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Gefährlichkeit der Gerüchte

Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten, Dem in Seiner ehrwürdigen Schrift sagt:

“ O ihr, die ihr glaubt! Fürchtet Allah und sprecht aufrichtige Worte, auf daß Er eure Taten segensreich fördere und euch eure Sünden vergebe. Und wer Allah und Seinem Gesandten gehorcht, der hat gewiß einen gewaltigen Gewinn erlangt.“. (Sure 33:69-70).

Ich bezeuge, dass es keinen Gott da außer Allah ohne Teilhaber gibt, und ich bezeuge, dass unser Prophet Muhammad Sein anbetend Diener und Gesandter ist!

Und nun zum Thema:

mit dem arabischen Wort „gijba“ bezeichnen wir üble Nachrede, leeres und unnützes Gerede und die Verbreitung von Gerüchten. Damit ist gemeint, hinter dem Rücken einer Person seine Schwächen zu verbreiten und schlecht über ihn zu reden. Im Islam wird dies für verboten (Harâm) und unmoralisch erklärt. Diese schlechte Angewohnheit resultiert aus der Eigenschaft, nach den Fehlern anderer zu suchen und diese zu verbreiten, anstatt seine eigenen Fehler zu sehen. Wenn jemand ermahnt wird, dies zu unterlassen, betont er, nur die Wahrheit zu sagen und verteidgt sich auf diese Weise. Vielleicht stimmt es auch und er lügt wirklich nicht. Wenn er nämlich lügen würde, würde er die betreffende Person verleumden. Die Verleumdung ist jedoch eine dem Mord gleihkommende große Sünde. Aus diesem Grund wird im Koran die üble Nachrede strengstens verboten: „O ihr, die ihr glaubt! Vermeidet möglichst viel Argwohn; denn mancher Argwohn ist Sünde. Und bespitzelt euch nicht und redet nicht hinter dem Rücken schlecht übereinander. Würde jemand von euch etwa gerne das Fleisch seines toten Bruders essen? Ihr würdet es verabscheuen. Und fürchtet Allah. Allah ist fürwahr bereit zu vergeben, barmherzig.“ [49:12]

Unser Prophet sagte diesbezüglich: „Üble Nachrede ist schlimmer als Ehebruch (Zinâ). Denn, wer Ehebruch begannen hat, bereut und erhält Vergebung von Allah. Aber derjenige, der schlechtes hinter dem Rücken einer Person verbreitet, kann nur von demjenigen verziehen werden, hinter dessen Rücken diese Gerüchte verbreitet wurden.“

Verehrte Geschwister,

üble Nachrede heißt, verletzende und beleidigende Worte von einer Person zur anderen zu übermitteln. Auch diese Handlung ist gemäß dem Islam schlecht und daher verboten. Im Koran werden solche Menschen wie folgt beschrieben: „Und nimm keine Rücksicht auf verächtliche Schwüremacher, Verleumder, die üble Nachrede verbreiten, auf den, der das Gute verhindert, einem Übertreter, großen Sünder, Oder auf einen Grobian. Taugenichts dazu, auch wenn er reich an Vermögen und Kindern ist.“ [68:10][68:11][68:12][68:13][68:14] Solche Menschen haben meistens keine guten Absichten. Ihr Ziel ist es, Feindschaft zwischen dem Menschen zu sähen. Deshalb fügen sie den übermittelten Äußerungen auch eigene Worte bei und verderehen die Absicht dieser Äußerung. Indem sie Sreit zwischen den Menschen auslösen, begehen sie jedoch eine weitere Sünde. So hat der Gesandte Gottes gesagt:  „Der, der üble Nachrede verbreitet, gelangt nicht ins Paradies.“ (Buchârî, Âdâb, 50) Im Islam ist die Übermittlung von Äußerungen von einer Person zur anderen nur erlaubt, wenn dadurch Frieden zwischen diesen Menschen gestiftet werden kann. Über diese Menschen hat der Prophet folgendes gesagt: „Wer versucht zwischen den Menschen zu vermitteln und dabei ein Wort von einer Person der anderen übermittelt oder lügt, gilt nicht als Lügner.“

Verehrte Geschwister,

von Neid sprechen wir, wenn jemand eine andere Person aufgrund dessen Wohlbefinden, Reichtum oder anderer Gaben beneidet und wünscht, dass ihr diese Gaben genommen werden. Diese Eigenschaft ist eine der schlechtesten Eigenschaften überhaupt und resultiert aus der Vereinigung von Unwissenheit und Habgier. Neid ist verboten, da sich der Mensch auf diese Weise ungehorsam wird und sich gegen das Ermessen Allahs auflehnt. Unterschieden davon muss jedoch die Form der Beneidung, bei der jemand die Gaben, die eine andere Person besitzt, auch für sich wünscht. Während der bloße Neid verboten ist, wird die Beneidung in diesem Sinne als Eigenschaft der Gläubigen angesehen. Im Koran wird Neid wie folgt beschrieben: „Wenn euch etwas Gutes trifft, empfinden sie es als Übel, und wenn euch ein Übel trifft, so freuen sie sich darüber…“ [3:120] „Viele von den Leuten der Schrift möchten euch, nachdem ihr gläubig wurdet, wieder ungläubig machen, aus Neid in ihren Herzen, obwohl ihnen die Wahrheit inzwischen deutlich geworden war.“ [2:109]

In einem Hadîth wiederum heißt es: „So, wie das Feuer das Holz verbrennt und vernichtet, so macht der Neid auch die guten Taten zunichte.“

Verehrte Geschwister,

diese drei schlechten Eigenschaften, die wir kurz zu erläutern versucht haben, vergiften nicht nur die Person, die sie besitzt, sondern auch die Gesellschaft, die aus diesen Menschen besteht. Wir Muslime müssen uns von so weit wie nur möglich von diesen Eigenschaften fernhalten. Daher müssen wir uns gegenseitig ermahnen und uns gegenseitig helfen, diese Sünden zu vermeiden, um Frieden zu erlangen.

Ich bitte Allah für mich und für euch um Vergebung!

***

Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten!

