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Saisonen der rechtschaffenen Werke

Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten, Dem in Seiner ehrwürdigen Schrift sagt:

„Und wetteifert nach Vergebung von eurem Herrn und (nach) einem Garten, der (in seiner Ausdehnung) so weit ist wie Himmel und Erde, und der für die Gottesfürchtigen bereitsteht,“ (Sure 3:133).

Ich bezeuge, dass es keinen Gott da außer Allah ohne Teilhaber gibt, und ich bezeuge, dass unser Prophet Muhammad Sein anbetend Diener und Gesandter ist!

Und nun zum Thema:

Die gläubige menschliche Seele bedarf immer dann starker Anregung, wenn die Faulheit sie am Gehorsam hindert und sie zur Begierde neigt. In all den weltlichen Ablenkungen und dem Streben nach Materiellem sehnt sich die Seele eines Gläubigen nach einem Glaubenszustand, der sie von der Erde erhebt und sie bis zu den Wolken des geräumigen göttlichen Horizonts fliegen lässt.

Der Mensch erlebt einige Momente und Tage, an denen es besonders leicht ist, zu Allah zurückzukehren und ein neues Kapitel in der Beziehung zu Allah, dem Erhabenen, aufzuschlagen. Diese ersten zehn Tage des Monats Dhu Al-Hiddscha sind die Tage, die für diese reumütige Rückkehr am besten geeignet sind.

In der islamischen Erziehung gelten diese Tage als gute Gelegenheit für eine zielgerichtete Glaubenserziehung und als Ansporn für die Seele, bei der sündige Herzen von ihrem Schmutz geläutert werden, sich nachlässige Seelen ihrem Schöpfer reumütig zuwenden und der Geist ein reines geläutertes Leben führt, in dem nur Gehorsam und Glaube eine Rolle spielen.

Das Gute in allen Facetten

Diese ersten zehn Tage beinhalten das Gute in all seinen Formen. Sie sind nämlich die besten und vorzüglichsten Tage. Allah, der Erhabene, schwört bei diesen Tagen in Seinem Buch: „Und den zehn Nächten.“ (Sure 89:2). Die meisten Quran-Exegeten sagen: „Damit sind die ersten zehn Tage des Monats Dhu Al-Hiddscha gemeint.“

Der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) erhöhte die Stellung der rechtschaffenen Handlung an diesen Tagen in starker Weise, als er sagte: „An keinen anderen Tagen ist das Vollbringen einer rechtschaffenen Handlung Allah lieber als an diesen Tagen, das heißt den ersten zehn Tagen des Monats Dhu Al-Hiddscha.“

Er (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) sagte ebenso: „Es gibt keine Handlung, die für Allah, den Allmächtigen und Majestätischen, lauterer ist und großartigere Belohnung enthält als das Gute, das man an den zehn Opfertagen tut.“

Der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) ordnete an, an diesen Tagen vermehrt Allahs zu gedenken, indem er (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) sagte: „An keinen anderen Tagen ist das Vollbringen rechtschaffener Handlungen für Allah bedeutender und lieber als an diesen ersten zehn Tagen, das heißt den ersten zehn Tagen des Monats Dhu Al- Hiddscha. Sprecht also an ihnen häufig die Worte „La Ilaha Illa-llah (Es gibt nichts Verehrungswürdiges außer Allah)“, den Takbir (die Worte „Allahu akbar – Allah ist größer)“ und die Worte „Al-Hamdu li-llah (der Lobpreis ist Allahs)“!“

Der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) pflegte an den ersten neun Tagen des Monats Dhu Al-Hiddscha zu fasten.

Einige Ehefrauen des Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) sagten: „Der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) pflegte an den ersten neun Tagen des Monats Dhu Al-Hiddscha, am Aschura-Tag (10. Muharram), an drei Tagen in jedem Monat (des islamischen Mondkalenders), am ersten Montag im Monat und an zwei Donnerstagen zu fasten.“ Der Imam An-Nawawi sagte über das Fasten an den ersten zehn Tagen des Monats Dhu Al-Hiddscha: „Es ist sehr erwünscht.“

Er ordnete an, am Arafa-Tag zu fasten.

