigen.“

Einmal fragten die Gefährten den Propheten : „Werden wir dafür belohnt, wenn wir Tiere gut behandeln? Er sagte: Ja, natürlich werdet ihr für jedes lebendige Wesen belohnt, wenn ihr es gut behandelt.“

Kein anderes ethisches System kann an das des Islam heranreichen und nur Allah kann – dank seiner unendlichen Weisheit – solch ein System erschaffen, das die Menschen lehrt, wie sie in jedem Moment ihres Lebens vorzugehen haben.

Dies ist so, weil der Islam kein von Menschenhand geschaffenes System ist; es ist die Religion Allahs. Er hat sie vollkommen und umfassend gemacht. Kein Mensch hat je, kann je oder wird je ein System erschaffen, das so perfekt ist.

Wenn du also ein erfolgreiches und glückliches Leben führen willst, dann wende den Islam in deinem Leben an und du wirst wunderbare Resultate erzielen.

Die Sittenlehre im Islam basiert vollständig auf den Offenbarungsschriften und dem Beispiel des Lebens des Propheten Muhammad (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken). Es gibt zwei Konzepte, die jeden Aspekt der islamischen Sittenlehre durchziehen: Das Konzept des Tauhîd (der alleinigen Verehrung des Schöpfers) und die eigentliche Bedeutung des Wortes Muslim (sich Allah ergeben). Muslime glauben an die Existenz von Gutem und Bösem, und Muslime streben in jedem Aspekt ihres Lebens danach, Gutes zu tun. Muslime glauben außerdem an die Willensfreiheit und die Tatsache, dass jeder Mensch die Fähigkeit hat, Allah selbst zu erkennen.

Dennoch irren die Menschen vom Weg Allahs ab. Im Quran werden wir darüber informiert, dass Menschen auf Grund ihres Bedarfs an materiellen Annehmlichkeiten von Allah abirren. Aus diesem Grunde stimmt der Islam mit den Lehren Jesu überein und betrachtet es als Abirren vom Wege Allahs, wenn man sich auf das Anhäufen von Vermögen und das Erlangen von Macht konzentriert. Der Islam lehrt auf seiner elementarsten Ebene, dass es nur einen Gott gibt, und wenn man in seinem Leben irgendeiner anderen Sache außer Allah mehr Gewicht verleiht, dass dies bedeutet, vom richtigen Weg abzukommen.

Islamische Sittenlehren waren zur Zeit der Quran-Offenbarung an den Propheten Muhammad (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sehr nützlich, um die Probleme der Araber zu lösen. Die Araber waren eine Stammesgesellschaft mit patriarchalischen Herrschern. Der Gedanke der Umma, durch die alle Muslime zu einer Gemeinschaft vereint wurden, half dabei, diese Gesellschaft zu verändern. Der strikte Monotheismus im Islam half außerdem dabei, die vielen barbarischen Gepflogenheiten, die als Teil der Anbetung von Götzen und animistischen Göttern weitverbreitet waren, abzuschaffen. Die islamische Ethiklehre lehnt außerdem übertriebenen Chauvinismus oder „Muru’a“ (was als Männlichkeit oder Machohaftigkeit übersetzt wird) ab. Beim Islam geht es nicht um Gewalt, Prahlerei und Ungestüm, sondern um Demut, Mitgefühl und Streben nach Frieden.

Eines der wichtigsten Elemente islamischer Ethiklehre ist die persönliche Verantwortung. Der Islam lehrt, dass jeder einzelne Mensch seinem eigenen Weg zu Allah folgt. Im Islam gibt es keine Vermittler zwischen dem Menschen und Allah. Es gibt keine assoziierten Götzen oder Heilige, die sich bei Allah einsetzen. Es gibt keinen Zwang, dem Weg Allahs zu folgen. Beim Islam geht es vollständig um die Moral, die ethische Entscheidung, die jeder Mensch in seinem Herzen treffen muss, und um das Umsetzen dieser Entscheidung in die Tat. Der Islam lehrt, dass das Schicksal eines jeden Menschen im jenseitigen Leben eine direkte Folge der eigenen Entscheidung ist. Zweifelsfrei ist die Grundlage eines islamischen Ethiksystems direkt mit den Lehren des Quran und des Propheten Muhammad (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) verbunden. Der Islam ist eine Lebensweise, eine Praktik, sich dem Willen Allahs in jedem Aspekt des Lebens zu fügen. Die eigenen Moralvorstellungen sind dabei absolut keine Ausnahme.

Ich bitte Allah für mich und für euch um Vergebung!

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Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten!