Geschwister im Islam:

Der Erhabene sagt:

„O die ihr glaubt, meidet viel von den Mutmaßungen; gewiss, manche Mutmaßung ist Sünde. Und sucht nicht (andere) auszukundschaften und führt nicht üble Nachrede übereinander. Möchte denn einer von euch gern das Fleisch seines Bruders, wenn er tot sei, essen? Es wäre euch doch zuwider. Fürchtet Allah. Gewiss, Allah ist Reue-Annehmend und Barmherzig.“

Es wurde überliefert, dass der Allahs Gesandter sagte:

 “Wisst ihr, was üble Nachrede (Ghibah) ist?” Die Leute sagten: “Allah und sein Gesandter wissen es am besten!” Er sagte: “Es ist, wenn du von deinem Bruder etwas sagst, was er nicht mag.” Jemand fragte: “Und wenn mein Bruder (so) ist, wie ich sage?” Der Prophet (salla-llahu alayhi wa sallam) sagte: “Wenn er (so) ist, wie du sagst, dann ist es üble Nachrede, und wenn er nicht so ist, wie du sagst, dann ist es Verleumdung.“ (Muslim)

Von ’Abdullah Ibn ’Abbaas wird berichtet, dass er sagte:

„Der Prophet ging an zwei Gräbern vorbei und sagte: „Sie werden gepeinigt, und dabei geht es nicht um etwas, das schwer wäre zu vermeiden. Einer von den beiden pflegte sich während des Urinierens nicht vor dem Urin zu schützen, und der andere ging herum und verbreitete üble Nachrede über die anderen.“ Er nahm daraufhin einen frischen Palmenzweig, brach diesen in zwei Stücke und pflanzte auf jedes Grab ein Stück davon. Er wurde gefragt: „Warum hast du dies getan, o Gesandter Allahs?“ Er sagte: „Diese mögen ihnen die Pein erleichtern, solange sie noch nicht ausgetrocknet sind.““

Es wurde berichtet, dass der Gesandte Allahs sagte:

„Wer seinem Bruder Unrecht, hinsichtlich der Verletzung seiner Ehre oder sonst irgendetwas zugefügt hat, der soll schon heute für eine Wiedergutmachung sorgen, ehe der Tag kommt, an dem diese durch (Wiedergutmachung mit) Dinar und Dirham nicht mehr möglich sein wird und an dem von seinen guten Taten so viel abgeschnitten wird, wie sein Unrecht ausmacht, und wenn ihm keine guten Taten zugeschrieben worden sind, dann wird ersatzweise etwas von den Übeltaten seines Gegners genommen und (zugunsten) des anderen gelegt.“ (Al-Buchari, 2317)

Ibn Taymiyah sagte auch: „Was die Rechte desjenigen betrifft dem Unrecht getan wurde, so werden sie von der Reue (Taubah) des Unrechtbegehenden nicht aufgehoben. Denn dies ist ein Recht und es gibt diesbezüglich keinen Unterschied zwischen einem Mörder und anderen Übeltätern. Wenn eine Person ihre Übeltat bereut, so werden die Rechte der geschädigten Person dadurch nicht aufgehoben, vielmehr ist es Teil ihrer Reue, die Sünde an der geschädigten Person wieder gut zu machen (ihr das Recht, welches man ihr genommen hat, zurück zu geben).

Wenn der Übeltäter dem Geschädigten sein Recht nicht im Diesseits zurückgibt, dann wird er es zwangsweise im Jenseits zurückgeben müssen. Der Übeltäter, welcher bereut hat, muss viele gute Taten verrichten, damit diejenigen, welche (am Jüngsten Tag) ihr Recht zurück verlangen, ihn nicht bankrott enden lassen. Und wenn Allah den Geschädigten entschädigen will, dann kann niemand Seine Großzügigkeit verhindern, z.B. wenn Er Sünden vergeben will, die geringer als Schirk sind, wem Er will. Deshalb heißt es in dem Hadith über Qasas (vorgeschriebene Bestrafungen), für welches Jaabir ibn ‘Abd-Allah ein Monat lang zu ‘Abd-Allah ibn Unays ritt, um es von seinen Lippen zu hören – welches von Imam Ahmad und anderen überliefert wurde, und welches al-Bukhari als Beweis in seinen Sahih verzeichnete:

 “Wenn Yaum al-Qiyamah kommt, wird Allah alle Geschöpfe auf einer einzelnen Ebene versammeln, so dass der Ansager fähig sein wird, alle dazu zu bringen ihn anzuhören und der Wächter wird fähig sein, alle zu sehen, dann wird Er sie mit einer Stimme rufen, die von weitem und von Nahem gehört werden wird: ‘Ich bin der König, Ich bin der Richter. Keiner der Leute der Hölle wird die Hölle betreten, solange er irgendein Recht an den Leuten des Paradieses übrig hat, bis er es bekommen hat und keiner der Leute des Paradieses wird das Paradies betreten, wenn er irgendein Recht an den Leuten der Hölle übrig hat, bis er es bekommen hat.‘”

Es wird von Abu Sa’id berichtet:

 “Wenn die Leute des Paradieses as-Siraat (die Brücke) überqueren und auf dieser Brücke zwischen dem Paradies und der Hölle stehen werden, dann werden sie ihre Differenzen miteinander regeln und nachdem sie gereinigt wurden, wird ihnen die Erlaubnis gegeben, das Paradies zu betreten.“

Als Allah, sagte:

“und führt nicht üble Nachrede übereinander” – da Lästern eine Übertretung gegen die Ehre der Menschen ist – sagte Er danach:

 “Möchte denn einer von euch gern das Fleisch seines Bruders, wenn er tot sei, essen? Es wäre euch doch zuwider (ebenso sollte euch das Lästern zuwider sein). Fürchtet Allah. Gewiss, Allah ist Reue-Annehmend und Barmherzig.“ (Sure 49:12)

Ibn Taymiyah sagte: „Was die Rechte desjenigen betrifft dem Unrecht getan wurde, so werden sie von der Reue (Taubah) des Unrechtbegehenden nicht aufgehoben. Denn dies ist ein Recht und es gibt diesbezüglich keinen Unterschied zwischen einem Mörder und anderen Übeltätern. Wenn eine Person ihre Übeltat bereut, so werden die Rechte der geschädigten Person dadurch nicht aufgehoben, vielmehr ist es Teil ihrer Reue, die Sünde an der geschädigten Person wieder gut zu machen (ihr das Recht, welches man ihr genommen hat, zurück zu geben).

Er befahl ihnen also, das Lästern zu bereuen, weil es eine Ungerechtigkeit ist. Dies kommt zur Anwendung, wenn der Geschädigte über das Lästern erfahren hat. Aber wenn er nicht davon erfährt und nichts davon weiß, so gibt es die Meinung, dass eine der Bedingungen der Reue die ist, es ihm zu sagen, wohingegen die Mehrheit der Gelehrten besagt, dass es nicht unbedingt notwendig ist, das Opfer in Kenntnis darüber zu setzen. Beide Ansichten wurden von Ahmad überliefert.