Man fragte den Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) über das Fasten am Tag von Arafa, worauf er antwortete: „Es tilgt die Sünden des verstrichenen Jahres und des kommenden Jahres.“

Der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) sagte: „Wir betrachteten das Fasten am Tag von Arafa, als wir mit dem Gesandten Allahs (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) waren, als das Fasten von zwei Jahren.“

Ibn Hadschar sagte: „Der offensichtliche Grund für den Vorzug der ersten zehn Tage des Monats Dhu Al-Hiddscha lautet, dass man die großen Anbetungshandlungen an ihnen vereint, nämlich das Gebet, das Fasten, das Almosen und den Haddsch, wobei diese an keinen anderen Tagen vereint sind.“

Der den Prophetengefährten nachfolgende, rechtschaffene Sa’id ibn Dschubair pflegte, wenn die ersten zehn Tage des Monats Dhu Al-Hiddscha kamen, sich an ihnen so sehr zu bemühen, dass man ihm kaum darin nacheifern konnte.

Der hanbalitische Gelehrte Ibn Radschab sagte: „Da Allah der Erhabene den Seelen Seiner gläubigen Diener eingibt, sich nach Seinem sakrosankten Haus zu sehnen, wobei nicht alle Leute dies jedes Jahr tun können, schreibt Er einem dazu Fähigen den Haddsch einmal im Leben vor. Und so können die Pilger und die Menschen, die nicht pilgern, an diesen zehn Tagen gemeinsam teilhaben.“

Der Scheich des Islam Ibn Taimiya wurde gefragt, ob die ersten zehn Tage des Monats Dhu Al-Hiddscha oder die letzten zehn Tage des Monats Ramadan besser seien? Er antwortete: „Die ersten zehn Tage des Monats Dhu Al-Hiddscha sind besser als die letzten zehn Tage des Monats Ramadan und die letzten zehn Nächte des Monats Ramadan sind besser als die ersten zehn Nächte des Monats Dhu Al-Hiddscha.“

Ibn Al-Qayyim verglich den Vorzug dieser Tage mit folgenden Worten: „Der beste Tag bei Allah ist der Opfertag. Er ist der Tag des großen Haddsch.“ In der Hadith-Sammlung von Abu Dawud sagte der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!): „Wahrhaftig! Die größten Tage bei Allah sind der Opfertag und der Tag der Ruhe.“ Der Tag der Ruhe ist der Tag, an dem die Leute in Mina verweilen, nämlich der 11. Tag des Monats Dhu Al-Hiddscha.

Es heißt auch, der Arafa-Tag sei besser als der Opfertag, denn das Fasten an ihm tilgt die Sünden von zwei Jahren und es gibt keinen Tag, an dem Allah mehr Menschen vom Höllenfeuer befreit als am Arafa-Tag, denn Allah der Hocherhabene nähert sich Seinen anbetend Dienenden an diesem Tag. Dann ist Er gegenüber Seinen Engeln stolz auf die Haddschis.“

Diese zehn Tage vereinen also das Gute in allen Facetten. Somit kommt an diesem Tag viel Gutes zusammen. Es gibt also keine rechtschaffene Handlung, die an ihnen nicht erwünscht ist. Und an keinen anderen Tagen ist das Vollbringen rechtschaffener Handlungen besser als an diesen Tagen. Sie sind also ein absolutes Gut für die reine Seele und eine Zeit für den Glauben und die Seele, deren Tage im Jahreszyklus den höchsten Vorzug einnehmen.

Zwischen dem Hadsch und dem Blutfluss

Wem Allah beim Haddsch zu Seinem Haus Erfolg verleiht, dem ermöglicht Er das Beste dessen, was Er liebt, indem Er ihn auserwählt, um ihm seine Sünden zu tilgen und ihn, wenn er eine aufrichtige Absicht hat, von seinen Sünden zu befreien, wie am Tage, an dem seine Mutter ihn zur Welt brachte. Er erleichtert ihm, einen neuen Abschnitt in seinem Leben zu beginnen, der die Phase des Glaubens einläutet.

Die Ihram-Kleidung lenkt den Blick von den Gelüsten auf das Leichentuch. Kein trügerischer Schmuck zählt mehr, kein einlullendes Gelüst und kein törichter Kampf um das vergängliche Diesseits. Alle tragen dieselbe Kleidung: den Ihram, genauso wie sie alle einst das Leichentuch tragen werden. Alle fürchten die Sünde und hoffen auf die Barmherzigkeit, die alles umfasst.

