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Konzept der Auswanderung zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart

Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten, Dem in Seiner ehrwürdigen Schrift sagt:

„Wenn ihr ihm nicht helft, so (wisset, daß) Allah ihm damals half, als die Ungläubigen ihn vertrieben haben -, wie sie da beide in der Höhle waren und er zu seinem Begleiter sagte: „“Sei nicht traurig; denn Allah ist mit uns.““ Da ließ Allah Seinen Frieden auf ihn herab und stärkte ihn mit Heerscharen, die ihr nicht saht, und erniedrigte das Wort der Ungläubigen; und Allahs Wort allein ist das höchste. Und Allah ist Erhaben, Allweise.“. (Sure 9:40).

Ich bezeuge, dass es keinen Gott da außer Allah ohne Teilhaber gibt, und ich bezeuge, dass unser Prophet Muhammad Sein anbetend Diener und Gesandter ist!

Und nun zum Thema:

Das arabische Nomen Hidschra bezieht sich wörtlich auf die Tat des Aufgebens oder des Loslassens. Daher bezeichnet das Wort Muhâdschir, wie es in Hadîthen erwähnt wird, eine Person, die sich von dem lossagt, was Allâh der Allmächtige verboten hat. Dies beschränkt sich nicht auf eine bestimmte Zeit oder einen bestimmten Ort; jeder, der sich an die Anordnungen Allâhs des Allmächtigen hält und Sünden aufgibt, wird als ein Muhâdschir betrachtet.

Die Hidschra des Propheten Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken hatte jedoch ein andersartiges Ausmaß; es bezieht sich auf seine Auswanderung, dem Streben nach der Zufriedenheit Allâhs des Allmächtigen trotz seiner Zuneigung zu seinem Heimatland und der Affinität zu seiner natürlichen und sozialen Umwelt. Dieses Heimweh nach Makka wurde auch leidenschaftlich von den Muhâdschirûn ausgedrückt – diejenigen, die mit ihm Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken ausgewandert waren – vor allem während der ersten schwermütigen Tage.

Dies war so, weil die Hidschra es erforderte, sich an die neue Atmosphäre in Madîna zu gewöhnen – angesichts des unterschiedlichen Klimas, das einigen der Muhâdschirûn an Fieber leiden ließ, sowie der Wirtschaft, weil diese dort auf der Landwirtschaft basierte, wogegen sie in der Heimat, in Makka, auf dem Handel basierte, wo sie Besitz und Reichtum zurückgelassen hatten.

Die Hidschra ist jedoch eine von Allâh auferlegte Pflicht, der gehorcht werden muss, so wie man die Schwierigkeiten, wenn man sie ausführt, erleiden muss. Als sie begann, machten sich Züge von Muhâdschirûn nacheinander auf zum neuen Land – dem zentralen Ziel der Auswanderung. Frauen nahmen an diesem gesegneten Ereignis ebenfalls teil, wie Umm Salama Hind bint Abû Umayya möge Allah mit ihr zufrieden sein, die von den Islâm-Leugnern in Makka großem Leid ausgesetzt war. Beim Versuch, sie an der Hidschra zu hindern, nahmen sie ihr ihr neugeborenes Kind weg, so dass ihre Hand sich ausrenkte; aber sie beharrte und war trotz Gefahr und Drangsal erfolgreich in der Auswanderung.

Die Anweisung war allgemein für alle Gläubigen, weil die Verse des Qurân periodisch offenbart wurden und auf die Verdienste des Verrichtens der Hidschra hinwiesen; sie galt vom Anfang der Auswanderung bis zum Jahre acht nach der Hidschra, als sie nach der Einnahme Makkas widerrufen wurde.

Was Madîna als Zielort der Hidschra betrifft, so gab Allâh der Allmächtige es Selbst an, indem es dem Propheten Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken geoffenbart wurde. Der Prophet sagte: „Ich habe in meinem Traum gesehen, dass ich von Makka in ein Land mit Palmen auswandere. Zuerst dachte ich, dass es Al-Yamâma oder Hâdschar war, aber es war Madîna (Yathrib).“

Es würde später klar werden, dass diese Stadt, die schon Knospen des Glaubens trug, die Massenankunft der Muslime erforderte, um sie vor den lauernden Feinden unter den Quraisch, Juden und Beduinen zu schützen. Daher offenbarte Allâh der Allmächtige motivierende Verse für die Auswanderer durch folgende Worte:

– „Diejenigen, die den Glauben verinnerlichen, und diejenigen, die auswandern und sich auf Allâhs Weg abmühen, sie hoffen auf Allâhs Erbarmen.“ (Sûra 2:218)

– „Und diejenigen, die um Allâhs willen ausgewandert sind, nachdem ihnen Unrecht zugefügt wurde, denen werden Wir ganz gewiss im Diesseits Gutes zuweisen.“ (Sûra 16:41)