Aber er sollte Gutes für das Opfer tun, wie, indem er für ihn Du’aa macht, für ihn um Vergebung bittet und das Verrichten guter Taten (z.B. spenden etc.), um ihm den Lohn dafür zu widmen, um die üble Nachrede und den Tratsch, den man über ihn begangen hat wieder gutzumachen

Nur bei Allâh ist Beistand zu suchen und auf Ihn ist Verlass. Es gibt weder Macht noch Stärke außer durch Ihn! O Allah schütze Ägypten vor jedem Übel!

Kennzeichen der Aufgeblasenheit und der Arroganz

Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten, Dem in Seiner ehrwürdigen Schrift sagt:

„Abwenden aber will Ich von Meinen Zeichen diejenigen, die sich im Lande hochmütig gegen alles Recht gebärden; und wenn sie auch alle Zeichen sehen, so wollen sie nicht daran glauben; und wenn sie den Weg der Rechtschaffenheit sehen, so wollen sie ihn nicht als Weg annehmen; sehen sie aber den Weg des Irrtums, so nehmen sie ihn als Weg an. Dies (ist so), weil sie Unsere Zeichen für Lügen erklärten und sie nicht achteten.“. (Sure 7:146).

Ich bezeuge, dass es keinen Gott da außer Allah ohne Teilhaber gibt, und ich bezeuge, dass unser Prophet Muhammad Sein anbetend Diener und Gesandter ist!

Und nun zum Thema:

Allâh der Allmächtige sagt: „Ich werde von Meinen Zeichen diejenigen abwenden, die auf der Erde ohne Recht hochmütig sind. Wenn sie auch jedes Zeichen sehen, glauben sie nicht daran…“(Sûra 7:146). Und Er sagt ferner: „Gewiss, Er liebt nicht die Hochmütigen.“ (Sûra 16:23)

Der Prophet Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: „Wer in seinem Herzen auch nur das Atomgewicht an Stolz hat, wird nicht das Paradies betreten.“ (Muslim).

Der Prophet Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte weiterhin: „Das Feuer beschwerte sich, indem es sagte: ´Ich bin die Wohnstätte der Arroganten und der Tyrannen.´“

Al-Buchârî und Muslim Allah erbarme sich ihrer berichteten auch, dass der Prophet Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: „Allâh wird am Tag der Abrechnung nicht denjenigen anschauen, der sein Gewand hinter sich her schleift.“

Da sagte Abu Bakr möge Allah mit ihm zufrieden sein: „O Gesandter Allâhs, eine Seite meines Gewands lockert sich aber ich bin sehr vorsichtig dabei [das heißt, er hebt es hoch].“ Daraufhin sagte der Prophet Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken: „Aber du machst das nicht aus Hochmut!“

Der Hochmut ist eine innere Angewohnheit, die den, der damit befallen ist, sich wegen der perfekten Qualitäten und Eigenschaften, die er zu haben glaubt, als „höher“ als Andere sehen lässt.

Dies ist ein sehr gefährlicher Makel, der viele Menschen heimsucht, selbst Asketen, Gelehrte und diejenigen, die Allâh anbeten. Selbstverständlich ist es gefährlich, weil der Prophet Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte, dass derjenige, der in seinem Herzen auch nur einen Atom schweren Anteil an Hochmut besitzt, nicht das Paradies betritt.

Hochmut raubt der hochmütigen Person das Paradies, weil es sie daran hindert, die Eigenschaften der Gläubigen zu erwerben, weil er weder für die Gläubigen das liebt was er für sich selbst liebt, noch bescheiden sein oder Feindseligkeit, Missgunst, oder Zorn vermeiden oder seine Wut zügeln oder guten Rat akzeptieren oder sich von verachtender und übler Nachrede über andere Leute fernhalten kann. Kurz gesagt, er neigt zu allen tadelnswerten Angewohnheiten.

Eine der schlimmsten Formen des Hochmuts ist jene, die einen Mann davon abhält Nutzen aus Wissen zu ziehen und die Wahrheit zu akzeptieren und sich dieser zu fügen.

Jedoch kann eine hochmütige Person Wissen besitzen, auch wenn seine hochmütige Seele ihn nicht der Wahrheit Folge leisten lässt, wie Allâh der Allmächtige sagt: „ Und sie verleugneten sie, obwohl sie selbst davon überzeugt waren, aus Ungerechtigkeit und Überheblichkeit.“ (Sûra 27:14).

Und Er sagt ferner: „Sie sagten: „Sollen wir denn zwei menschlichen Wesen unseresgleichen glauben…?“ (Sûra 23:47). Und Er sagt weiterhin: „Ihr seid nur Menschen wie wir.“ (Sûra 14:10).

Der Prophet Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken erklärte die Bedeutung von Hochmut, als er sagte: „Hochmut besteht darin, die Wahrheit zu missachten und die Leute zu verachten.“

Die Stufen des Hochmuts:

Was den Hochmut angeht, sind Gelehrte und anbetend Dienende in drei Stufen aufgeteilt:

Die erste Stufe besteht darin, dass der Stolz in eines ihrer Herzen eingepflanzt ist, so dass man sich besser als andere vorkommt, aber man versucht dies zu verbessern und handelt bescheiden.

Die zweite Stufe besteht darin, dass irgendeine hochmütige Person unter ihnen Hochmut und Arroganz in öffentlichen Versammlungen zeigt, um zu beweisen, dass sie exzellenter als ihre Kontrahenten ist, und um jeden abzuwerten, der ihr keinen Respekt zeigt.

Die dritte Stufe besteht darin, dass jemand Hochmut und Arroganz durch Worte zeigt; zum Beispiel zeigt er vielleicht, wie stolz er auf sich selbst und auf seine Errungenschaften, seine Abstammung und Anderes ist – mit dem Ziel sich bedeutender als Andere oder eine bestimmte Person darzustellen.

Einige Eigenschaften einer hochmütigen Person:

Er mag es, wenn Leute für ihn aufstehen, ob er gerade kommt oder ob er sitzt. Jedoch sind die Gelehrten der Meinung, dass es empfehlenswert ist, für Eltern, gerechte Herrscher und tugendhafte Menschen aufzustehen.

Er geht nicht, außer wenn jemand hinter ihm geht.

Er besucht niemanden, weil er das Gefühl hat, besser als die Leute zu sein (und deshalb sind sie es, die ihn besuchen sollten).

Er mag es nicht wenn jemand neben ihm sitzt oder geht.

Er weigert sich unter allen Umständen sogar seine eigenen Habseligkeiten zu tragen.

Er hilft seiner Frau nicht beim Haushalt, im Gegensatz zu dem, was der Prophet Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken zu tun pflegte.