Die Gläubigen sollen am Haddsch-Tag eine internationale Erklärung verkünden, vor allem in dieser Zeit, in der die Umma blutet. Es soll erklärt werden, dass die Muslime überall auf Erden ein einziges Individuum sind, einem Weg folgen, ein einziges Ziel haben und einen einzigen Herrn verehren. Sie hoffen auf Seine Barmherzigkeit und fürchten Seine Strafe. Der Satan und seine Anhänger sollen sich entfernen und jeder Muslim soll auf seine Religion stolz sein, nämlich diese Religion, die alles übersteigt, denn Allah ist ihr Schutzherr, während ihre Feinde keinen Schutzherrn haben.

Ich bitte Allah für mich und für euch um Vergebung!

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Alles Lob gebührt Allah, Herrn der Welten! 

 

Geschwister im Islam:

 

Das Opfern gehört zu den wichtigen Riten des Islam und den größten Taten, die den Menschen Allah näher bringen. Es ist ein Zeichen für Aufrichtigkeit in den Anbetungshandlungen und im Befolgen Seiner Gebote und Verbote. Deshalb schlachtet man im Islam Opfertiere.

Beweise für das Schlachten von Opfertieren

Das Opfern ist das Schlachten eines Weidetieres an den Tagen des Opferfestes, um Allahs Wohlgefallen zu erlangen. Es ist eine Anbetungshandlung, die durch Quran, Sunna und Konsens der Gelehrten belegt wird. Allah, der Erhabene, sagt: „So bete zu deinem Herrn und opfere!“ (Sure 108:2)

Allahs Gesandter  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  sagte: „Wer nach dem Gebet schlachtet, der hat sein Opfer und damit eine Sunna der Muslime vollbracht.“ Überliefert von Al-Buchari.

Zudem ist belegt, dass der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  zwei weiße Ziegenböcke mit jeweils zwei Hörnern schlachtete. Er schlachtete sie eigenhändig, sagte „Bismillah und Allahu Akbar“ und setzte seinen Fuß auf ihre beiden Hälse.

Alle Muslime sind sich einig, dass das Opfern zum Islam gehört und eine islamische Anbetungshandlung darstellt.

Viele Hadithe berichten uns über dessen Vorzug und die große Belohnung des Opferns. Auch wenn diese Hadithe nicht eindeutig authentisch sind, bleibt das Opfern dennoch eine wichtige Anbetungshandlung, deren Ehrung Allah anordnete. Durch das Opfern folgt man darüber hinaus unserem Vorbild, dem Propheten  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken , der diese Handlung stets praktizierte und sie niemals unterließ.

Die Mehrheit der Gelehrten ist der Meinung, dass das Opfern eine feste Sunna für diejenigen ist, die sie ausführen können. Umm Salama überlieferte uns, dass Allahs Gesandter  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: „Wenn die zehn Tage anbrechen und jemand von euch schlachten möchte, soll er nichts von seinen Haaren oder Fingernägeln nehmen.“ Überliefert von dem Imam Muslim.

Der Prophet führte das Opfern also auf den Willen der einzelnen Person zurück, was er nicht gemacht hätte, wenn es verpflichtend gewesen wäre.

Zudem wird im Werk Al-Dschami’ von At-Tirmidhi sowie in anderen Werken überliefert, dass Allahs Gesandter  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken  für die Mitglieder seiner Umma schlachtete, die nicht schlachteten; somit entfiel die Pflicht für sie.

Manche Gelehrten sehen das Opfern als Pflicht an und berufen sich dabei auf folgende Hadithe: „Auf den Angehörigen jedes Hauses lastet ein Opfer“, und, „Wer wohlhabend ist und nicht schlachtet, soll sich unserem Gebetsplatz nicht nähern.“ Beide wurden von Imam Ahmad überliefert.

Daher soll der Muslim vorsichtshalber das Opfern nicht unterlassen, wenn er dazu in der Lage ist, da man hierdurch Allah ehrt und Seiner gedenkt und sich nichts zu Schulden kommen lässt.

Möge Allah uns rechtleiten, um die Wahrheit zu sehen und gemäß dieser zu handeln!