– „Wer um Allâhs willen auswandert, wird auf Erden viele Zufluchtsstätten und Wohlstand finden.“ (Sûra 4:100)

Gemäß Seiner edlen Verheißung erlangten die Auswanderer eine große Ehre in diesem Leben, abgesehen von der Belohnung von Ihm. Indem sie die ersten Menschen waren, die einen muslimischen Staat errichteten, erlangten sie das Wohlgefallen Allâhs des Allmächtigen und die Nähe zu Ihm, wie Er sagt: „Die vorausgeeilten Ersten von den Auswanderern und den Helfern und diejenigen, die ihnen auf beste Weise gefolgt sind – Allâh hat Wohlgefallen an ihnen.” (Sûra 9:100)

Daher gedenkt Allâh der Allmächtige ihrer im Qurân, der bis zum Ende der Zeit von Muslimen als Anbetungshandlung rezitiert wird.

Die Hidschra: eine Sitte der Propheten

Der Prophet Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken war nicht der erste, der um Allâhs des Allmächtigen willen auswanderte. Viele Propheten machten diese Prüfung durch. Allâh der Allmächtige informiert uns, dass (Abraham von seinem Heimatland nach Ägypten und in andere Länder auswanderte, um den Monotheismus zu verkünden; Jakob und Josef zogen von Palästina nach Ägypten; Lot Frieden sei auf ihm verließ sein Tal wegen Korruption und Missachtung seiner Botschaft; und Moses Frieden sei auf ihm wanderte mit seinem Volk von Ägypten zum Sinai aus, um mit ihrer Religion vor der Tyrannei des Pharao zu fliehen.

Daher ist die Hidschra eine Sitte der Propheten, wobei die Auswanderung des Propheten Muhammad Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken die letzte und die bedeutendste in ihrer Auswirkung war.

Die Hidschra: Ein Wendepunkt in der Geschichte

Die Hidschra führte zur Gründung eines muslimischen Staates in Madîna, der die Gesellschaft auf der Basis von Solidarität, Liebe, Brüderlichkeit, Freiheit, Gerechtigkeit und Garantie von Rechten konsolidierte.

Der Prophet Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken war Staatsoberhaupt, Oberbefehlshaber, oberster Richter und der erste Mentor. Er Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken implementierte die islâmische Scharî’a stufenweise, so wie sie ihm offenbart wurde, von Vers zu Vers. Die Gefährten studierten sie und wandten sie auf sich selbst an, nachdem sie ihre Auslegung vom Propheten Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken gelernt hatten.

Daher formten sie eine Generation, die sich der Existenz Allâhs bewusst war, und das anbetende Dienen gegenüber Allâh dem Allmächtigen befähigte sie zum Vereinen mit dem Wohnen im Diesseits. Sie arbeiteten unter dem Motto: Arbeite für das Diesseits, als würdest du für immer leben, und für das Jenseits, als würdest du morgen sterben.

Innerhalb eines Jahrzehnts, vereinte sich der Großteil der Arabischen Halbinsel unter diesem Banner des Islâm, der weite Landstriche umfasste, die sich von As-Sind im Osten bis zum Atlantik im Westen erstreckten, wobei die meisten Menschen den Islâm und dessen Scharî‘a annahmen. Sie formten eine blühende Zivilisation, die für viele Jahrhunderte auf den Gebieten der Rechtsprechung, Bildung, Kosmologie und Physik ihre Früchte hervorbrachte.

Ich bitte Allah für mich und für euch um Vergebung!

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Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten!

Geschwister im Islam:

Obwohl die Auswanderer vielen Problemen ausgesetzt waren, ließen sie sich im neuen Land nieder, denn der Erhalt der Aqîda und die Herausforderung der Verkündung des Islâm waren für sie vorrangig. Die Hidschra (Auswanderung) wurde sogar für jeden Muslim zur Pflicht, um den Propheten Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken zu unterstützen und ihm persönlich Beistand zu leisten. Als jedoch Makka erobert wurde, wurde die Hidschra beendet, da der Sinn der Hidschra in der Unterstützung der Religion und der Furcht vor der Gefahr der Nicht-Muslime besteht.

Eines der bedeutendsten Ergebnisse dieser Hidschra war die Gründung des ersten islâmischen Staates. Er war der erste Staat, den ein Prophet gründete. Der Islâm beinhaltet nämlich die Anbetungshandlungen sowie die Legislative und Exekutive. Die Hidschra bereitete die muslimische Gemeinschaft und die Mitmenschen darauf vor, einen vorbildhaften Staat zu gründen, dessen Ziel es ist, eine geeignete Umgebung zu schaffen, in der allein Allâh verehrt wird und eine Gesellschaft zu formen, in der die religiöse Brüderlichkeit dominiert und der vorislâmische Stammesfanatismus schwindet.