Ich bitte Allah für mich und für euch um Vergebung!

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Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten!

Geschwister im Islam: 

Wie man den Hochmut behebt und wie man Bescheidenheit erreicht:

Das Heilmittel für Hochmut, das auch ein Mittel ist um Bescheidenheit zu erlangen, hängt hauptsächlich von der Beseitigung dessen Quelle im Herzen ab. Dies erfordert, dass die hochmütige Person sich selbst und seinen Herrn kennt.

Indem er sich selbst kennt, realisiert er, dass er niemals hätte hochmütig sein sollen. Es reicht ihm, dass der Ursprung seiner Existenz Lehm ist, und dann wurde er aus einem Sperma erschaffen, der an der gleichen Stelle austritt, an der der Urin aus dem Körper tritt, dann aus einem Bluttropfen, dann aus einem Stück Fleisch, dann wurde ihm zusammen mit den Gaben des Hörens, Sehens und Verstandes Leben gegeben. Allâh der Allmächtige weist darauf im Qurân hin, indem Er sagt: „Woraus hat Er ihn erschaffen? Aus einem Samentropfen hat Er ihn erschaffen und ihm dabei sein Maß festgesetzt.“ (Sûra 80:18-19).

Dann begünstigt Der Allmächtige, ihn: „Den Weg hierauf macht Er ihm leicht.“ (Sûra 80: 20).

Daher gibt Allâh dem Menschen Leben, formt ihn in wohlgestalteten Proportionen und bringt ihn in die Welt, worin er mit Essen, Trinken, Kleidung, Rechtleitung und Kraft versorgt wird.

Wenn dies die Realität der Existenz und Erschaffung des Menschen ist, warum sollte er dann hochmütig und arrogant sein?

Wenn dies realisiert ist, sollte die hochmütige Person sich daran erinnern, dass ihr ihr Leben zu jeder Zeit und an jedem Ort genommen werden kann und sie zu dem Zeitpunkt in ihrem Grab begraben sein wird, an dem ihr Körper erschöpft sein wird; und dann wird sie am Tag der Abrechnung ihr „Zeugnis“ erhalten, und es wird zu ihr gesagt werden, wie Allâh uns mitteilt: „Lies dein Buch! Es genügt deine Seele heute als Abrechnende wider dich.“ (Sûra 17:14).

Sich diese Szenarien hin und wieder vorzustellen ist angemessen für das Senken seiner Gefühle des Hochmutes und der Arroganz, bis diese zuletzt ganz schwinden, wenn Allâh will.

Hinsichtlich des Kennens ihres Herrn reicht es der hochmütigen Person, über die Zeichen und Auswirkungen Seiner Macht und Großartigkeit nachzudenken, um zu realisieren, dass niemand im Königreich des Allmächtigen Herrn, Erhaben sei Er, Hochmut zeigen darf.

Einbildung:

Es wurde überliefert, dass der Prophet Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: „Während ein Mann ganz selbstsüchtig in zwei Kleidern herum stolzierte, veranlasste Allâh, dass die Erde ihn verschlingt, und er ist in ihr versunken bis zum Tag der Auferstehung.“ (Muslim).

 Außerdem ist von Ibn Mas´ûd möge Allah mit ihm zufrieden sein überliefert, dass dieser sagte: „Die Zerstörung liegt in zwei Dingen: Selbstgefälligkeit und Verzweiflung.“ Ibn Mas´ûd möge Allah mit ihm zufrieden sein nannte Selbstgefälligkeit und Verzweiflung zusammen, weil Freude nur erreicht werden kann, wenn man sich extrem große Mühe gibt; die verzweifelnde Person gibt sich keine Mühe wegen ihrer Verzweiflung und der Selbstgefällige glaubt, dass er das hat, was er wollte, und so fühlt er, dass er sich keine Mühe mehr zu geben braucht.

Die Selbstgefälligkeit führt zu Hochmut, weil sie ursprünglich eine seiner Ursachen war, und Hochmut führt zu vielen vernichtenden Makeln.

Das Heilmittel für Selbstgefälligkeit:

Allâh der Makellose und der Erhabene, bevorzugte den Menschen, als Er ihn erschuf, und versorgte ihn mit vielen Segnungen. Daher sollte niemand bezüglich seiner Taten, seines Wissens, seiner Schönheit oder seines Reichtums selbstgefällig sein, weil dies Gunsterweisungen von Allâh und Seiner Gnade sind.

Sogar die aufrichtigen Taten einer Person werden ihr nicht das Paradies gewähren, weil Allâh es ist, Der sie zu diesen Taten führt und sie befähigt diese zu verrichten. Von Abû Huraira möge Allah mit ihm zufrieden sein ist überliefert, dass der Prophet Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken einmal sagte: „Niemand wird durch seine Taten das Paradies betreten.“

Man fragte: „Nicht einmal du, o Gesandter Allâhs?“ Er Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: „Nicht einmal ich, außer wenn Allâh mich in Seine Barmherzigkeit eintaucht.“

Es sollte weiterhin bekannt sein, dass die Ursachen von Hochmut auch von den Ursachen für Selbstgefälligkeit kommen. Sie wurden schon erwähnt, also kann oben auf sie zurückgegriffen werden.

Man könnte einwenden, dass ein edler Mann wegen seiner noblen Abstammung selbstgefällig sein kann, und sich vielleicht wünscht, dass seine edlen Bekannten am Tag der Auferstehung für ihn Fürbitte leisten.

Als Kommentar hierzu können wir sagen, dass alle Muslime sich wünschen, dass ihretwegen Fürbitte geleistet wird, und es ist wahr, dass das Leisten von Fürbitten nicht akzeptiert wird, wenn die Sünden einer Person zu groß sind.

Allâh der Allmächtige sagt: „Der Angesehenste von euch bei Allah ist wahrhaftig der gegenüber Allah am meisten in Ehrfurcht Demütige von euch. Allah ist wahrhaftig allwissend, allkundig.. (Sûra 49:13).

Außerdem sagte der Prophet Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken zu seiner Tochter möge Allah mit ihr zufrieden sein: „O Fâtima, ich habe in nichts Macht vor Allâh!“ (Al-Buchârî).

