Aktuelle Nachrichten
 

Gefährlichkeit der Gerüchte

Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten, Dem in Seiner ehrwürdigen Schrift sagt:

“ O ihr, die ihr glaubt! Fürchtet Allah und sprecht aufrichtige Worte, auf daß Er eure Taten segensreich fördere und euch eure Sünden vergebe. Und wer Allah und Seinem Gesandten gehorcht, der hat gewiß einen gewaltigen Gewinn erlangt.“. (Sure 33:69-70).

Ich bezeuge, dass es keinen Gott da außer Allah ohne Teilhaber gibt, und ich bezeuge, dass unser Prophet Muhammad Sein anbetend Diener und Gesandter ist!

Und nun zum Thema:

mit dem arabischen Wort „gijba“ bezeichnen wir üble Nachrede, leeres und unnützes Gerede und die Verbreitung von Gerüchten. Damit ist gemeint, hinter dem Rücken einer Person seine Schwächen zu verbreiten und schlecht über ihn zu reden. Im Islam wird dies für verboten (Harâm) und unmoralisch erklärt. Diese schlechte Angewohnheit resultiert aus der Eigenschaft, nach den Fehlern anderer zu suchen und diese zu verbreiten, anstatt seine eigenen Fehler zu sehen. Wenn jemand ermahnt wird, dies zu unterlassen, betont er, nur die Wahrheit zu sagen und verteidgt sich auf diese Weise. Vielleicht stimmt es auch und er lügt wirklich nicht. Wenn er nämlich lügen würde, würde er die betreffende Person verleumden. Die Verleumdung ist jedoch eine dem Mord gleihkommende große Sünde. Aus diesem Grund wird im Koran die üble Nachrede strengstens verboten: „O ihr, die ihr glaubt! Vermeidet möglichst viel Argwohn; denn mancher Argwohn ist Sünde. Und bespitzelt euch nicht und redet nicht hinter dem Rücken schlecht übereinander. Würde jemand von euch etwa gerne das Fleisch seines toten Bruders essen? Ihr würdet es verabscheuen. Und fürchtet Allah. Allah ist fürwahr bereit zu vergeben, barmherzig.“ [49:12]

Unser Prophet sagte diesbezüglich: „Üble Nachrede ist schlimmer als Ehebruch (Zinâ). Denn, wer Ehebruch begannen hat, bereut und erhält Vergebung von Allah. Aber derjenige, der schlechtes hinter dem Rücken einer Person verbreitet, kann nur von demjenigen verziehen werden, hinter dessen Rücken diese Gerüchte verbreitet wurden.“

Verehrte Geschwister,

üble Nachrede heißt, verletzende und beleidigende Worte von einer Person zur anderen zu übermitteln. Auch diese Handlung ist gemäß dem Islam schlecht und daher verboten. Im Koran werden solche Menschen wie folgt beschrieben: „Und nimm keine Rücksicht auf verächtliche Schwüremacher, Verleumder, die üble Nachrede verbreiten, auf den, der das Gute verhindert, einem Übertreter, großen Sünder, Oder auf einen Grobian. Taugenichts dazu, auch wenn er reich an Vermögen und Kindern ist.“ [68:10][68:11][68:12][68:13][68:14] Solche Menschen haben meistens keine guten Absichten. Ihr Ziel ist es, Feindschaft zwischen dem Menschen zu sähen. Deshalb fügen sie den übermittelten Äußerungen auch eigene Worte bei und verderehen die Absicht dieser Äußerung. Indem sie Sreit zwischen den Menschen auslösen, begehen sie jedoch eine weitere Sünde. So hat der Gesandte Gottes gesagt:  „Der, der üble Nachrede verbreitet, gelangt nicht ins Paradies.“ (Buchârî, Âdâb, 50) Im Islam ist die Übermittlung von Äußerungen von einer Person zur anderen nur erlaubt, wenn dadurch Frieden zwischen diesen Menschen gestiftet werden kann. Über diese Menschen hat der Prophet folgendes gesagt: „Wer versucht zwischen den Menschen zu vermitteln und dabei ein Wort von einer Person der anderen übermittelt oder lügt, gilt nicht als Lügner.“