Die Grundlage für den Aufbau dieses Staates und dieser Gesellschaft auf neuen Fundamenten war der Gehorsam gegenüber Allâh und Seinem Gesandten Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken. Im Folgenden werden die Ergebnisse der Hidschra und der Errichtung des islâmischen Staates erörtert:

Die Verwirklichung der reinen und alleinigen Verehrung Allâhs

Der Islâm verursachte eine tief greifende und umfassende Umstrukturierung der Glaubensgrundsätze. Es gab keinen Platz mehr für die Anbetung von Götzen, Sternen, sowie für Aberglauben, auch nicht für Zauberei und Wahrsagerei, oder Talismane und Geisterbeschwörungen. Vielmehr wandten sich die Bewohner des neuen islâmischen Staates in ihren Vorstellungen, ihrer Ibâda und ihrem Benehmen dem Tauhîd (der reinen Verehrung Allâhs) zu. Allâh ist ein Einziger: „Euer Gott ist ein Einziger Gott. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Allerbarmer, dem Barmherzigen.“ (Sûra 2:163) und: „Die Blicke erfassen Ihn nicht, Er aber erfasst die Blicke. Und Er ist der Feinfühlige und Allkundige.“ (Sûra 6:103)

Keines Seiner Geschöpfe ähnelt Ihm. Er selbst beschrieb sich mit Eigenschaften, wie Hören, Sehen, Wissen, ewiges Leben und anderen Eigenschaften, die im Qurân und der Sunna vorkommen. Jedoch können Seine Eigenschaften nicht mit den Eigenschaften Seiner Schöpfung verglichen werden: „Nichts ist Ihm gleich; und Er ist der Allhörende und Allsehende.“ (Sûra 42:11)

Der Islâm hat die Gesellschaft und den Einzelnen grundlegend verändert: Die Menschen änderten ihre täglichen Gewohnheiten und tief verwurzelten Traditionen, ihre Maßstäbe, sowie ihre Beurteilung und Sicht der Welt vollkommen. Die Gesellschaft änderte deutlich ihr Äußeres, das Aussehen und Erscheinungsbild änderten sich und neue traten hervor.

Die Araber handelten in ihrem Umgang und gesellschaftlichen Beziehungen nicht mehr willkürlich. Ihre Gewohnheiten wurden durch die Regeln des Islâm genau festgelegt und definiert, wie z.B. ihr Benehmen und auch andere Gewohnheiten wie Schlafen, Essen, Ehe, Scheidung und Kauf und Verkauf. Die Traditionen beeinflussen ohne Zweifel den Menschen und es fällt ihm schwer, von seinen Gewohnheiten abzulassen und völlig neue anzunehmen. Der tiefe Glaube jedoch, den der Islâm in die Herzen der Menschen setzte, ermöglichte ihnen, sich von allen vorislâmischen Gewohnheiten zu lösen und den islâmischen Charakter in all seinen Facetten anzunehmen. Sie gewöhnten sich daran, Allâh allein zu verehren, sowie sie sich an das Gebet und das Fasten, an die Pilgerfahrt und die Zakâ, sowie an die Bemühung um den Islâm gewöhnten und dass man mit jenen guten Taten nur das Jenseits anstrebt. Sie gewöhnten sich daran die Nähe zu Allâh durch das Gedenken an Allâh und Dankbarkeit, durch die Geduld bei Prüfungen, die aufrichtige Reue, Bittgebete und den Wunsch nach der Barmherzigkeit Allâhs und Seiner Güte zu erlangen, sowie dadurch, dass das Herz von Tauhîd, Aufrichtigkeit und Hoffnung erfüllt wurde.

Die Menschen gewöhnten sich auch daran, ihre täglichen Arbeiten in der Gesellschaft, Wirtschaft und in der Politik nur für Allâh zu vollbringen, da das Prinzip der Verehrung alle Teile des Lebens beeinflusst und mit reiner Absicht vollbracht werden muss. Die Muslime schafften es, von ihren schlechten Gewohnheiten abzulassen, die der Islâm verbot, wie Alkohol, Zins, falsche Heiraten, schlechte Charakterzüge wie z.B. Lügen, Betrug, üble Nachrede, Neid, Hochmut, Ungerechtigkeit usw.

So formte der islâmische Staat, den der Prophet Möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken gründete, eine fromme Gesellschaft, deren Einzelpersonen danach strebten, die Erde sowohl geistig als auch materiell zu bereichern, um die ewigen Wonnen Allâhs zu erlangen.

Nur bei Allâh ist Beistand zu suchen und auf Ihn ist Verlass. Es gibt weder Macht noch Stärke außer durch Ihn.