Daher sind es nur die aufrichtigen Taten des Menschen und dessen guten Eigenschaften, die ihn in der Sicht Allâhs „nobel“ oder „ehrenwert“ machen. Außerdem überlieferten Al-Buchâri und Muslim (Allah erbarme Sich ihrer) nach einer Aussage von Abû Huraira möge Allah mit ihm zufrieden sein, dass Allâhs Gesandter Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: „Ich sollte niemanden von euch sehen, der am Tag der Auferstehung mit einem knurrenden Kamel auf seinem Nacken zu mir kommt und um Hilfe nachsucht, indem er sagt: „O Gesandter Allâhs, hilf mir!“ Und ich sollte sagen: „Ich habe keine Autorität über dich; ich habe dir schon übermittelt!““

Wer auch immer also diese Tatsachen kennt und versteht, wird beginnen sich mit dem Rest seines Lebens mit so vielen Anbetungs- und Gehorsamshandlungen, wie er kann, zu beschäftigen, da dies das einzige Rettungsseil ist.

Nur bei Allâh ist Beistand zu suchen und auf Ihn ist Verlass. Es gibt weder Macht noch Stärke außer durch Ihn.

Pflichte des Lehres und der Schüler

Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten, Dem in Seiner ehrwürdigen Schrift sagt:

“ damit (auch) Allah diejenigen von euch, die glauben, und denen das Wissen gegeben worden ist, (dereinst) um Rangstufen erhöht! Allah ist wohl darüber unterrichtet, was ihr tut. „. (Sure 58:11).

Ich bezeuge, dass es keinen Gott da außer Allah ohne Teilhaber gibt, und ich bezeuge, dass unser Prophet Muhammad Sein anbetend Diener und Gesandter ist!

Und nun zum Thema:

Wir stehen vor Beginn eines neuen Studienjahres, so bitten Allah für unsere Kinder um Erfolg.

Zweifelsohne widmet der Islam der Wissenschaft großartige Wert und spezielle Bedeutung, denn die Wissenschaft ist das Leben der Herze und Licht der Augen. Der Erhabene sagt: „Sag: Sind (etwa) die Wissenden den Nichtwissenden gleich (zusetzen)? (Doch) nur diejenigen, die Verstand haben, lassen sich mahnen.“ (Sure 39:9)

Die Aufsicht des Islam der Wissenschaft gegenüber stellt sich klar dar, in dem das erste Geoffenbarte Wort des ehrwürdigen Korans die Aufforderung zum Lesen war, wo Der Erhabene sagt: „Lies im Namen deines Herrn, Der erschuf. Er erschuf den Menschen aus einem Blutklumpen. Lies; denn dein Herr ist Allgütig, Der mit dem Schreibrohr lehrt, lehrt den Menschen, was er nicht wußte.“ (Sure 96:1-6) So war der erste geoffenbarte Befehl das Lesen, was auf ihre Bedeutung hinweist.

Ein Rat an den ernsthaften zukünftigen Studenten, der nach Übersee will, um den Islâm zu studieren. Wir haben Bilder in unseren Köpfen, uns in den Minaretten von Medina zu sonnen oder im Schatten des Hofes der Azhar zu sitzen, oder in einem Dorf in Mauretanien zu knien oder in der Moschee in Deoband zu sitzen und den Erben des Propheten zuzuhören – den Gelehrten, die uns ihr Erbe übermitteln. Viele fiebern den Tagen entgegen, an denen sie in der Lage sein werden, nach Wissen zu streben und in ihrem Glauben zu wachsen.

Viele von uns haben jedoch, obwohl sie behaupten Wissen zu lieben und beabsichtigen (eines Tages) danach zu streben, einen schwerwiegenden Fehler gemacht, der uns für den Rest unseres Lebens behindern könnte (wenn wir an Gelegenheitseinbuße glauben) oder uns zumindest von dem abhalten wird, was wir hätten erreichen können. Wie?

Während unseres Träumens von der Zukunft, unseres Hoffens darauf, in Zukunft zu studieren, unseres Planens, nach diesem segensreichen Leben spendenden Wasser zu streben, haben wir es voll und ganz und leichtsinnig vernachlässigt, in der Gegenwart nach Wissen zu streben. Im Hier und Jetzt.

„Zeit ist der Kern des Lebens, die Sphäre, in der der Mensch lebt, die Zitadelle seines Geistes und seine Existenz, die ihm und anderen nutzt.“

Viele von uns übersehen unsere lokalen Quellen (Gelehrten), von denen einige Koryphäen in den Islâmwissenschaften sind, da sie denken, dass sie eines Tages in Übersee sitzen und nach Wissen streben werden. Wenn wir jedoch wirklich das Wissen lieben würden, wenn wir es wirklich lieben würden – würden wir es uns dann nicht zum Ziel setzen, jeden Tropfen zu erlangen, den wir bekommen können? Wenn wir wüssten, dass etwas vom Erbe des Propheten in unseren Städten verfügbar ist, würden wir uns dann nicht damit beeilen, ein wenig Zeit in unserem geschäftigen Leben bereitzustellen, um an dessen Segen teilzuhaben?

Ist es also das Wissen um die Religion Allâhs, das wir lieben, oder haben wir uns in die Reise in ein weit entferntes Land verliebt, in dem wir denken, Erleuchtung zu finden? Ist es das Wissen um die Sunna des Propheten, das wir lieben, oder die Romantik, das Geheimnisvolle, der Reiz und das Abenteuer, an einen Ort zu gehen, an dem wir denken uns von unserem Leben trennen zu können und etwas Rechtleitung zu finden?

Wenn wir das Wissen erstreben würden und nicht lediglich das Abenteuer, unsere Wünsche zu erfüllen, würden wir dann nicht in unsere eigenen Städte und Ortschaften zum Wissen eilen, genauso wie wir zum Gebet eilen, wenn der Muezzin „Auf zum Erfolg!“ ruft?

Wenn es in unseren Städten und Ortschaften Gelehrte, Organisationen und Lernzirkel gibt, im Internet Quellen mit Live-Lehrern zur Verfügung stehen, so viel Reichtum zum Anfassen – wie kann ich dann behaupten, dass ich mir Wissen wünsche, es jedoch übersehen, wenn es mir zu Füßen gelegt wird? Die Zeit rennt dir und mir davon, jede Sekunde. Und jede Sekunde, die wir uns nicht darum bemüht haben zu lernen, ist Zeuge gegen unsere Aussage: „Ich liebe es, etwas über Allâhs Religion zu erfahren.“ Jede Sekunde, in der wir den einen oder anderen Grund fanden, um „Ich mag keinen Gelehrten in meiner Umgebung“ zu sagen, ist eine weitere Sekunde, die gegen unsere Aussage „Ich würde gerne den Islâm studieren“ Zeuge ist.

 Antworten unsere Herzen nicht weinend auf jeden Qurân-Vers, den wir auf Arabisch hören und nicht verstehen: „Wenn ich dich doch nur verstehen könnte!“? Wie können wir dann, wenn wir wissen, dass dieses Wissen in unseren Städten im Westen zur Verfügung steht, festlegen, dass andere Dinge wichtiger sind und nicht zumindest etwas Freizeit dafür vorsehen, dieses Wissen zu erlangen?