Verehrte Geschwister,

von Neid sprechen wir, wenn jemand eine andere Person aufgrund dessen Wohlbefinden, Reichtum oder anderer Gaben beneidet und wünscht, dass ihr diese Gaben genommen werden. Diese Eigenschaft ist eine der schlechtesten Eigenschaften überhaupt und resultiert aus der Vereinigung von Unwissenheit und Habgier. Neid ist verboten, da sich der Mensch auf diese Weise ungehorsam wird und sich gegen das Ermessen Allahs auflehnt. Unterschieden davon muss jedoch die Form der Beneidung, bei der jemand die Gaben, die eine andere Person besitzt, auch für sich wünscht. Während der bloße Neid verboten ist, wird die Beneidung in diesem Sinne als Eigenschaft der Gläubigen angesehen. Im Koran wird Neid wie folgt beschrieben: „Wenn euch etwas Gutes trifft, empfinden sie es als Übel, und wenn euch ein Übel trifft, so freuen sie sich darüber…“ [3:120] „Viele von den Leuten der Schrift möchten euch, nachdem ihr gläubig wurdet, wieder ungläubig machen, aus Neid in ihren Herzen, obwohl ihnen die Wahrheit inzwischen deutlich geworden war.“ [2:109]

In einem Hadîth wiederum heißt es: „So, wie das Feuer das Holz verbrennt und vernichtet, so macht der Neid auch die guten Taten zunichte.“

Verehrte Geschwister,

diese drei schlechten Eigenschaften, die wir kurz zu erläutern versucht haben, vergiften nicht nur die Person, die sie besitzt, sondern auch die Gesellschaft, die aus diesen Menschen besteht. Wir Muslime müssen uns von so weit wie nur möglich von diesen Eigenschaften fernhalten. Daher müssen wir uns gegenseitig ermahnen und uns gegenseitig helfen, diese Sünden zu vermeiden, um Frieden zu erlangen.

Ich bitte Allah für mich und für euch um Vergebung!

***

Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten!

Geschwister im Islam:

Der Erhabene sagt:

„O die ihr glaubt, meidet viel von den Mutmaßungen; gewiss, manche Mutmaßung ist Sünde. Und sucht nicht (andere) auszukundschaften und führt nicht üble Nachrede übereinander. Möchte denn einer von euch gern das Fleisch seines Bruders, wenn er tot sei, essen? Es wäre euch doch zuwider. Fürchtet Allah. Gewiss, Allah ist Reue-Annehmend und Barmherzig.“

Es wurde überliefert, dass der Allahs Gesandter sagte:

 “Wisst ihr, was üble Nachrede (Ghibah) ist?” Die Leute sagten: “Allah und sein Gesandter wissen es am besten!” Er sagte: “Es ist, wenn du von deinem Bruder etwas sagst, was er nicht mag.” Jemand fragte: “Und wenn mein Bruder (so) ist, wie ich sage?” Der Prophet (salla-llahu alayhi wa sallam) sagte: “Wenn er (so) ist, wie du sagst, dann ist es üble Nachrede, und wenn er nicht so ist, wie du sagst, dann ist es Verleumdung.“ (Muslim)

Von ’Abdullah Ibn ’Abbaas wird berichtet, dass er sagte:

„Der Prophet ging an zwei Gräbern vorbei und sagte: „Sie werden gepeinigt, und dabei geht es nicht um etwas, das schwer wäre zu vermeiden. Einer von den beiden pflegte sich während des Urinierens nicht vor dem Urin zu schützen, und der andere ging herum und verbreitete üble Nachrede über die anderen.“ Er nahm daraufhin einen frischen Palmenzweig, brach diesen in zwei Stücke und pflanzte auf jedes Grab ein Stück davon. Er wurde gefragt: „Warum hast du dies getan, o Gesandter Allahs?“ Er sagte: „Diese mögen ihnen die Pein erleichtern, solange sie noch nicht ausgetrocknet sind.““

Es wurde berichtet, dass der Gesandte Allahs sagte:

„Wer seinem Bruder Unrecht, hinsichtlich der Verletzung seiner Ehre oder sonst irgendetwas zugefügt hat, der soll schon heute für eine Wiedergutmachung sorgen, ehe der Tag kommt, an dem diese durch (Wiedergutmachung mit) Dinar und Dirham nicht mehr möglich sein wird und an dem von seinen guten Taten so viel abgeschnitten wird, wie sein Unrecht ausmacht, und wenn ihm keine guten Taten zugeschrieben worden sind, dann wird ersatzweise etwas von den Übeltaten seines Gegners genommen und (zugunsten) des anderen gelegt.“ (Al-Buchari, 2317)

Ibn Taymiyah sagte auch: „Was die Rechte desjenigen betrifft dem Unrecht getan wurde, so werden sie von der Reue (Taubah) des Unrechtbegehenden nicht aufgehoben. Denn dies ist ein Recht und es gibt diesbezüglich keinen Unterschied zwischen einem Mörder und anderen Übeltätern. Wenn eine Person ihre Übeltat bereut, so werden die Rechte der geschädigten Person dadurch nicht aufgehoben, vielmehr ist es Teil ihrer Reue, die Sünde an der geschädigten Person wieder gut zu machen (ihr das Recht, welches man ihr genommen hat, zurück zu geben).