Der Islam hat bestimmte allgemeingültige und grundlegende Richtlinien für die gesamte Menschheit aufgestellt, welche unter allen Umständen zu befolgen und zu respektieren sind. Um diese Richtlinien einzuhalten, sieht der Islam nicht nur die Absicherung durch das Gesetz, sondern auch ein sehr wirkungsvolles moralisches System vor. Demgemäß ist alles, was auch immer zum Wohlergehen des Einzelnen oder der Gesellschaft führt, im Islam moralisch gut und alles Schädliche moralisch schlecht. Der Islam misst der Liebe zu Allah und der Liebe zum Menschen viel Wert bei. Gleichzeitig warnt er davor zuviel auf Äußerlichkeiten zu achten. Wir lesen im Quran:

„Nicht darin besteht die Güte, dass ihr eure Gesichter gegen Osten oder Westen wendet. Güte ist vielmehr, dass man an Allah, den Jüngsten Tag, die Engel, die Bücher und die Propheten glaubt und vom Besitz – obwohl man ihn liebt – der Verwandtschaft, den Waisen, den Armen, dem Sohn des Weges, den Bettlern und für (den Loskauf von) Sklaven hergibt, das Gebet verrichtet und die Abgabe entrichtet; und diejenigen, die ihre Verpflichtung einhalten, wenn sie eine eingegangen sind, und diejenigen, die standhaft bleiben in Not, Leid und in Kriegszeiten, das sind diejenigen, die wahrhaftig sind, und das sind die Gottesfürchtigen.“ (Sure 2:177)

Uns wird in diesem Quranvers eine schöne Beschreibung des rechtschaffenen und gottesfürchtigen Menschen gegeben. Er soll zwar wohlergehenbringenden Vorschriften gehorchen, aber seine Aufmerksamkeit soll er auf die Liebe zu Allah und zu seinen Mitmenschen richten.

Wir können vier Hauptpunkte festhalten:

  • Unser Bekenntnis soll wahrhaftig und aufrichtig sein.
  • Wir müssen es durch hilfreiche Taten anderen gegenüber unter Beweis stellen.
  • Sowohl im Gebet als auch in unserer Hilfe für andere sollten wir uns nach Möglichkeit mit Gleichgesinnten zusammentun.
  • Unsere Standhaftigkeit und Geduld sollen sich vor allem bei drei Gelegenheiten manifestieren: bei körperlichen Schmerzen oder Leiden, bei jeder Art Not und in Zeiten öffentlicher Drangsal.

Das ist der Maßstab, mit dem die einzelnen Verhaltensweisen beurteilt und in gut oder schlecht eingeteilt werden. Dieser Beurteilungsmaßstab bildet den Kern, des gesamten moralischen Verhaltens.

Bevor der Islam irgendwelche expliziten Befehle erteilt, strebt er es an, tief in das Herz des Menschen die Überzeugung einzupflanzen, dass sich sein Tun vor Allah abspielt, der ihn jederzeit und allerorten sieht; so dass er sich zwar vor allen Menschen verstecken kann, nicht aber vor Allah; so dass er jeden täuschen kann, niemals aber Allah; so dass er dem Griff eines anderen entfliehen kann, sich aber Allah nicht entziehen kann.

Dadurch, dass er das Erlangen von Allahs Wohlgefallen zum Zweck des menschlichen Daseins erklärt, zeigt der Islam die höchstmögliche Norm sittlichen Verhaltens auf. Dies schafft zwangsläufig eine endlose Zahl von Möglichkeiten der moralischen Entfaltung für die Menschheit.

Die Betrachtung der göttlichen Offenbarung als der Hauptquelle des Wissens gibt den moralischen Normen Beständigkeit und Stabilität, wobei zwar ein angemessener Spielraum besteht für mit der Wahrheit im Einklang stehende Bearbeitungen, Anpassungen und Neuerungen, nicht aber für Verdrehungen, willkürliche Veränderungen, aufgelösten Relativismus oder moralische Haltlosigkeit. Der Islam verschafft in der Liebe zu und in der Furcht vor Allah eine innere Bindung zu sittlichem Verhalten, was den Menschen antreibt, auch ohne jeglichen Zwang von außen Folge zu leisten. Durch den Glauben an Allah und an den Tag des Jüngsten Gerichts gewährt der Islam eine Kraft, die es einem Menschen ermöglicht, sich ernsthaft und aufrichtig, mit tiefer Frömmigkeit des Herzens und der Seele, um sittliches Verhalten zu bemühen.

O Allah, lass uns die besten Charakterseigenschaften erfreuen und leite uns zur geraden Weg recht!