Möglicherweise wurden wir einfach nicht auf diese Quellen aufmerksam gemacht, oder wir dachten, sie seien nicht vorhanden. In diesem Fall ist es kein Problem. So Allâh will, können wir die Anstrengung unternehmen, sie ausfindig zu machen, uns ihnen anzuschließen und unser Verständnis hinsichtlich der Religion Allâhs zu erweitern.

Es ist verständlich, dass viele von uns in ihrem Leben dem Verdienen des Lebensunterhalts nachgehen, Familien ernähren und sich bilden müssen. Allerdings haben wir unsere Freizeit, die Wochen, die uns in unserem Urlaub zur Verfügung stehen, die Wochenenden, die Pendelzeiten zur Schule oder zur Arbeit, die Augenblicke im Auto – wir haben sie verworfen, als gäbe es sie nicht, um Wissen zu erlangen – kostbare Sekunden des Lebens und Atmens, die uns geschenkt werden.

 Wenn wir verstehen würden, was es bedeutet nach Wissen zu streben, wie Muhammad ibn al-Hasan As-Schaibânî, der große hanafitische Rechtsgelehrte und Mitbegründer der Rechtsschule, es tat – dann würden wir beim Lesen der Bücher des Wissens einnicken, wie es bei ihm geschah, und jedes Mal, wenn wir von einem Fach gelangweilt wären oder wir uns schläfrig fühlten, würden wir von einem Einnicken ins andere fallen, bis der Schlaf uns übermannen und wir kaltes Wasser benutzen würden, um wach zu bleiben.

 Wenn wir verstehen würden, dass das Streben nach Wissen keine einjährige, zweijährige oder fünfjährige Odyssee ist, sondern eine Verpflichtung, jeden Tag unseres Lebens unser Religionsverständnis zu erweitern, dann würden wir uns die Zeit nehmen, uns selbst zu organisieren, einen Gelehrten aufzusuchen, einen Lernzirkel, eine Organisation, ein System, das uns aufnehmen und uns in einer organisierten, methodischen und zielorientierten Art und Weise ein besseres Verständnis bieten könnte. Wir müssen uns selbst fragen: „Bin ich wirklich so beschäftigt, dass ich keine Zeit habe (und dies ist möglich), oder bin ich faul oder bin ich so hochmütig, dass ich den Bildungsstand, den Sprachstil oder die Meinungen der Gelehrten in meiner Umgebung nicht mag und deshalb nichts von ihnen annehme?“

Gepriesen sei Allâh! Liebe Brüder und Schwestern: Wir haben so viele Quellen, um in unserer Freizeit so viel zu lernen! Lasst uns die Absicht fassen, sie zu nutzen! Wir sind in die Falle geraten, das Streben nach Wissen als ein Ereignis oder eine Lebensphase zu betrachten, als ein Zukunftsstreben – anstatt als eine Pflicht, eine Liebe, eine Aufgabe, der wir uns von jetzt an bis zu unserem Todestag annehmen sollten. Ein Prozess der Selbstverbesserung, der von heute an bis zu unserem letzten Atemzug angestrebt werden sollte. Und in dieser Falle haben wir all die vielen Möglichkeiten ignoriert, unser Verständnis von Seiner Religion zu mehren.

Ich bitte Allah für euch und für mich um Vergebung!

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Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten!

Geschwister im Islam: 

Es ist die Sunna der Gelehrten und der rechtschaffenen Vorfahren, zuerst im eigenen Umfeld nach Wissen zu streben und dann zu reisen. Und dies ist die vernünftigste Wahl eines Studenten.

Wir sollten uns der Macht, des Segens und der Großartigkeit des Reisens um des  Wissens willen bewusst sein! Wahrhaftig! Laut dem Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) bitten und beten der Fisch in den Meeren und die Tiere auf dem Festland für den reisenden Studenten des Wissens. O Allâh! Wir sollten jedoch auch wissen, dass es eine Tradition der Gelehrten ist, zuerst so viel Wissen wie möglich bei den Menschen aus ihrem Umfeld zu erlangen und dann zu reisen, um ihr Wissen zu mehren.

Die Menschen, die ernsthaft studieren möchten, um den Qurân in dessen eigener Sprache zu verstehen, sollten wissen, dass es viele grundlegende Wissenschaften wie beispielsweise Grammatik und Grundwortschatz gibt, die zu einem höchst annehmbaren Niveau erlernt werden können, indem man in den vielen Einrichtungen im eigenen Umfeld studiert, besonders in Großstädten mit großer muslimischer Bevölkerung. Warum zu einer großen Universität gehen, um das Einmaleins zu lernen, wenn man dorthin gehen kann, um Ingenieurwissenschaften zu studieren? Doch wenn wir zu faul sind, die Grundlagen zu Hause zu erlernen, oder nicht die Disziplin aufbringen können, in unserem Leben Platz dafür zu finden, dann ist es unser eigener Verlust.

Wie unser Lehrmeister-Imâm sagte:

 „Die Methode der gelehrten rechtschaffenen Vorfahren bestand darin, in ihrem Umfeld nach Wissen zu streben und erst dann auszuwandern. Darauf zu warten, in Übersee bei Gelehrten zu studieren, könnte ein Zeichen dafür sein, dass es einem an Aufrichtigkeit für das Wissen fehlt, da man an diesem Punkt möglicherweise seinen sehnsüchtigen Wünschen anstatt dem Wissen nachgeht. Mit anderen Worten: Wenn man im Streben nach Wissen aufrichtig ist, dann wird man es selbst in Kansas suchen. Wenn man zudem das Wissen liebt, dann wird man es nehmen, woher man kann – wie Moses (Friede sei mit ihm). Mit anderen Worten: Beim Versagen, lokale Quellen zu nutzen, könnten das größte Anzeichen für seelische Verstimmung intellektuelle Mängel und Augendienerei sein.“

Es sind unsere ureigenen Sekunden, die verstrichen sind, ohne ein tieferes Verständnis von Allâh und Seiner Offenbarung erlangt zu haben. Unsere ureigenen Gebete sind mit Versen absolviert, die wir nicht verstehen konnten.

Deine Motivation:

Stell dir vor, dass du im Ramadân im Tarâwîh-Gebet (zusätzliches freiwilliges Gebet nach dem Nachtgebet im Ramadân) stehst, und jeder Vers, jedes Wort dir seine Bedeutung offenbart und dir die Botschaft vermittelt, die dein Herr dir gab! Stell dir vor, die Bedeutung der Worte zu verstehen, und stell dir vor, wenn du sie hörst, zu verstehen, was dein Herr von dir verlangt!