Wenn der Übeltäter dem Geschädigten sein Recht nicht im Diesseits zurückgibt, dann wird er es zwangsweise im Jenseits zurückgeben müssen. Der Übeltäter, welcher bereut hat, muss viele gute Taten verrichten, damit diejenigen, welche (am Jüngsten Tag) ihr Recht zurück verlangen, ihn nicht bankrott enden lassen. Und wenn Allah den Geschädigten entschädigen will, dann kann niemand Seine Großzügigkeit verhindern, z.B. wenn Er Sünden vergeben will, die geringer als Schirk sind, wem Er will. Deshalb heißt es in dem Hadith über Qasas (vorgeschriebene Bestrafungen), für welches Jaabir ibn ‘Abd-Allah ein Monat lang zu ‘Abd-Allah ibn Unays ritt, um es von seinen Lippen zu hören – welches von Imam Ahmad und anderen überliefert wurde, und welches al-Bukhari als Beweis in seinen Sahih verzeichnete:

 “Wenn Yaum al-Qiyamah kommt, wird Allah alle Geschöpfe auf einer einzelnen Ebene versammeln, so dass der Ansager fähig sein wird, alle dazu zu bringen ihn anzuhören und der Wächter wird fähig sein, alle zu sehen, dann wird Er sie mit einer Stimme rufen, die von weitem und von Nahem gehört werden wird: ‘Ich bin der König, Ich bin der Richter. Keiner der Leute der Hölle wird die Hölle betreten, solange er irgendein Recht an den Leuten des Paradieses übrig hat, bis er es bekommen hat und keiner der Leute des Paradieses wird das Paradies betreten, wenn er irgendein Recht an den Leuten der Hölle übrig hat, bis er es bekommen hat.‘”

Es wird von Abu Sa’id berichtet:

 “Wenn die Leute des Paradieses as-Siraat (die Brücke) überqueren und auf dieser Brücke zwischen dem Paradies und der Hölle stehen werden, dann werden sie ihre Differenzen miteinander regeln und nachdem sie gereinigt wurden, wird ihnen die Erlaubnis gegeben, das Paradies zu betreten.“

Als Allah, sagte:

“und führt nicht üble Nachrede übereinander” – da Lästern eine Übertretung gegen die Ehre der Menschen ist – sagte Er danach:

 “Möchte denn einer von euch gern das Fleisch seines Bruders, wenn er tot sei, essen? Es wäre euch doch zuwider (ebenso sollte euch das Lästern zuwider sein). Fürchtet Allah. Gewiss, Allah ist Reue-Annehmend und Barmherzig.“ (Sure 49:12)

Ibn Taymiyah sagte: „Was die Rechte desjenigen betrifft dem Unrecht getan wurde, so werden sie von der Reue (Taubah) des Unrechtbegehenden nicht aufgehoben. Denn dies ist ein Recht und es gibt diesbezüglich keinen Unterschied zwischen einem Mörder und anderen Übeltätern. Wenn eine Person ihre Übeltat bereut, so werden die Rechte der geschädigten Person dadurch nicht aufgehoben, vielmehr ist es Teil ihrer Reue, die Sünde an der geschädigten Person wieder gut zu machen (ihr das Recht, welches man ihr genommen hat, zurück zu geben).

Er befahl ihnen also, das Lästern zu bereuen, weil es eine Ungerechtigkeit ist. Dies kommt zur Anwendung, wenn der Geschädigte über das Lästern erfahren hat. Aber wenn er nicht davon erfährt und nichts davon weiß, so gibt es die Meinung, dass eine der Bedingungen der Reue die ist, es ihm zu sagen, wohingegen die Mehrheit der Gelehrten besagt, dass es nicht unbedingt notwendig ist, das Opfer in Kenntnis darüber zu setzen. Beide Ansichten wurden von Ahmad überliefert.

Aber er sollte Gutes für das Opfer tun, wie, indem er für ihn Du’aa macht, für ihn um Vergebung bittet und das Verrichten guter Taten (z.B. spenden etc.), um ihm den Lohn dafür zu widmen, um die üble Nachrede und den Tratsch, den man über ihn begangen hat wieder gutzumachen

Nur bei Allâh ist Beistand zu suchen und auf Ihn ist Verlass. Es gibt weder Macht noch Stärke außer durch Ihn! O Allah schütze Ägypten vor jedem Übel!