Die Toleranz

Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten, Dem in Seiner ehrwürdigen Schrift sagt:

„Allah will es euch leicht, Er will es euch nicht schwer machen..“ (Sure 02:185)

Ich bezeuge, dass es keine Gottheit da außer Allah ohne Teilhaber gibt, und ich bezeuge, dass unser Prophet Muhammad Sein anbetend Diener und Gesandter ist:

Und nun zum Thema:

Es ist jedoch entmutigend, wie selten wir dazu fähig sind einander zu vergeben und wie oft wir übereilt intolerant miteinander sind. Der Islâm lehrt uns, dass die stärksten Diener diejenigen sind, die nicht nur die Stärke besitzen, ihren Ärger zu unterdrücken, wenn sie geprüft werden, sondern auch unermessliche Fähigkeit zum Vergeben besitzen. Wenn wir aufrichtig denjenigen vergeben können, die uns verärgern, innerlich und äußerlich, dann reinigt dies unsere Seelen vom Satan und von dessen negativer Energie. Es ist wichtig, nutzlose Kritik zu missachten. Dies ist der erste Schritt zur Toleranz. Natürlich geht dies nicht ohne Schwierigkeiten, da es schwer zu verstehen ist, warum diejenigen, die uns Kummer bereitet haben, dies überhaupt erst tun wollten. Doch genau an diesem Punkt kann der Kampf mit unserem Ich eine positive Wende nehmen und es uns ermöglichen, unseren Glauben zu stärken. Dies wird stets um Allâhs willen getan und auch, um unseren spirituellen Zustand zu purifizieren.

Der Islâm lehrt uns außerdem, dass die beste Art des Vergebens ist, auf Unterdrückung anderer mit Güte zu reagieren. Der Prophet möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken spornte uns zu dieser Vorgehensweise an, als er zu seinen Anhängern sagte: „Allâh hat mir aufgetragen mit denjenigen Beziehungen zu pflegen, die mit mir Beziehungen abbrechen, und denjenigen zu geben, die mich berauben, und denjenigen zu vergeben, die mich unterdrücken.“

Der Prophet möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken und seine Gefährten hatten ein derartig barmherziges Verhalten, dass sie anstatt wütend mit ihren Angreifern zu werden, sie für sie einstanden und ihnen Geschenke machten. Welch unermesslich barmherzige Taten! Sie überschritten menschliche Selbstlosigkeit und praktizierten unvergleichlichen Edelmut. Sie demonstrierten, dass wir uns, wenn wir unsere Herzen öffnen und einander vergeben, selbst inneren Frieden vergönnen. Auf diese Weise können wir vermeiden, dass Boshaftigkeit unsere Herzen erstickt, was wesentlich ist, da Hass die Fähigkeit besitzt, uns innerlich krank zu machen. Wir denken, dass Hass ein Mittel der Rache gegen diejenigen ist, die uns Schaden zugefügt haben. Doch indem wir ihnen Missgunst entgegenbringen, schaden wir uns nur selbst. Dies liegt daran, dass unsere Feinde niemals unseren Ärger spüren werden, und sie zufrieden sind, wenn wir leiden. Wenn wir anderen vergeben, dann bringt dies unseren Seelen Linderung, da es eine Art Befreiung ist. Dies liegt daran, dass jemand, wenn er uns verärgert hat, Macht über uns besitzt, weil wir ihm erlaubt haben dies zu tun.

Das Leben ist kurz. Lasst uns nicht unsere Energie damit verschwenden, wütend auf unsere Feinde zu sein und nach Rache zu trachten! Wenn wir unsere Boshaftigkeit jeden Tag stufenweise verringern können, dann werden wir, so Allâh will, bald keinen Hass oder keine Bosheit mehr in unseren Herzen tragen. Auf diese Weise können wir Streitigkeiten untereinander beenden, da dies ein Problem ist, dem wir täglich gegenüberstehen. Letztlich kann unser Handeln das Fehlverhalten anderer hervorrufen und wir sind uns vielleicht nicht bewusst, wie wir zum Streit beigesteuert haben. Wir neigen dazu, die Fehler anderer zu verurteilen, während wir für unsere eigenen blind sind. Wir vergessen, wie wir anderen Leid angetan haben, und erinnern uns nur daran, wie andere uns Leid angetan haben. Genauso vergessen wir Gutes, das andere für uns getan haben, und erinnern uns nur an das Gute, das wir ihnen getan haben. Dies ist ein angeborener menschlicher Fehler. Lasst uns dennoch versuchen, an unsere eigenen Mängel zu denken, bevor wir über die Mängel anderer nachdenken! Lasst uns damit aufhören, uns selbst als Opfer zu betrachten und lasst uns darüber nachdenken, wie wir andere schikaniert und dann um deren Vergebung gebeten haben! Und wenn sie uns um Vergebung bitten, dann lasst uns ihnen stets vergeben, zumal uns der Prophet möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken! Folgendes lehrte: „Wer keine Barmherzigkeit zeigt, dem wird keine Barmherzigkeit gezeigt.“ (Al-Buchârî). Wir müssen zudem im Gedächtnis behalten, dass Allâh mit uns in der Weise umgehen wird, wie wir mit anderen umgehen!