So Allâh will, meine geliebten Brüder und Schwestern, wird dies, wenn wir uns bemühen, für uns Realität werden! Doch wir müssen es uns verdienen!

Nur bei Allâh ist Beistand zu suchen und auf Ihn ist Verlass. Es gibt weder Macht noch Stärke außer durch Ihn.

Lehren aus der Hidschra

Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten, Dem in Seiner ehrwürdigen Schrift sagt:

“ Diejenigen, die wahrhaftig glauben, um des Glaubens Willen ausgewandert sind und für Gottes Sache gekämpft haben, können fest mit Gottes Barmherzigkeit rechnen. Gott ist voller Vergebung und Barmherzigkeit. „. (Sure 2:218).

Ich bezeuge, dass es keinen Gott da außer Allah ohne Teilhaber gibt, und ich bezeuge, dass unser Prophet Muhammad Sein anbetend Diener und Gesandter ist!

Und nun zum Thema:

Die Auswanderung war ein der großartigsten Ereignisse in der islamischen Geschichte, so besprechen wir die wichtigsten Lehren daraus wie folgt:

Der Kampf zwischen der Wahrheit und der Unwahrheit ist uralt, fortwährend und eine unabwendbare göttliche Norm. Allâh der Allmächtige sagt: „die zu Unrecht aus ihren Wohnstätten vertrieben wurden, nur weil sie sagen: Unser Herr ist Allâh. Und wäre nicht der Schutz Allâhs für die einen Menschen vor den anderen, so wären gewiss Klöster und Kirchen und Synagogen und Moscheen, in denen Allâhs Name häufig genannt wird, zerstört worden. Und Allâh wird wahrhaftig helfen, wer Ihm hilft. Allâh ist wahrhaftig stark, allmächtig.“ (Sûra 22:40.)

Ein derartiger Kampf hat ein bekanntes Ende: „Allâh schreibt vor: „Siegen werde Ich ganz gewiss – und Meine Gesandten.“ Gewiss, Allâh ist stark, Allmächtig“ (Sûra 58:21.)

Die Gegner der Da’wa (einladender Aufruf zum Islâm) intrigieren gegen den Aufrufenden: Dies ist eine wiederkehrende Praxis, die die Form der Strafvollstreckung, des Mordes, des Exils und der Ausweisung annimmt, und in einem derartigen Fall sollte der Aufrufende Zuflucht zu Allâh dem Allmächtigen suchen, auf Ihn vertrauen, sich auf Ihn verlassen und genau wissen, dass die bösen Intrigen letztendlich nur denjenigen schaden, die sie ersinnen, wie es im folgenden Vers erläutert wird: „Und als die Islâmleugner gegen dich Ränke schmiedeten, um dich festzusetzen oder zu töten oder zu vertreiben. Sie schmiedeten Ränke, und Allâh schmiedete Ränke. Aber Allâh ist der beste Ränkeschmied.“ (Sûra 8:30.)

 Zur Zeit der Hidschra (Auswanderung) nutzten Verfechter der Falschheit und Gegner der Da’wa Geld, um schwache zum Islâm Aufrufende anzulocken, im Versuch die Da’wa und diejenigen, die dazu aufrufen, zu unterdrücken. Daher teilten sie demjenigen, der einen Auswanderer tot oder lebendig bringen würde, einhundert Kamelstuten zu. Surâqa, einer derjenigen, die nach dieser Belohnung strebten, brach auf um dies zu bekommen, aber ihm blieb am Ende nur finanzieller Verlust, jedoch mit dem reichlichsten und besten Gewinn, nämlich dem des Glaubens. Er riet anderen Leuten davon ab, nach dem Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  zu jagen, wodurch er das verkörperte, wodurch Allâh der Allmächtige Seine Verbündeten und Aufrufenden beschützt. Allâh der Allmächtige sagt: „Diejenigen, die Islâmleugner sind, geben ihren Besitz aus um von Allahs Weg abzuhalten. Sie werden ihn ausgeben, und hierauf wird es eine gramvolle Reue für sie sein. Hierauf werden sie besiegt werden. Und diejenigen, die Islâmleugner sind, werden zur Hölle hin versammelt werden.” (Sûra 8:36.)

Wenn man über das Ereignis der Hidschra nachdenkt und über die dazugehörende Planung und Genauigkeit der Mittel, die vom Anfang bis zum Ende benutzt wurden, und zwar von den Voraussetzungen bin hin zu dem, was in ihrem Nachhinein geschah, so deutet all dies darauf hin, dass die Planung, die durch die göttliche Offenbarung unterstützt wurde, im Leben des Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken funktionsfähig war. Es wird auch deutlich, dass die Planung Teil der prophetischen Sunna war und ein Teil der göttlichen Aufgabe in allem, womit ein Muslim beauftragt ist damit umzugehen. Diejenigen, die zur Spontaneität unter dem Vorwand neigen, dass die Planung und Perfektion nicht zur Sunna gehören, irren sich und schaden sich dadurch selbst und auch anderen Muslimen.

 Hinsichtlich der Zeit der Auswanderung desPropheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  und seines Aufbruchs bemerken wir Folgendes:

Genaues Planen, was die Auswanderung trotz der dazugehörenden Schwierigkeiten erfolgreich werden ließ, da alles gänzlich durchdacht war. Zum Beispiel:

Der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  ging zu Abû Bakr  möge Allah mit ihm zufrieden sein als es sehr heiß war, zu einer Zeit also, zu der die Leute ihre Häuser nicht verlassen würden. Er  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  pflegte Abû Bakr  möge Allah mit ihm zufrieden sein zu dieser Zeit nicht zu besuchen; er tat dies, damit ihn niemand sehe.

Der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  bedeckte sich mit einem Tuch, als er zu Abû Bakr  möge Allah mit ihm zufrieden sein ging, weil dies die Möglichkeit verringerte, dass ihn jemand erkennen könnte.

Der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  wies Abû Bakr  möge Allah mit ihm zufrieden sein an, jeden der zuhause anwesend war, aus dem Haus zu schicken, und als er zu ihm sprach, ließ er ihn nur den göttlichen Befehl zur Auswanderung wissen, ohne den Zielort anzugeben.

Sie brachen in der Nacht auf und verließen das Haus Abû Bakrs durch eine Hintertür.