Die islâmischen Lehren, die wir gerade lediglich knapp zusammengefasst haben, verblieben nicht lediglich auf einer idealistischen Ebene. Vielmehr wurden sie von Muslimen in empirische Realität umgesetzt, die viele Nicht-Muslime bestätigten und von denen diese sehr beeindruckt waren. Hier einige Beispiele ihrer jüngsten und neuzeitlichen Eingeständnisse:

Als der frühere Papst seine berühmte Rede an einer deutschen Universität hielt, in der er zustimmend die Behauptung des Kaisers Manuel II. anführte, dass Muhammad den Muslimen anordnete, den Islâm mit dem Schwert zu verbreiten, kam eine der besten Antworten darauf von Nicht-Muslimen.

Ich bitte Allah für euch und für mich um Vergebung!

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Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten!

Ich bezeuge, dass es keinen Gott da außer Allah ohne Teilhaber gibt, und ich bezeuge, dass unser Prophet Muhammad Sein anbetend Diener und Gesandter ist.

Brüder im Isalm:

Das Ziel der Toleranz gegenüber Nicht-Muslimen und des friedvollen Lebens und guten Umgangs mit ihnen besteht darin, ihnen die Wahrheit in bester Art und Weise zu präsentieren, damit es ihnen leicht fällt, diese zu erkennen und anzunehmen.

Aus diesem Grund liegt der Schwerpunkt im Islâm immer auf dem Einladen der Menschen zur Wahrheit, auf dessen Wichtigkeit, auf den vorzüglichsten Methoden dafür, und auf der Tatsache, dass dies die Hauptaufgabe der Propheten und jener, die ihnen folgen, ist usw.

Deshalb wurde dem Propheten Muhammad (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) gesagt, dass seine Hauptaufgabe lediglich im Verkünden der Botschaft liege, dass er lediglich ein Mahner sei, dass er nicht denjenigen rechtleiten könne, den er liebt, dass er die Menschen nicht zwingen könne, den Glauben anzunehmen, und dass er die Menschen mit Weisheit und guter Ermahnung zum Wege Allahs einladen solle. Von Muslimen wird verlangt, mit den Leuten der Schrift einzig in bester Weise zu diskutieren – ausgenommen mit jenen, die Angriffshandlungen vornehmen.

„Wenn sie sich nun abwenden, so haben Wir dich nicht als Hüter über sie gesandt. Dir obliegt nur die Übermittelung (der Botschaft)…“ (Sûra 42:48).

„Rufe zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung, und streite mit ihnen in bester Weise. Gewiss, dein Herr kennt sehr wohl, wer von Seinem Weg abirrt, und Er kennt sehr wohl die Rechtgeleiteten.“ (Sûra 16:125).

Wenn der Islâm zur Staatsreligion eines Landes wird, dann zwingt er Nicht-Muslime nicht dazu, ihn anzunehmen. Einige westliche Autoren berichten uns, dass derartige Zwangsversuche (in der christlichen Welt) existierten, die die berühmten europäischen Religionskriege auslösten, die letztendlich zu Säkularismus und zur Zurückstufung der Religion auf die Privatsphäre führten.

Da der Islâm derartige Versuche nicht unternahm, konnte er nicht-islâmische Religionen – vor allem das Christentum und das Judentum – tolerieren und ihnen dieselben Rechte gewähren, die ihnen heute von säkularen Staaten gewährt werden. Dies bedeutet nicht, dass ihnen die gleichen politischen Rechte und Möglichkeiten gewährt wurden wie Muslimen. Diese erhielten sie nicht. Eine derartige politische Gleichheit war in einem religiösen Staat nicht möglich, noch ist dies in säkularen Staaten möglich. Ein säkularer Staat gibt den Menschen, die dem Buddhismus, Judentum, Christentum oder Islâm angehören, die Möglichkeit, eine politisches Amt zu bekleiden, aber unter der Bedingung, dass sie sich an die säkulare Verfassung halten, die die Religion vom Staat trennt. Einige religiöse amerikanische Autoren beschweren sich darüber, dass die Freiheit, die religiösen Menschen gewährt wird, lediglich eine Freiheit nach säkularem Religionsverständnis sei. Doch dies muss so sein. Ihnen kann bei der Praktizierung ihrer Religion keine derartige Freiheit gewährt werden, die es ihnen erlauben würde, in die Sphäre des säkularen Staates einzudringen. Daher gibt es in dieser Hinsicht keinen Unterschied zwischen einem säkularen Staat, der den Religionen diese begrenzte Art Freiheit gewährt, und einem religiösen Staat.

Kann es in einer Religion wie dem Islâm Platz für Krieg geben? Ja! Allerdings aus anderen Gründen als Konvertierung. Wir leben in einer unvollkommenen Welt, in der einige Menschen bekämpft werden müssen, damit andere in Frieden leben können. Dabei handelt es sich um Menschen, die auf ungerechte Handlungen und Angriffshandlungen zurückgreifen. Dieser Rückgriff auf Ungerechtigkeit gilt im Islâm als einzige Rechtfertigung für Krieg. Ungerechte und unterdrückerische Handlungen, die eine Kriegsführung gegen ihre Verursacher rechtfertigen, können von verschiedener Art sein:

 Verfolgung von Menschen, die den Islâm annehmen, durch die Machthaber.

Ausweisung dieser Menschen aus ihrem Land.

Kriegsführung gegen Menschen aus anderen Ländern, die derartige Glaubensvorstellungen haben.

Kriegsführung gegen andere Menschen (Muslime oder Nicht-Muslime), und zwar mit der Absicht, deren Land zu besetzen, ihren Besitz zu rauben oder sie zur Sklaverei zu zwingen.

O Allah, lass uns die Sicherheit in unseren Staaten erfreun und leihe unseren Geschäftsführern den Erfolg und bewahre unsere Heimatsländer vor Tyrannei und Verderbnis!