Sie waren höchst vorsichtig, indem sie einen Pfad nahmen, der unüblich für die Leute war, und sie fragten nach Hilfe eines Experten für die Wüstenroute, der ein Götzendiener war, aber gute Moral und Selbstbeherrschung besaß. Dies deutet darauf hin, dass der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  sich nicht davon zurückhielt die Erfahrung irgendeiner Person zu nutzen.

Sie wählten Leute mit erkennbaren Charakterstärken um beim Prozess der Auswanderung zu helfen. Es ist schriftlich vermerkt, dass all diese Leute einzeln miteinander verbunden sind, durch Verwandtschaft oder im Dienste einer Aufgabe, etwas, das sie zu einer Einheit machte, die arbeitete um das große Ziel zu erreichen.

Sie wiesen jeder Person der Familie eine angemessene Aufgabe zu, die sie bestens erfüllen konnte, so dass sie fähig war es zu tun und die Auswirkungen auszuhalten.

Es war eine erfolgreiche Idee, dass Alî  möge Allah mit ihm zufrieden sein auf dem Schlafplatz des Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  schlief. Die Leute wurden dadurch irregeführt, getäuscht und vom Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  abgelenkt, bis er in der Nacht, durch Allâh den Allmächtigen beschützt, abreiste, während die Leute schliefen. Sie hatten ihre Aufmerksamkeit auf den Schlafplatz des Gesandten Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken gerichtet und glaubten ohne Zweifel, dass er immer noch mit seinem Gewand bedeckt schlief, obwohl es Alî ibn Abî Tâlib  möge Allah mit ihm zufrieden sein war, der an diesem Platz lag.

Ich bitte Allah für mich und für euch um Vergebung!

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Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten!

Geschwister im Islam:

Die Reisebedingungen wurden präzise geplant

Alî  möge Allah mit ihm zufrieden sein schlief im Bett des Gesandten Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  um die Götzendiener zu täuschen; Alî blieb auch zurück, um die dem Propheten anvertrauten Gegenstände deren Eigentümer zurückzugeben und dann aufzubrechen um sich dem Gesandten Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  anzuschließen.

Abdullâh ibn Abû Bakr: ein wahrhaftiger und intelligenter Mann und ein Untersucher der Bewegungen der Feinde.

Asmâ, die mit den zwei Schärpen: Die Trägerin der Nahrungsversorgung von Makka bis zur Höhle, während die Islâmleugner wie wild nach dem Propheten Muhammad,  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  suchten um ihn zu töten.

Âmir Ibn Uraiqit: Der ehrliche Reiseführer und einsichtige Wüstenexperte, der wachsam auf den Gesandten Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken wartete und ihm seine Zustimmung gab sich von der Höhle auf den Weg nach Yathrib (Madîna) zu machen.

Dies kennzeichnet die genaue, wunderbare Planung, weise Vorsicht, angemessene Platzierung jeder Person, die an der Auswanderung teilnahm, das Füllen der Lücken, eine richtige Deckung aller Erfordernisse der Reise und die Nutzung von nur notwendigen Leuten.

 Der Gesandte Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  nutzte die angemessenen Mittel innerhalb seiner Kapazität, und die Hilfe Allâhs konnte folglich erwartet werden.

Die Nutzung erhältlicher Mittel ist eine Notwendigkeit

Die Nutzung erhältlicher Mittel ist notwendig und verpflichtend. Dies bedeutet jedoch nicht, dass das Resultat unbedingt erreicht wird, weil dies von der Anordnung und vom Willen Allâhs des Allmächtigen abhängt; daher ist das Verlassen auf Allâh den Allmächtigen notwendig um die Nutzung der erhältlichen Mittel zu ergänzen.

Der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  bereitete alle erhältlichen Mittel vor und nutzte sie, aber zur gleichen Zeit richtete er sich an Allâh den Allmächtigen, sprach Bittgebete und bat Ihn, ihm Erfolg zu gewähren. In diesem Fall wurde das Bittgebet erhört und die Leute, die am Eingang der Höhle standen, gingen fort; das Pferd von Surâqa konnte sich nicht bewegen, und der Plan wurde von Erfolg gekrönt.

Der Glaube an materielle Wunder

Es gab materielle Wunder, die während der Hidschra des Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  stattfanden. Sie waren greifbare Anzeichen, dass Allâh der Allmächtige Seinen Gesandten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  bewacht und beschützt. Eines dieser Wunder war gemäß den Überlieferungen das Spinnengewebe am Eingang der Höhle. Ein anderes war der Vorfall des Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken mit Umm Ma’bad und seiner Geschichte mit Surâqa und dessen Versprechen, dass er zwei Armbänder des Kisra (Khosroes), des Königs von Persien, tragen würde. Zum Islâm Aufrufende sollten es nicht vermeiden diese Vorfälle zu erwähnen. Sie sollten sie erwähnen, solange sie in der prophetischen Sunna sind, vorausgesetzt, dass sie die Aufmerksamkeit der Leute auf die Tatsache ziehen, dass diese Wunder Teil des Beweises für Muhammads Prophetentum und dessen Botschaft sind.

Zulässigkeit, die Hilfe eines vertrauten Islâmleugners anzunehmen

Es ist dem zum Islâm Aufrufenden erlaubt die Hilfe derer zu ersuchen, die nicht an ihre Da’wa glauben, solange sie ihnen trauen und sich auf sie verlassen können, dass sie ihnen helfen. Der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  und Abû Bakr  möge Allah mit ihm zufrieden sein stellten einen Götzendiener ein, der ihnen den Weg zeigte. Sie gaben ihm ihre Kamele und vereinbarten ein Treffen mit ihm an der Höhle Thaur. Dies waren ernsthafte Angelegenheiten, die sie ihn wissen ließen; es gibt keinen Zweifel, dass der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  und Abû Bakr  möge Allah mit ihm zufrieden sein ihm vertrauten. Dies deutet darauf hin, dass es vielleicht etwas gibt, was dieser Islâmleugner oder der Ungehorsame oder die Person, die nicht zur Da’wa gehört, besitzt, was den zum Islâm Aufrufenden dazu bringt ihm zu vertrauen – wie Blutsverwandtschaft, langjährige Bekanntschaft, Nachbarschaftsbeziehungen oder das Erwidern eines Gefallens. Es könnte auch sein, dass diese Menschen eine gute Art an Grundmoral besitzen, wie Ehrlichkeit, Gutes tun zu wollen und andere Gründe. Diese Angelegenheit ist relativ und sollte der Intelligenz der zum Islâm Aufrufenden sowie deren Wissen über diese Person überlassen werden.

Nur bei Allâh ist Beistand zu suchen und auf Ihn ist Verlass. Es gibt weder Macht noch Stärke außer durch Ihn.